
Von oben betrachtet wirkt diese ungewöhnliche Gesteinsstruktur im Zentrum Mauretaniens wie eine gigantische Zielscheibe, die mitten in der monotonen Sahara auf Pfeile wartet. Die konzentrischen Ringe der sogenannten Richat-Struktur erstrecken sich über rund 40 Kilometer. Auf diesem Satellitenbild vom Herbst 2025 ist besonders der wulstige äußere Rand der Hügelkette gut zu erkennen, der zusammen mit den inneren Ringen ein ungewöhnliches, geometrisches Muster bildet.
Lange galt die Formation als möglicher Meteoritenkrater, doch heute weiß man: Sie entstand rein geologisch. Die Richat-Struktur ist das Ergebnis einer Hebung des Untergrunds und anschließender Erosion über Millionen Jahre hinweg. Härtere Gesteine blieben dabei als markante Ringe stehen, während weichere Sedimentgesteine stärker erodierten und ringförmige „Schluchten“ bildeten. Insgesamt ist die Formation vermutlich mindestens 100 Millionen Jahre alt.
Es gibt auch Hinweise auf frühzeitliche Besiedlung der Richat-Struktur. Archäologische Funde, darunter Faustkeile, deuten darauf hin, dass die Gegend schon von frühen Menschen besucht wurde. Im Zweiten Weltkrieg nutzten Piloten die markanten Ringe dann als Orientierung und seit der Gemini-4-Mission im Jahr 1965 dient die als „Auge Afrikas“ bekannte Formation auch Astronauten sowie Satelliten als wichtige Landmarke – und als beliebtes Fotomotiv.
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