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Die Attacken von Präsident Donald Trump und seinen Gefolgsleuten gegen den Chef der Federal Reserve, Jerome Powell, und dessen Geldpolitik brechen aus dem klassischen Muster heraus, weil sie öffentlich sind. Sie gleichen aber Bestrebungen seiner Amtsvorgänger, durch Druck eine genehme Geldpolitik durchzusetzen.
Präsident Richard Nixon traf sich mit dem damaligen Fed-Chef Arthur Burns rund 150 Mal zu Sitzungen, die nicht selten eine Stunde und länger dauerten. Die Öffentlichkeit bekam davon erst später Wind, als nach den Ursachen für die schwere Inflation der siebziger Jahre geforscht wurde. Als eine Ursache wurde die zu lockere Geldpolitik identifiziert.
Präsident Lyndon B. Johnson ging nach Angaben von Zeitzeugen 1965 dem damaligen Fed-Chef sogar an die Gurgel, um niedrigere Zinsen durchzusetzen. Der wackere damalige Fed-Chef William McChesney Martin blieb stur, wurde aber zwei Jahre später von Johnson ausgetrickst. Der Präsident weihte ihn in seinen Plan ein, Steuern zu erhöhen, und forderte ihn auf, die dämpfenden Effekte durch Zinssenkungen zu neutralisieren. Martin senkte die Zinsen, Johnson erhöhte aber die Steuern nicht. Diese Kombination verschärfte die inflationäre Entwicklung.
Inflationsschub in der Pipeline
Mit anderen Worten: Es gibt subtilere Methoden, die Federal Reserve zu manipulieren, als ihre Führer auf sozialen Medien öffentlich anzupöbeln. Deshalb darf man daran zweifeln, dass Trumps transparente Attacken dem einzigen Ziel dienen, die Federal Reserve zum Einlenken zu bringen. Trumps durchaus kompetente Berater ahnen ja selbst, dass zu große Leitzinssenkungen eine Inflation befeuern könnten, die auf Trump zurückzufallen drohte.
Jüngste Erzeugerpreis-Daten lassen ahnen, dass ein Inflationsschub in der Pipeline steckt. Trumps Attacken lassen sich als Form des politischen „Hedging“ deuten. Die Handels- und Immigrationspolitik beflügelt stagflationäre Tendenzen. Stagflation herrscht, wenn die Wirtschaft stagniert und die Inflation nach oben schnellt. Das ist ein Horrorszenario für Trump. Dafür braucht er einen Schuldigen. Wer wäre besser geeignet als die Federal Reserve?
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