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#Insel ohne W-Lan

Insel ohne W-Lan

Zehn Menschen kommen auf einer einsamen Insel an, keiner weiß so recht, warum – und dann stirbt einer nach dem anderen. „Und dann gabs keines mehr“, der sechsundzwanzigste Krimi von Agatha Christie aus dem Jahr 1939, ist einer ihrer düstersten. Es gibt keinen ulkigen Detektiv und keine resolute Ermittlerin, es gibt nur diese Menschen, das Meer, das sie vom Festland abschneidet, und sehr viele Geheimnisse. Das Buch sollte Christies meistverkauftes werden, es gibt bereits zahlreiche Adaptionen. Die letzte, weitgehend werkgetreu ausgefallene, produzierte die BBC 2015. Jetzt hat der französische Streamingdienst Salto den Stoff übernommen und von den Drehbuchautoren Bruno Dega und Jeanne Le Guillou einmal ordentlich umrühren lassen.

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„They Were Ten“ spielt nicht auf einer britischen Insel vor Devon, sondern in der Karibik, und das Ganze ist bedeutend weniger schick: Die Figuren kommen in einem heruntergekommenen Hotel vor der Küste von Französisch-Guayana zusammen. Auch ihre Berufe sind andere als in der Romanvorlage: Der Arzt ist jetzt eine Ärztin, dafür gibt es einen Esoterik-Guru statt eines Lebemanns und ein It-Girl. Das hat den Vorteil, dass auch Leser der Romanvorlage nicht sofort die Lösung kennen. Die Figuren werden misstrauisch, als das W-Lan im Hotel ausfällt – das ergibt eine wirklich sehr heutige Szene, in der sich alle empört um den Pool versammeln. Sie suchen nach der Ursache und finden den Router zerstört vor. Nach kurzer Zeit verschwindet das Essen aus der Speisekammer und mit ihm die Wasservorräte. Das Ganze wirkt wie eine Mischung aus dem Original und der Serie „Survivor“ – und das scheint genau die Ästhetik zu sein, die Regisseur Pascal Laugier und Kamerafrau Virginie Saint-Martin erzielen wollten.

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In Rückblenden erfährt der Zuschauer, warum diese Menschen nach Ansicht des Mörders, der immer wieder anonyme Nachrichten schickt, den Tod verdient haben: Sie alle haben in der Vergangenheit jemanden unmittelbar oder mittelbar umgebracht und wurden nie dafür verurteilt. Außerdem sehen wir zwei Polizisten vom Festland, die die verschwundene Nina (Matilda Lutz) suchen und schließlich herausfinden, wohin es sie verschlagen hat. Die meisten Szenen ihrer Ermittlungsarbeit sind überflüssig, man will weiter die Insel sehen, wo die Figuren mehr und mehr durchdrehen, sich gegenseitig verdächtigen und angreifen. Die Anziehung, die Nina und Malik (Nassim Lyes) füreinander empfinden, hat da kaum eine Chance.

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Der Mörder muss nicht mal alle selbst um die Ecke bringen, das erledigt die Mischung aus Misstrauen und Schuldgefühlen für ihn. Hier wird sehr gut herausgearbeitet, was die Figuren verbindet: Keiner von ihnen ist ein brutaler, gewissenloser Mörder. Die meisten wollten sich selbst oder andere vor Schwierigkeiten bewahren und haben dafür andere geopfert. Zwei mordeten aus Eifersucht, einer aus Rachsucht, eine für Geld.

Die sechsteilige Serie, die ZDFneo in einer Nacht am Stück sendet, wandelt recht sicher auf dem Grat zwischen Thriller und atmosphärischem Krimi. Der wichtigste Darsteller ist die Insel selbst mit ihrem Strand, der dichten Vegetation, der Hitze. Man meint die feuchtwarme Erde riechen zu können. Dieser Schauplatz, an dem die Natur gleichzeitig idyllisch und erbarmungslos ist, erweist sich als echte Bereicherung für den Stoff. Der größte Wermutstropfen hingegen ist die deutsche Synchronisation. Übersetzungen aus dem Französischen wirken rasch gestelzt. Wenn das nicht in eine richtige Alltagssprache überführt wird, reden eben alle Figuren, als wären sie Professoren der Germanistik.

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They Were Ten läuft in der Nacht von Samstag auf Sonntag ab Mitternacht auf ZDFneo. Am Sonntag von zehn Uhr an sind alle Folgen in der Mediathek.

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