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#Ein Trauer-Marathon für den König

„Ein Trauer-Marathon für den König“

Noch steht der Union Jack auf vollmast. Zu Ehren des neuen Königs. Erst um 13 Uhr wird er nach Charles’ Proklamation am Vortag wieder auf halbmast gesetzt. Nur einige Hundert und wohl überwiegend Einwohner aus London haben die Gunst der frühen nebeligen Stunde genutzt und sind um sechs Uhr am Sonntagmorgen zum Buckingham-Palast gekommen. Nur wenig später, um zehn, sind es schon Tausende, die sich in ­langen Kolonnen auf den Palast zu­bewegen. Schilder weisen den Weg für die „floral tributes“, die nur in Green Park, also vor dem Palast, abgelegt werden sollen. Der ist schon jetzt weiträumig abgesperrt. Vor Westminster Abbey, der Kirche, die dem Monarchen zu eigen, werden bereits die Tribünen auf- und Ampeln sowie ­Schilder für den anstehenden Trauerzug abgebaut; den Fahnenmasten entlang der Mall werden goldene Kronen aufgesetzt.

Auch David ist auf dem Weg zum Palast. Im Arm hat er einen großen Paddington Bär. Was ihm die Königin bedeutete? „Sie war meine Mutter, sie war jedermanns Mutter“, sagt er. Mutter? Nicht Großmutter? Er lacht: „Schau mich doch an“, sagt der Mittsechziger. Was er vom neuen König hält? „Eine Chance hat er zumindest verdient.“ Wichtiger für ihn: „William und Harry sind wieder vereint.“ Das war für ihn am Abend vorher die größte und schönste Überraschung, als die beiden Brüder mit ihren Frauen sich gemeinsam vor Schloss Windsor zeigten und, wenn auch paarweise, ein Bad in der Menge nahmen. „Sah Meghan nicht toll aus?“, fragt er und strahlt, als wäre sie die künftige Königin.

Fraddie, auf dem Arm seiner Mutter, hatte sich gerade erst mit der Königin angefreundet. „Bei den Feiern zum Platin-Jubiläum Anfang Juni mussten die Kinder alle in den Farben des Union Jack in die Schule kommen, in Blau, Rot und Weiß“, erzählt seine Mutter April. „Und jeder musste eine Queen malen.“ Fraddies Elisabeth trug natürlich auch eine goldene Krone. Ob er sie mochte? „Ja“, antwortet der Sechsjährige nach längerem Zögern. „Trotzdem ist er ganz froh, dass der König nun ein Mann ist“, sagt Vater Daniel und lacht. Er hat einen Strauß mit weißen Rosen in der Hand, eingewickelt in Plastikfolie, so als ob die Blumengrüße für die Ewigkeit gedacht seien.

Wo wird Charles III. residieren?

Der Blumenteppich mit all seinen Stofftieren vor dem Schloss hat fast schon dianische Ausmaße. Hier, wo vor einem Vierteljahrhundert Hunderttausende der vormaligen „Princess of Wales“ nach ihrem Unfalltod gedachten und sich die Königin am wenigsten wohl fühlte, und das nicht etwa wegen ihrer Schwiegertochter, wird der verstorbenen Königin am meisten gedacht. Zuletzt war Elisabeth II. immer weniger in dem ungeliebten Schloss, dass einst Viktoria im Jahr 1837 zu ihrer Hauptresidenz gemacht hatte. Ob König Charles III. in den Buckingham-Palast einziehen wird, ist noch nicht sicher. Er fühlt sich wohl im viel bescheideneren und nur wenige Gehminuten entfernten Clarence House. Die Residenz ist Teil des könig­lichen St James’s Palace, der bis heute auch Amtssitz der britischen Monarchen ist.

Hier wurde Charles am Samstag auch offiziell zum König proklamiert, von einer illustren Schar vor allem aktiver und ehemaliger Politiker und auch vielen geist­lichen Würdenträgern und Vertretern des Commonwealth. Der Thronfolgerat stellte im Grunde nur das Offensichtliche fest, doch das auf Traditionen bedachte Königreich mag sich von Liebgewonnenem nicht so einfach trennen. Dann schon eher dem gemeinen Volk von Zeit zu Zeit mehr Einblicke verschaffen. So wie Elisabeth 1953 erstmals Kameras bei ihrer Krönung, wenn auch nicht bei ihrer Salbung, zuließ, so durften am Samstag erstmals die Unter­tanen die Proklamation ihres Königs live mitverfolgen. Und konnten dabei einen durchaus auch nervösen Charles erleben, der mit den Füllfederhaltern haderte und bei den Beschlüssen des Rats leise mit sich zu reden schien. Wichtig allerdings: Der Monarch muss auch einen Eid leisten, dass er die Kirche von Schottland, die presbyterianisch und nicht anglikanisch ist, „fördern und bewahren“ wird.

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