Über ein Fünftel der Lehrkräfte an deutschen Grundschulen ist älter als 55 Jahre – und steht damit kurz vor dem Ausscheiden aus dem Schuldienst. Gleichzeitig mangelt es in vielen Bundesländern an jungem Lehrpersonal.
Im Schuljahr 2024/25 wurden die insgesamt 3,16 Millionen Kinder an deutschen Grundschulen von etwa 230.000 hauptberuflich beschäftigten Lehrkräften unterrichtet. In zahlreichen Regionen Deutschlands besteht jedoch bereits seit Jahren ein struktureller Lehrkräftemangel, der oft Unterrichtsausfälle zur Folge hat. Ländlich-periphere Regionen und städtische „Brennpunktschulen“ stellen dabei besondere Herausforderungen dar. Und in Anbetracht des großen Anteils an älteren Lehrkräften in vielen Bundesländern, könnte sich die Situation bald weiter verschärfen.
Die Karte des Leibniz-Instituts für Länderkunde zeigt die Altersverteilung der Grundschullehrkräfte nach Bundesländern. Demnach ist in den östlichen Ländern inzwischen jede dritte Lehrkraft an Grundschulen über 55 Jahre alt. Folglich ist dort aufgrund des bevorstehenden Ausscheidens aus dem Schuldienst in den nächsten Jahren mit einem deutlich höheren Bedarf an neuem Lehrpersonal zu rechnen. Sollte dieser nicht gedeckt werden können, wäre in den Ländern mit einer weiteren Ausweitung des Lehrkräftemangels zu rechnen. In den übrigen Ländern ist die Sachlage aufgrund der geringeren Überalterung weniger akut.
Die Daten des statistischen Bundesamts zeigen zudem, dass etwas mehr als die Hälfte der Lehrkräfte an Grundschulen in Teilzeit arbeiten – was deutlich mehr ist als die allgemeine Teilzeitquote über alle Wirtschaftsbereiche von circa 30 Prozent. Zwischen den Ländern gibt es allerdings deutliche Unterschiede: Während in Thüringen nur rund 22 Prozent des Lehrpersonals in Teilzeit arbeiten, sind es in Hamburg und Bremen über 60 Prozent.
Die ganze Karte noch einmal als PDF-Datei (1,8 MB) gibt es hier.
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