„Eine Brücke zwischen Gestern und Morgen“
Menschen brauchen einen Halt in der Vergangenheit: Die Zeche Zollverein in Essen.
Bild: dpa
Soll sich das Ruhrgebiet auf der Welterbeliste der Unesco eintragen lassen? Es gibt Stimmen, die behaupten, diese Forderung sei rückwärtsgewandt. Sie irren sich: Wer zukunftsfähig sein will, braucht Vergangenheit.
Das Weltkulturerbe Zeche Zollverein in Essen ist seit seiner Aufnahme in die Welterbeliste der Unesco im Dezember 2001 eine der ganz großen Erfolgsgeschichten im seit Jahrzehnten vom Strukturwandel geprägten Ruhrgebiet. Schon seit 2011 gibt es Pläne, die einzigartige industriekulturelle Landschaft des Ruhrgebiets als ganze ebenfalls bei der Unesco eintragen zu lassen. Jetzt steht das Projekt auf der Kippe, denn damit diese Industriekultur auf die deutsche Tentativliste kommt, müsste Nordrhein-Westfalen den Vorschlag in der Kulturministerkonferenz machen, und Heimatministerin Ina Scharrenbach hat zu verstehen gegeben, dass sie dies nur tun wird, wenn alle Ruhrgebietskommunen einstimmig zustimmen.
Einige dieser Kommunen, allen voran die SPD-geführte Stadt Bochum und die CDU-geführte Stadt Essen, haben nun angedeutet, dass sie dies nicht tun werden. Der Oberbürgermeister von Bochum, Thomas Eiskirch, findet den Antrag „zu rückwärtsgewandt“. Roland Mitschke, Fraktionsvorsitzender der CDU im Ruhrparlament des Regionalverbands Ruhr, bringt im selben Tenor den Zukunftsstandort Ruhrgebiet und dessen Fähigkeit zu innovativem Handeln gegen den Weltkulturerbeantrag in Stellung. Aber so einfach lassen sich industriekulturelle Vergangenheit und postindustrielle Zukunft im Ruhrgebiet nicht gegeneinander ausspielen.
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