Eine mikroskopische La-Ola-Welle

Eine mikroskopische La-Ola-Welle
Eine mikroskopische La-Ola-Welle
Mit ihren winzigen Flimmerhärchen erzeugen die Larven von Meereswürmern koordinierte Bewegungen in Form einer La-Ola-Welle. © Rebecca Poon & Kirsty Wan, University of Exeter

Was hier aussieht wie knallorange moderne Kunst, sind in Wirklichkeit kugelförmige Larven des Meeresringelwurms Platynereis unter dem Mikroskop. Die haarähnlichen Ausstülpungen an ihrer Außenseite heißen Zilien. Sie schlagen wie winzige Ruder, damit die Larve Nahrung aufnehmen, sich fortbewegen, Fressfeinden ausweichen und den passenden Lebensraum erreichen kann. Dafür ist die korrekte Koordination der Zilien essenziell.

Doch trotz jahrzehntelanger Forschung war bis vor kurzem unklar, wie die Koordination der Zilienbewegung funktioniert. Vor allem die Entstehung effektiver, metachronaler Wellen – Muster, die sich wie eine La-Ola-Welle durch die dicht gepackten Zilienreihen bewegen – war bislang ein Rätsel. Um Licht ins Dunkel zu bringen, hat ein Team der University of Exeter nun Platynereis-Larven untersucht und mit Hochgeschwindigkeitsaufnahmen die Wellenbewegungen ihrer Zilien analysiert.

Das Ergebnis: Obwohl es auf den ersten Blick so aussieht, als würde sich die La-Ola-Welle über die Zellgrenzen hinweg ausbreiten, koordinieren die Zilien ihre Bewegungen tatsächlich nur innerhalb einzelner Zellen. Die Wellen selbst entstehen durch „sterische“ Wechselwirkungen mit kurzer Reichweite: Zilien stoßen aneinander und halten so ihre Bewegung synchron. Die Larven können dadurch auch dann noch schwimmen, wenn einzelne Zilien beschädigt sind.

„Marines Plankton bildet die Grundlage von Nahrungsnetzen. Zilien sind entscheidend für ihre effektive Verbreitung und ihre Fähigkeit, ihre Position innerhalb der Wassersäule zu kontrollieren – ohne sie würde das marine Ökosystem zusammenbrechen“, betont Seniorautorin Kirsty Wan. Umso wichtiger ist es, die Lebensweise der Meereswinzlinge und die Funktion ihrer „Ruder“ besser zu verstehen.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, vergessen Sie nicht, ihn mit Ihren Freunden zu teilen. Folgen Sie uns auch in Google News, klicken Sie auf den Stern und wählen Sie uns aus Ihren Favoriten aus.

Wenn Sie weitere Nachrichten lesen möchten, können Sie unsere Wissenschaft kategorie besuchen.

Quelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert