#Er passt so gut zur Anrichte

Er passt so gut zur Anrichte

Um wenigstens ein bisschen österliche Stimmung aufkommen zu lassen, möchten wir diese Woche mit Papst Franziskus einsteigen. Über den nämlich sagt der hauptberufliche Papst-Experte Andreas Englisch dem Goldenen Blatt, „dass er ziemlich schlechte Witze erzählt“, und einen davon gibt Englisch sogleich wieder. Haben Sie gerade ein wenig Zeit?

Jörg Thomann

Jörg Thomann

Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Also: „Ein Priester kauft sich in Nordnorwegen, wo Außentemperaturen von minus 50 Grad herrschen, einen Kühlschrank. Daraufhin fragt ihn ein anderer Pater: ‚Warum kaufen Sie sich bei minus 50 Grad noch einen Kühlschrank?‘ Der Priester antwortet: ‚Damit meine Kinder es mal wärmer haben.‘“ Okay. Um diesen Witz gänzlich zu durchdringen, bedürfte es vermutlich mehrjähriger Exegese. Hoffen wir, dass Franziskus’ Kinder nicht den Humor ihres Vaters erben.

Es geht ums Trinken

Das nahezu religiöse Erweckungsgefühl, das ihm seine erste Impfung beschert hat, schildert in Bild Franz Josef Wagner: „So viel Fürsorge habe ich noch nie erlebt. Hunderte von Volontär*innen begleiten einen, es sind Student*innen für 15 Euro die Stunde.“ Seine Euphorie, die ihn sogar zum Gebrauch von Gendersternchen verleitet, sei ihm gegönnt, andererseits: Wenn Hunderte junger Leute einen einzigen, wenn auch älteren Mann umhegen, dann läuft mit unserer Impfpolitik tatsächlich etwas grundlegend falsch.

Im Begriff, ein Glas Wein unsterblich zu machen: Fritz Keller


Im Begriff, ein Glas Wein unsterblich zu machen: Fritz Keller
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Bild: dpa

Von anderen Stoffen, vom Wein nämlich, erzählt der Winzer und DFB-Präsident Fritz Keller in Bunte: „Es geht nicht ums Sammeln, es geht ums Trinken. Eine Flasche Wein wird erst unsterblich, wenn sie getrunken ist.“ Ein schöner Sinnspruch – aber gilt er nur, wenn die Flasche in erlesener Runde genossen wird, oder kann man auch abends allein vorm Fernseher ein, zwei Flaschen unsterblich machen? Wären die armen Dinger damit nicht doch eher einen sinnlosen Tod gestorben?

Lebendige Deko

Stets ein gefragter Ansprechpartner in Stilfragen ist Guido Maria Kretschmer, der sich neben der Mode nun auch mit Inneneinrichtung befasst: „Ich weiß, wie alle meine Möbel von unten aussehen. Ich habe in jedem Raum meines Hauses schon gelegen“, sagt er der Neuen Frau. Was uns jetzt wirklich interessieren würde: Wieso liegt Kretschmer in seiner Wohnung herum? Hat er ein paar Flaschen zu viel unsterblich gemacht? Liegt er dort womöglich öfters mit seinem Mann?

Designer Guido Maria Kretschmer mit seiner Lieblings-Deko Frank


Designer Guido Maria Kretschmer mit seiner Lieblings-Deko Frank
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Bild: dpa

Obwohl, Kretschmers Mann Frank steht ja meistens: „Der macht einfach so wahnsinnig Sinn in der Einrichtung“, lobt Kretschmer. „Ich kann ihn so schön platzieren. Er ist meine lebendige Deko.“ Hoffen wir für Frank, dass er bei einer großen Umdekorationsaktion nicht irgendwann mal im Keller landet. Jedenfalls verstehen wir jetzt, warum sich manch tolle Frau so einen merkwürdigen Partner zugelegt hat: Er kann zwar keinen geraden Satz sprechen, passt aber ganz wunderbar zur Anrichte.

Jeder machte sich frei

Was Dunja Rajter an ihrem Mann mag, erzählt sie dem Neuen Blatt: „Er überrascht mich täglich und immer – einfach jede Minute.“ Schön für sie, doch will man wirklich permanent von seinem Mann überrascht werden? Jede Minute ein Blumenstrauß, ein selbstverfasstes Gedicht, eine Mariachi-Combo unterm Fenster, das Geständnis, ein uneheliches Kind zu haben?

Eine Überraschung, die man ganz gewiss nicht möchte: eine Postkarte des Mannes aus einer Fruchtbarkeitshöhle, die er mit einer Kollegin besucht hat. Das Schauspielerpaar Johanna Klante und Daniel Morgenroth berichtet in Bunte, wie sie einst in Australien trotz jeweiliger Verpartnerung zusammenkamen, denn, so Klante, „da war diese totale Anziehungskraft zwischen uns“. Morgenroth ergänzt: „Als wir in der Fruchtbarkeitshöhle des Ayers Rock waren, da wusste ich, ich muss mich den höheren Mächten fügen.“ Wie es weiterging, schildert Bunte: „Jeder beendete seine Beziehung und machte sich frei für den anderen.“ Heißt, sie haben sich sofort ihrer Klamotten entledigt? Anscheinend war auch die Ausziehungskraft beträchtlich.

Springende Funken

Peter Heinrich Brix erzählt derweil dem Echo der Frau, wie es auch ihn in die Schauspielerlaufbahn verschlug: „Ich bin auf dem Land aufgewachsen und gelernter Landwirt. Doch dann übernahm ich auf einem Feuerwehrfest in einem Theaterstück die Hauptrolle, und der Funke ist übergesprungen.“ Wie gut, dass die Feuerwehr vor Ort war, das hätte böse ausgehen können.

Manchmal hilft aber nicht ein Feuerwehrauto, sondern eine Kutsche. Das jedenfalls behauptet Die Aktuelle, die berichtet, dass nur noch 47 Prozent der Niederländer der Monarchie vertrauen, nachdem das Königspaar sich während des Lockdowns einen Luxusurlaub gegönnt habe. Nun aber werde eine „goldene Charme-Offensive“ gestartet: „Rechtzeitig zu Máximas 50. Geburtstag am 17. Mai ist die weltberühmte Goldene Kutsche nach fünf Jahren der Restaurierung wieder fahrtüchtig.“

Wenn sich ein verstimmtes Volk durch so was tatsächlich versöhnen lässt, dann sollten Merkel, Spahn und Laschet demnächst vielleicht mit einer goldenen Kutsche durchs Land fahren. Irgendein gewiefter Unionsabgeordneter wird so ein Ding schon kostengünstig auftreiben können.

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