#„Ich bin betrogen worden“

„Ich bin betrogen worden“



„Olympia ist das Einzige, was mich antreibt“: Jürgen Spieß 2016 bei den Spielen in Rio de Janeiro

Bild: Picture-Alliance

Gewichtheber Jürgen Spieß spricht im Interview über sein Doppelleben als Sportler und Funktionär, den Kampf um seinen in der Existenz bedrohten Sport und seine anhaltende Wut auf den Weltverband.

Sie starten an diesem Freitag bei der Europameisterschaft in Moskau in der Klasse bis 96 Kilogramm. Was müssen Sie erreichen, um sich für Ihre vierten Olympischen Spiele zu qualifizieren?

Evi Simeoni

Da gibt es im Moment ganz dicke Fragezeichen. Wir haben wieder einmal eine neue Situation, weil es Länder gibt, die wegen der Pandemie nicht an Wettkämpfen teilnehmen können. Darum hat unser Weltverband beim IOC (Internationales Olympisches Komitee, d. Red.) Änderungen eingereicht, über die wir aber nicht Bescheid wissen. Das heißt, jeder kämpft hier um persönliche Punkte, am Ende müssen wir abwarten, was passiert. Klar, die Medaillenkandidaten sind alle durch. Aber für Leute wie mich, die hoffen, noch auf den Zug aufspringen zu können, ist alles in der Schwebe. Ich schaue also nicht auf die Plazierung, sondern ich muss einfach so viel heben wie möglich und schauen, dass ich möglichst viele Leute, die mir gefährlich werden können, übertreffe. Und dann warten, ob meine Leistung am Ende mit dem System konform ist. Das ist aus sportlicher Sicht eine ganz doofe Situation.

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