Elstern-Attacken in Sydney | FAZ

Elstern-Attacken in Sydney | FAZ

Selbst in der Millionenstadt Sydney ­häufen sich wieder die Attacken: Die ­Elstern greifen an! Die Australian Magpies (Flötenkrähenstare) haben schon oft für Aufsehen gesorgt. Obwohl sie nicht mit ­unseren heimischen Elstern verwandt sind, werden sie oft als „australische ­Elstern“ bezeichnet. Mit Beginn des austra­lischen Frühlings erwacht auch die Tierwelt. Die Brutsaison beginnt und ­damit der Kampf um einen Nistplatz.

Doch damit nicht genug. Haben sich zwei Elstern niedergelassen, beginnt erst das eigentliche Problem. Sie gelten zwar als liebenswerte, intelligente und neugierige Geschöpfe und haben einen melodiösen Gesang. Aber berühmt – oder besser: ­berüchtigt – sind sie durch eine andere Eigenschaft geworden: ihr aggressives Verteidigen des eigenen Brutplatzes. In einem Umkreis von bis zu 80 Metern ­greifen sie alles an, was sich nähert.

Internetseite sammelt Berichte über Angriffe

Es sind zwar nur fünf Prozent aller Männchen, die ein aggressives Verhalten zeigen und andere Lebewesen angreifen. Aber zusammengenommen sind es viele Attacken. ­Allein am Donnerstag (Stand 19 Uhr australischer Zeit) haben 25 Personen einen Magpie-Angriff auf der Seite ­magpiealert.com gemeldet. Einige berichteten von Stürzen, andere vom Swooping, dem ­Herabstoßen der Elstern auf den Eindringling. Es kann schlimm enden, wie der Fall eines Vierundsiebzigjährigen zeigt, der 2003 infolge einer Augen­verletzung im Krankenhaus verstarb. Das ist jedoch eine Ausnahme, da die Vögel zumeist von hinten angreifen.

Die Australier kennen solche Angriffe von Magpies im Frühling. Vor allem in Städten, die auch bei den Krähen beliebt sind, wird man kreativ – mit Augen­stickern, Metall­stäben oder Kabelbindern auf dem Fahrradhelm. Selbst einen eigens für Magpie-Angriffe entwickelten Helm gibt es zu kaufen.

Manchmal wehren sich die Australier auch mit rabiaten Mitteln: Obwohl die Tiere unter Schutz ­stehen, werden sie bei zu aggressivem Verhalten ab und zu erschossen. ­Dabei sollte man den Vögeln Verständnis entgegenbringen: Ihre Aggressivität wird meist durch schlechte Erfahrungen ver­ursacht – wie auch bei Menschen.

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