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#Karriere-Katapult ins Model-Glück

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Karriere-Katapult ins Model-Glück

Herzlich Willkommen im Pro-Seminar „Diversity“ mit LGBTQ-Dozentin Heidi Klum. Die nebenberuflich als Model und TV-Moderatorin arbeitende Woke-Beauftragte von ProSieben ist nach 17 Jahren GNTM mit allen Duftwassern gewaschen. So teasert sie die vierte Woche der beliebten Foto-Bingo-Doku mit einem Cold Opener an, der selbst Drama-Kostverächtern das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt: Ein Mädchen wird freiwillig gehen, ein Mädchen heult bitterlich und am Ende wird trotzdem noch eine zweite Kandidatin rausgeworfen. Da katapultiert sich die Vorfreude schlagartig in vollkommen neue Höhen. Noch höher werden eigentlich nur die Model-Studentinnen katapultiert. Die schleudert ein Kran aus einem Auto heraus 20 Meter in die Luft. Würde man diese Challenge rückwärts gucken, wäre sie noch filigraner: Ein chirurgisch präziser Bungee-Jump direkt auf den Beifahrersitz eines Cabrios.

Aber mal der Reihe nach. Auf einem Euphorie-Level irgendwo zwischen Oscar-Gewinn und Ecstasy-Überdosis stürmen die 24 verbliebenen Ritterinnen der Schwafelrunde das Set, als könne man mit exaltierter Vorfreude Weltfrieden erzwingen. Neben dem weithin sichtbaren Kran entdecken die Kandidatinnen geistesgegenwärtig schnell weitere Details: „Da ist auch ein wunderschöner Oldtimer“. Kurz denkt man: Ach, dann ist heute die Folge, in der Wolfgang Joop als Gastjuror fungiert? Aber Entwarnung an alle, die den zerknittert-gemütlichen Mode-Methusalem aus Potsdam nach seinem Schmuddel-Interview neulich im „Spiegel“ gerne erklären würden, was Cancel Culture bedeutet: Es handelt sich um einen echten Oldtimer. Immerhin sind wir ja auch das Mutterland des Autos und nicht das Mutterland des übergriffigen Herrenwitzes. Und das trotz Beingrapsch-Altmeister Thomas Gottschalk.

Modelkatapult auf ProSieben


Modelkatapult auf ProSieben
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Bild: ProSieben/Richard Hübner

Nach der ersten Nahtod-Panik im Angesicht eines furchteinflößenden Schleuder-Krans fängt sich nach einer kurzen Risiko-Bewertung Staffel-Realo Noëlla am schnellsten und beruhigt ihre plötzlich kollektiv an Höhenangst laborierenden Competition-Kolleginnen: „Was soll schief gehen? Die wollen ja nicht, dass ich im Fernsehen sterbe“. Womit sie absolut richtig liegt. Sterben müssen im deutschen Fernsehen nach wie vor in erster Linie die Gehirnzellen der Zuschauer.

Hoch auf dem roten Wagen

Der Reverse-Bungee-Jumping Freizeitpark kommt sogar, das lässt sich Challenge-Koryphäe Klum nicht nehmen, mit einem wie immer konfus abwegigen Rahmenprogramm: Die Kandidatinnen agieren als Stars eines Oldtimer-Kurzfilms, für den sie ihre Texte selbst schreiben, die Szene dann spielen und anschließend umgekehrt Bungee-Jumpen müssen. Nicht unbedingt ein Job, wie er im echten Model-Business zu erwarten wäre. Wenn man Mathematik auf Lehramt studiert, kommt der Professor ja auch nicht plötzlich in den Hörsaal und verkündet: „So, für die heutige Klausur müssen alle mal in 60 Sekunden aus einem Pfund Knete, drei Murmeln und einem Eimer Gülle einen Christstollen backen und sich dabei auf einem Bein hüpfend mit Leberwurst einreiben.“

Das traditionell mit einer Vielzahl von Beklemmungsanfällen einhergehende Action-Shooting mit Höhenkomponente wird dieses Jahr überraschend ohne Heulkrampf absolviert. Wehgeklagt wird erst am Abend, als Lenara mit ihrem Freund skypen darf. Kurz wehen leichte Honey-Vibes durch die griechische Nacht, als die von Heimweh geplagte Lenara schluchzt: „Ich vermisse dich so sehr, ich sterbe fast“ und ihr Lebensabschnittsgefährte antwortet: „Das tut mir leid.“ Ihr Auserwählter bewegt sich offensichtlich auf dem Empathie-Level eines Schuhkartons. Vermutlich einer dieser Kandidaten, die auf ein „Ich liebe Dich!“ mit „Danke“ antworten.

Auch Lenara scheint zu ahnen, dass hinsichtlich des Sehnsuchtsniveaus zwischen ihr und ihrem Boyfriend ein Ungleichgewicht herrscht. Ihren Entschluss, freiwillig den Wettbewerb zu verlassen, tarnt sie dann allerdings gekonnt als eine Flucht vor den Intrigen ihrer Konkurrentinnen: „Manche wollen hier mit allen Mitteln gewinnen. Das halte ich nicht mehr aus“. Umgehend ruft Heidi sie zum Deeptalk in den romantischen Sommergarten einer mykonesischen Gastwirtschaft. Doch Lenara bleibt stabil: „Die Gruppen-Dynamik ist nach unten gegangen, diese Energie zieht mich runter.“ Heidi, die sich am Vortag beim Kurzfilm-Dreh noch über Ausdrücke wie „Bitch“ echauffiert hatte, rutscht vor Schreck kurz selbst in die Gossensprache ab: „Jetzt willst du gehen, weil irgendjemand Scheiß-Sachen erzählt?“ Scheiß-Sachen, oder wie wir in der Modebranche sagen: Fashion Week Berlin. Heidi gelingt der Turn-Around nicht, Lenara geht. Model-Dompteurin Klum schafft es nur noch, aus ihr den Namen der „Scheiß-Sachen“-Erzählerin herauszupressen: Noëlla.

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