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„Hessen vorn je Corona-Impfungen pro Kopf “
In Hessen gehen die Corona-Impfungen stoßweise voran. Bis Dienstag Morgen haben 37.795 Menschen die erste Dosis erhalten, wie das Robert-Koch-Institut meldet. Diese Zahlen gelten für die Tage seit Beginn der Impfkampagne. Zum Dienstag kamen demnach 4390 Geimpfte hinzu. Die Daten könnten allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegelten nicht die Menge der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider, erläuterte das RKI. Gleichwohl haben bisher nur in Bayern und Nordrhein-Westfalen mehr Menschen eine Spritze gegen Corona erhalten als in Hessen. Bayern kommt bisher auf 77.876, Nordrhein-Westfalen auf fast 62.700. Für Rheinland-Pfalz stehen insgesamt knapp 9900 Impfungen zu Buche.

Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
Auf die jeweilige Bevölkerungsstärke umgerechnet, liegt Hessen knapp vorn. Bisher sind 0,6 Prozent der Hessinnen und Hessen geimpft, Bayern kommt auf eine minimal geringere Quote, Nordrhein-Westfalen auf 0,3, ebenso Baden-Württemberg. Gut 0,2 Prozent der Rheinland-Pfälzer haben eine Spritze bekommen.
Neue Fälle unter Vorbehalt
Derweil gilt: Corona-Zahlen ändern sich auf vergleichsweise niedrigem Niveau von Tag zu Tag. Eines aber ist seit mehreren Tagen unverändert: Wer die Internetseite des Robert-Koch-Instituts aufruft, um etwa nach den Covid-19-Daten für Hessen suchen, stößt zunächst auf ein Pop-up. Darin erläutert das für die Seuchenbekämpfung federführende Bundesinstitut, bei der Interpretation der Fallzahlen sei zu beachten, dass zwischen den Jahren meist weniger Personen einen Arzt aufsuchten. In der Folge würden weniger Proben genommen als vor Weihnachten und weniger im Labor ausgewertet. So gingen den jeweils zuständigen Gesundheitsämter weniger Erregernachweise zu. „Zum anderen kann es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln.“
Mit anderen Worten: Die Zahlen der verzeichneten neuen positiven Corona-Tests steht nach wie vor unter Vorbehalt. Das RKI hat über Nacht 641 zusätzliche Corona-Fälle registriert. Vor einer Woche waren es 400 gewesen, aber da galten auch schon der eingangs erwähnten Einschränkungen. Davon naturgemäß nicht betroffen sind die Daten zu den Todesfällen in Verbindung mit der Pandemie: Sie hängen nicht an den Tests um die Feiertage und zwischen den Jahren. 104 weitere Menschen, die an oder mit Covid-19 verstorben sind, haben die hessischen Behörden seit Montag gemeldet, 33 mehr als vor Wochenfrist.
Gut 120.000 Fälle seit Anfang Oktober
Das ist der dritthöchste Wert bisher. Der Tageshöchststand beträgt 134 und war an Silvester berichtet worden. Auch bei der Bewertung dieser Zahl gilt natürlich ein gewisser Vorbehalt wegen möglichen Meldeverzugs.
Dagegen liegen die neuen Fälle weit unter dem höchsten Tageswert von 3224. Alles in allem haben die hessischen Gesundheitsämter dem RKI seit Beginn der Pandemie im März 141.012 positive Tests gemeldet und 3095 Covid-Tote. Bis 1. Oktober waren nur gut 19.000 Fälle und 551 Todesfälle bekannt gewesen. Dies zeigt die Dynamik des Infektionsgeschehens und der damit verbundenen tragischen Verläufe seit Herbst.
Gleichwohl haben mehrere Landkreise die nächtlichen Ausgangssperren wieder aufgehoben. Dies geschah trotz des Vorbehalts wegen Meldeverzugs und weniger Tests im Lichte der gesunkenen Inzidenz, das sind die binnen Wochenfrist gemeldeten neuen Fälle unter 100.000 Einwohnern, wie es jeweils hieß. Für Hessen steht eine Inzidenz von gut 133 zu Buche. Auf der schwarzen Stufe, die unter gewissen Bedingungen die Ausgangssperren und ganztägige nächtliche Alkoholverbote bedingt, liegen nur noch die mittelhessischen Landkreise Gießen und Limburg-Weilburg mit einem Kennwert von jeweils rund 260. Die Stadt Darmstadt sowie Wiesbaden, der Lahn-Dill-Kreis, der Hochtaunus und der Main-Taunus liegen jeweils unter 100; Gleiches gilt für Mainz. Frankfurt kommt auf 116, Offenbach, lange Zeit ein Hotspot, auf 151.
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