Auf der Erde leben zahlreiche extraterrestrisch anmutende Wesen wie Turritopsis nutricula. Aber kann man allein deswegen davon ausgehen, dass Außerirdische ihnen ähneln würden?
Bild: Getty
Auf der Suche nach Ähnlichkeiten im belebten Kosmos: Arik Kershenbaum fragt aus Sicht der Biologie, wie außerirdisches Leben aussehen könnte.
Gibt es fremdes Leben im All? Und wenn ja, wie würde solches Leben aussehen? Würde es ähnlich wahrnehmen und denken wie wir, oder wäre seine Existenz so fremdartig, dass jedes wechselseitige Verstehen scheitern müsste? Das philosophisch Faszinierende an der Frage nach Außerirdischen ist, dass sie geeignet ist, uns an die Grenzen unserer eigenen Erkenntnis zu bringen. Denn wer potentielle Gemeinsamkeiten mit gänzlich Fremdem ausloten will, muss darüber reflektieren, welche Elemente unserer Welterkenntnis spezifisch menschlich sein könnten.
Nicht nur das: Ein Blick in die Geschichte unserer Wissenschaften gibt uns einen Eindruck, wie verschiedenartig schon wir Menschen im Laufe der Jahrtausende auf uns selbst und auf unsere Umwelt geblickt haben, wie sehr also unser menschliches In-der-Welt-Sein historisch und kulturell variierte. Können wir vor diesem Hintergrund davon ausgehen, dass auch Aliens unsere heutige Physik teilen würden – oder würden sie eher einer Art aristotelischen Elementenlehre anhängen? Können wir erwarten, dass sie Differentialgleichungen lösen und den Modus ponens beherrschten? Dass sie, wie wir, linear in der Zeit existieren und diese als inneren Ordnungsparameter für Reflexionen und Erinnerungen nutzen? Würden sie eine Sprache sprechen, die in unsere Sprachen übersetzbar wäre?
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