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#Furiose Eintracht lässt Leipzig keine Chance

„Furiose Eintracht lässt Leipzig keine Chance“

In vier Tagen beginnt für die Eintracht eine neue Zeitrechnung. Erstmals in ihrer Historie darf der Klub an der Champions League teilnehmen. Zum Start wartet ein Heimspiel gegen den portugiesischen Konkurrenten Sporting Lissabon, das nach allgemeinem Dafürhalten gewonnen werden sollte, um nicht früh auf der großen Bühne zusätzlich unter Zugzwang zu geraten.

Die Gelegenheit, sich für die mit Spannung erwartete Partie mit einem Erfolg weiteres Selbstvertrauen zu verschaffen, hat das Fußballteam von Oliver Glasner eindrucksvoll genutzt. Am Samstag, im offiziellen Highlight-Match des fünften Bundesliga-Spieltags, setzten sich die Frankfurter im eigenen Stadion gegen RB Leipzig 4:0 durch.

„Das Spiel ist hochverdient verloren gegangen“, sagte RB-Trainer Domenico Tedesco bei Sky. „Wir haben komplett die Basics vermissen lassen, wir waren in der ersten Halbzeit überhaupt nicht auf dem Platz. (…) Wir waren grottenschlecht, wirklich, Katastrophe.“ Das sei „viel zu wenig“ für die Ansprüche von RB Leipzig.

Eintracht ohne Pellegrini

Es war der erste Heimsieg in der noch jungen Saison und zugleich der erste seit nahezu einem halben Jahr für das Team, das nach der Sommerpause nur mittemäßig aus den Startlöchern gekommen war. Aber es geht aufwärts beim Europa-League-Sieger: Mit nunmehr acht Punkten rückte er ins Tabellenmittelfeld vor.

Die Eintracht machte schnell deutlich, dass sie mit Macht darauf drängen würde, ihre gute Bilanz gegen die Sachsen zu verlängern; seit ihrem Aufstieg in die erste Klasse 2016 gewannen die Roten Bullen noch nie in Frankfurt. Christopher Lenz ersetzte als Linksverteidiger in der Viererkette den italienischen Zugang Luca Pellegrini, der kurzfristig aufgrund „muskulärer Probleme“, wie es die Frankfurter kommunizierten, ausfiel. Bei Leipzig kehrte der von einer Hüftverletzung genesene Peter Gulacsi zwischen die Pfosten zurück. Und der Ungar stand mächtig unter Beschuss.

Kamada im dritten Versuch erfolgreich

Die Eintracht zog, angetrieben im Mittelfeld von Djibril Sow, Sebastian Rode und Mario Götze ein laufintensives Kombinationsspiel auf, worauf die Defensive des Gegners nur unzureichend reagierte. Zunächst fehlte Kamada, der ein Zuspiel von Götze mit dem ersten Kontakt so geschickt aufnahm, dass er sich aller Bewacher entledigte, nur Zentimeter beim Abschluss (3. Minute); danach stand er knapp im Abseits, wie der Video-Assistent ermittelte, sonst hätte sein Treffer gezählt (10.).

Doch im dritten Versuch durfte der Japaner – und mit ihm die Mehrheit der 49.700 Besucher in der Arena – schließlich jubeln: Per Kopf verlängerte Kamada eine Kombination, die Götze eingeleitet hatte und von Kolo Muani durch einen geschickte Querablage im Strafraum verfeinert wurde zum 1:0 über die Linie. Gulacsi war bei der Aktion, bei der seine Vorderleute durch fahrlässige Zurückhaltung ein ausgesprochen ungenügendes Bild abgaben, chancenlos (16.).

Rode muss runter

Und es kam für die Hessen, die sich durch ein aggressives Pressing Feldvorteile verschafften, alsbald noch besser. Ein Drehschuss von Rode aus 14 Metern wurde von Willi Orban so abgefälscht, dass Gulacsi auf dem falschen Fuß stand und lediglich tatenlos zusehen konnte, wie die Frankfurter auf 2:0 erhöhten (22.). Danach war für den Eintracht-Kapitän – wieder einmal – vorzeitig Schluss; Rode signalisierte Beschwerden, und Glasner brachte für ihn erstmals den von Paris Saint-Germain abgeworbenen Junior Ebimbe. Der Franzose fügte sich ohne Umschweife und durch energisches Einsteigen in den Zweikämpfen ein, bei denen er zumeist den Fokus darauf legte, nach vorne zu verteidigen.

Auch Leipzigs Coach Domenico Tedesco musste entgegen den Planungen früh reagieren: Daniel Olmo hatte sich beim Kampf um die Kugel mit Sow verletzt und humpelte nach wiederholter Behandlung angeschlagen in die Kabine; ihn ersetzte Emil Forsberg.

Doch auch der Schwede konnte von der 16. Minute an nichts Nennenswertes beisteuern, um Timo Werner und Christopher Nkunku besser in Szene zu setzen. Das schnelle Angreifer-Duo kam selten an Tuta und Evan Ndicka vorbei – und falls doch, waren Christopher Lenz und Kristijan Jakic zur Stelle.

Trapp pariert gegen Raum

Beim Gang in die Halbzeitpause erhielt die Eintracht für die beste erste Hälfte seit dem Viertelfinal-Triumph in der Europa League an Gründonnerstag in Barcelona donnernden Szenenapplaus.

Mit Dominik Szoboszlai für Kevin Kampl wollte Tedesco im zweiten Abschnitt den Offensivgeist seiner Elf beleben. Das sollte, wie sich herausstellte, aber nicht funktionieren. Eine Möglichkeit, die Ausgangslage zu verbessern, hatte Nkunku auf dem Fuß, sein Versuch nach einem Eckball strich aber über Trapp und die Latte hinweg (50.). Der Frankfurter Schlussmann wehrte anschließend gegen David Raum, der es aus spitzem Winkel probierte, reaktionsschnell ab (52.).

Weil Schiedsrichter Felix Brych durchweg eine wenig souveräne Vorstellung ablieferte und seine Pfiffe von allen Beteiligten immer wieder zum Anlass genommen wurden, gestenreich zu protestieren, kam mit zunehmender Dauer Hektik auf, die der Ansehnlichkeit der Begegnung nicht zuträglich war.

Über diesen Schönheitsfehler konnte die Eintracht aber letztlich großzügig hinwegsehen, denn in der 67. Minute gab sie eine weitere Kostprobe ihrer durch Götze hinzugewonnen Klasse ab, die sich (wie vorige Woche beim 4:3 in Bremen) als wegweisend erwies: Seinen strammen Schuss nach einem Eckball konnte Gulacsi nur nach vorne vor die Füße von Tuta abklatschen lassen, der bereits die Arme vor Freude in die Luft riss, ehe sein Abstauber im Netz landete.

Damit war der Leipziger Widerstand ein für alle Mal gebrochen. Rafael Borré rundete per Strafstoß, nachdem Amadou Haidara zu allem Leipziger Überfluss Ansgar Knauff umgetreten hatte, das Leipziger Debakel mit dem 4:0 ab (83.), und der Anhang feierte die Eintracht schon vor dem Abpfiff mit Sprechchören, die von besonderen Qualitäten ihrer Lieblinge kündeten – und schon länger nicht mehr so angebracht klangen wie an diesem Frankfurter Spätsommerabend.

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