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#Karnivore Pflanzen begeistern nicht nur Kinder

„Karnivore Pflanzen begeistern nicht nur Kinder“

Den ersten Regentag seit Mitte Mai habe ich mit den Kindern im Baumarkt verbracht. Na ja, ehrlich gesagt, waren es nur zwei Stunden. Aber das Ergebnis unseres Besuchs hat die Kleinen den ganzen Tag beschäftigt – und lässt sie bis heute nicht los. Der Kauf war, wie so häufig, nicht beabsichtigt, aber zeigt sich äußerst nützlich, um notorisch aufkommende Langeweile zu tilgen. Alle paar Stunden schauen sie nun nach, ob die neuen Pflanzen endlich eine dieser fiesen Stechmücken gefangen haben. Oder wenigstens eine lästige Wespe? Bislang leider ohne einen Erfolg melden zu können.

Andreas Frey

Freier Autor in der Wissenschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Ja, wir haben Carnivoren gekauft: eine Venusfliegenfalle und ein Trompetenblatt. Zwei fleischfressende Pflanzen, um aufdringliche Insekten nicht an der Klatsche enden zu lassen, sondern wenigstens einem guten Zweck zuzuführen. So jedenfalls habe ich es als Freund der Insekten meinen Kindern erklärt, um vor ihnen nicht als Sadist dazustehen, wenn die Kerbtiere ihren Todeskampf mit den Pflanzen führen. Jetzt klinge ich schon wie einer dieser Waldorfväter. Furchtbar.

Ein Wunder der Evolution

Zugegebenermaßen finde ich den Vorgang ja faszinierend. Auf Videos haben wir uns angesehen, wie Stechmücken oder Stinkwanzen auf einem Fangblatt landen und wie schnell dieses zuschnappt. Was dann mit den Insekten passiert, lässt sich schwer beobachten, aber beim Trompetenblatt, das auch als Schlauchpflanze bekannt ist, aus der Familie der Sarraceniaceae, lässt immerhin der Ton erahnen, was am unteren Ende des Blatttrichters passiert. Das monotone Brummen der Fliegen wird zunächst höher und lauter, bevor es mit einem dumpfen Brummen verstummt. Etwa so: Bssiiiiiiii – sium.

Dass es fleischfressende Pflanzen gibt, ist ein Wunder der Evolution. Charles Darwin widmete sich 1876 den carnivoren Pflanzen und sah in ihnen einen Beweis für seine Evolutionstheorie. Es sind hoch spezialisierte Arten, die auf sehr nährstoffarmen Böden, Sümpfen und Mooren eine neue Nährstoffquelle erschlossen haben, indem sie Kleinstlebewesen anlocken, fangen und, nun ja, fressen. Stickstoff, Phosphat und Kalium nehmen sie über diesen Weg auf. Mehr als tausend carnivore Arten sind bekannt, etwas mehr als ein Dutzend sind in Deutschland heimisch. Venusfliegenfalle und das Trompetenblatt gedeihen in den Sumpflandschaften im Südosten der USA, ihr Bestand ist dort allerdings gefährdet.

Vier Tage sind vergangen, doch unsere beiden Carnivoren haben noch nichts gefangen, zumindest haben die Kinder nichts beobachtet. Bis heute Morgen. Da landete eine Wespe im Getränk der Kleinsten. Mit dem Löffel habe ich die Wespe aufgenommen und auf das Fangblatt gesetzt. Unsere Venusfliegenfalle wollte trotzdem nicht zuschnappen.

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