#Koch-Mehrin holte Ehemann zu Treffen mit Kubicki

„Koch-Mehrin holte Ehemann zu Treffen mit Kubicki“

Die frühere FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin hat in der Debatte über sexuelle Übergriffe in der Partei nähere Details über ein Treffen mit dem heute stellvertretenden FDP-Chef Wolfgang Kubicki genannt. In einem Interview mit dem WDR sprach die ehemalige Politikerin über ein Treffen mit Kubicki vor 20 Jahren. Zum Schutz habe sie damals ihren Mann gebeten, nach einer Stunde zu der Verabredung beim Kaffee dazuzustoßen, weil sie schon vermutet habe „da ist mehr im Spiel“.

Diese Vorsichtsmaßnahme habe sie als „sehr gewieft und sehr schlau“ angesehen, sagte Koch-Mehrin. Inzwischen empfinde sie es als absurd, dass im 20. Jahrhundert eine Frau darauf angewiesen sei, dass ein Mann sie schütze.

„Flirten? Immer!“

Koch-Mehrin erhob Belästigungsvorwürfe gegen Parteifreunde in einem am Donnerstag erschienenen Interview im „Stern“ und in einem neuen Buch. Kubicki hatte zuvor in der ARD-Sendung „Maischberger“ eingeräumt, mit Koch-Mehrin geflirtet zu haben, als er sie für den Posten der FDP-Generalsekretärin gewinnen wollte. Auf die Frage, ob er sich heute noch so verhalten würde, antwortete Kubicki: „Zu flirten? Immer!“

In ihrem Buch „Jetzt, wo ich schon mal nicht tot bin“ beschreibt Koch-Mehrin auch, wie ein Europaabgeordneter ihr in seinem Zimmer wortlos die Hand unter die Bluse geschoben habe. Sie selbst sei zu diesem Zeitpunkt noch Praktikantin gewesen. „Ich war wie erstarrt. Sagte dann irgendwann: ‚Was machen Sie denn da?‘ Er lachte dann verlegen und versuchte, die Sache herunterzuspielen“, berichtete Koch-Mehrin dem „Stern“. Den Namen des Mannes wolle sie auch heute nicht nennen: „Es geht mir nicht um eine persönliche Bloßstellung“, sondern um etwas Grundsätzliches. „Ich möchte erzählen, dass es mir passiert ist. So wie es vielen Frauen passiert.“

Koch-Mehrin hatte von 2004 bis 2014 für die FDP im Europaparlament gesessen. 2009 war sie Spitzenkandidatin ihrer Partei für die Europawahl. 2011 kamen Plagiatsvorwürfe gegen Koch-Mehrin auf; sie trat daraufhin als Vorsitzende der FDP-Delegation im Europaparlament und als Vizepräsidentin des Parlaments zurück. Tatsächlich entzog die Universität Heidelberg ihr den Titel. Eine Klage Koch-Mehrins dagegen blieb erfolglos.

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