Für Symrise gerät der Dax in Riechweite

Diese Aussage von Heinz Jürgen Bertram, dem Vorstandschef des Duft- und Aromenherstellers Symrise, werden die Aktionäre bei der Vorstellung der Bilanz für das Corona-Jahr 2020 gerne vernommen haben: „Wir wollen zurück zur ursprünglichen Wachstumsdynamik in 2021.“ Denn das vergangene Jahr verlief – gerade im vierten Quartal – sehr unrund. Symrise hatte 2020 nicht nur mit den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen, sondern zum Jahresende auch mit einem Cyber-Angriff. Dieser verhinderte, dass der Duft- und Geschmacksstoff-Hersteller seine Wachstumsziele erreichen konnte. Das Unternehmen musste deshalb Mitte Dezember große Teile der Produktion vorübergehend einstellen und verfehlte sein geplantes Wachstumsziel.

Allerdings blieb die Profitabilität des M-Dax-Konzerns auf hohem Niveau, so dass das Jahr angesichts der schwierigen Marktbedingungen als Erfolg verbucht werden kann. Für die Zukunft rechnet sich Symrise noch viel mehr aus. Langjährige Aktionäre können das bestätigen – der Blick ins Depot macht weiterhin Spaß. Wer vor zehn Jahren schon das Potential des Unternehmens in der Welt der Aromen und Duftstoffe erkannt hatte, hat seine Aktienrendite vervielfacht. Aus 10.000 Euro wurden bis heute mehr als 48.000 Euro.

Dass sich das Potenzial von Symrise verringern könnte, erscheint unwahrscheinlich. Das Unternehmen mit seinen mehr als 10.000 Mitarbeitern an über 100 Standorten auf der ganzen Welt will laut Vorstandschef Bertram in diesem Jahr ein organisches Wachstum von fünf bis sieben Prozent anstreben und damit schneller wachsen als der weltweite Markt für Duftstoffe und Aromen, an dem Symrise eigenen Angaben zufolge einen Marktanteil von 10 Prozent hat.

Auch natürliche Rohstoffe

Der Markt selbst ist sehr spannend, die Nahrungsmittelbranche verändert sich. Menschen achten mehr auf gesunde und nachhaltige Ernährung. Zudem haben Trends wie Fleischersatzprodukte an Fahrt aufgenommen. Symrise beteiligt sich an den neuen Trends mit Lösungen für einen ausgewogenen Geschmack für Soßen, Suppen, Fertiggerichte und viele weitere kulinarische Produkte. Innerhalb des Segments Nutrition verwendet der Geschäftsbereich Diana ausschließlich Rohstoffe aus der Natur und fertigt daraus natürliche und nachhaltige Lebensmittel-Komponenten, während im Geschäftsbereich Scent & Care „sinnliche Dufterlebnisse“ für Verbraucher weltweit entwickelt werden.

Unser Autor Christoph Scherbaum ist Börsenfachmann und arbeitet als Finanzjournalist aus Ludwigsburg.


Unser Autor Christoph Scherbaum ist Börsenfachmann und arbeitet als Finanzjournalist aus Ludwigsburg.
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Bild: Christoph Scherbaum

Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich das Symrise-Management zuversichtlich. So seien die Lieferrückstände durch den Cyber-Angriff inzwischen weitgehend behoben und die IT-Systeme wieder vollständig hergestellt. Zudem dürfte die weltweite Konjunktur nach der Corona-Delle anziehen. Die operative Marge gemessen am Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) wird trotz leicht steigender Rohstoffpreise mit rund 21 Prozent erwartet.

2020 hatte Symrise seinen Umsatz unter Berücksichtigung von Portfolio- und Wechselkurseffekten um 3,3 Prozent auf 3,52 Milliarden Euro gesteigert. Organisch stieg der Umsatz um 2,7 Prozent. Das Marktwachstum lag lediglich bei 1,0 Prozent.

Mittelfristig soll es ähnlich positiv weitergehen. Bis Ende 2025 sollen die Umsätze laut Prognose jährlich im Schnitt um 5 bis 7 Prozent zulegen. Dies soll gelingen, weil Symrise das Geschäftsmodell entlang zentraler globaler Megatrends ausgerichtet hat, darunter eine steigende Weltbevölkerung, wirtschaftlicher Fortschritt in Schwellenländern sowie den Trend hin zu gesünderer Ernährung und natürlichen Inhaltsstoffen.

Angesichts der positiven Aussichten könnte Symrise den Aufstieg in die erste deutsche Börsenliga vollziehen. Dazu braucht es eine gute Bilanz und eine solide Kursentwicklung. Wenn der deutsche Leitindex ab September 2021 auf 40 Indexmitglieder umgestellt wird, dürfte Symrise mit von der Partie sein.

Solide Analysten-Einschätzungen

Seitens der Analysehäuser gibt es zuhauf positive Einschätzungen. Die Deutsche Bank hat die Einstufung für Symrise nach Quartalszahlen auf „Buy” mit einem Kursziel von 124 Euro belassen. Der Ausblick des Aromen- und Duftstoffherstellers auf 2021 sei zuversichtlich, hieß es.

Auch die Analysten der UBS raten zum Kauf der Aktie und sehen ein Kursziel von 118 Euro. Beide Kursziele sind im Bereich des bisherigen Allzeithochs und sind gewiss nicht unrealistisch. Der Blick auf den Chart zeigt dies auch.


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Zur Detailansicht

Nachdem die Symrise-Aktie im März 2020 kurzfristig auf 71 Euro zurückgeschlagen wurde, legten die Notierungen wieder den Vorwärtsgang ein und kletterten bis zum Oktober vergangenen Jahres auf ein neues Rekordhoch bei 121 Euro. Es folgten bis zum Februar 2021 eine scharfe Korrektur auf 96 Euro und eine Erholungsbewegung im März, im Zuge der die Rückeroberung der runden 100-Euro-Marke gelang. Die jüngsten Kurszuwächse könnten nun den Startschuss für die nächste Kurs-Rallye gegeben haben, womit wieder das Allzeithoch vom vergangenen Oktober bei 121 Euro in den Fokus rücken würde.

Verlässlicher Dividendenzahler

Die Chancen für neue Rekordstände sind gut, denn bereits seit 2009 notiert Symrise im übergeordneten Aufwärtstrend und für die Aktie errechnet sich seitdem ein beeindruckender Kursgewinn von durchschnittlichen 18 Prozent pro Jahr.

Hinzu kommt ein Fakt, der in Zeiten von Corona alles andere als selbstverständlich ist: Symrise zahlt nicht nur eine Dividende für das vergangene Geschäftsjahr, Aktionäre dürfen sich sogar über eine Erhöhung freuen. Die Ausschüttung soll von 0,95 Euro je Aktie im Vorjahr auf 0,97 Euro erhöht werden. Es wäre dann die elfte Dividendenerhöhung in Folge.

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