#„Kommt, Leute! Los jetzt!“

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„„Kommt, Leute! Los jetzt!““

Zweiter Straßenkurs in Serie, zweite Pole-Position für Charles Leclerc: Der Monegasse im Ferrari legte beim Großen Preis von Aserbaidschan einmal mehr vor, WM-Spitzenreiter Max Verstappen musste sich beim achten Rennen der Saison hingegen mit Startplatz drei zufriedengeben. Denn dazwischen fuhr im Qualifying in Baku der Mann der Stunde in der Formel 1, Red-Bull-Zweitbesetzung Sergio Perez, der nur 0,282 Sekunden langsamer als Leclerc war.

Die beiden Top-Teams in Rot und Blau fuhren am Samstag einmal mehr in einer Liga für sich, mit mehr als einer Sekunde Abstand pro Runde auf das von Mercedes angeführte Verfolgerfeld. Sebastian Vettel belegte nach einer sehr ordentlichen Leistung mit dem Aston Martin den neunten Rang. Mick Schumacher hingegen blieb das Pech treu, er steht mit dem Haas-Ferrari auf dem letzten Platz.

Für Charles Leclerc war es ein starkes mentales Comeback, nachdem er beim Heimspiel nach einem Strategiechaos im Team von vorn auf Rang vier durchgereicht worden war und sich sein Rückstand in der WM auf Spitzenreiter Verstappen jetzt auf neun Zähler beläuft. Dementsprechend befreiend war der Aufschrei des Monegassen nach der Zieldurchfahrt: „Kommt, Leute! Los jetzt!“

Zum sechsten Mal steht sein Ferrari in diesem Jahr auf dem Platz an der Sonne, allerdings konnte er bislang nur zwei Siege daraus machen. In Baku beim Rennen am Sonntag (13.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1 und bei Sky) spricht die generelle Statistik gegen den Pole-Sitter: Nur beim ersten Rennen 2017 gab es einen Start-Ziel-Sieg. Insgesamt ist es die 15. Pole-Position in Leclercs Karriere; er hat damit Gegenspieler Verstappen übertrumpft.

Die sechs Kilometer von Baku gehören zu den unterhaltsamsten im Kalender, nicht nur, weil gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird. So eng die Kurven in der Altstadt sind, so lang sind die Geraden an der Promenade. 75 Prozent Vollgas, das ist Monte Carlo auf Speed – mit noch häufigeren Berührungen der Banden und Leitplanken, die ein Rennen komplett auf den Kopf stellen konnten. Es gibt keinen Favoriten, der hier über die Jahre noch nicht gestrauchelt ist. Verstappen beispielsweise hat es noch nie aufs Podium im Staate Alijew geschafft. Es ist alles angerichtet für ein schnelles Drama.

Mick Schumacher, der nach dem heftigen Unfall von Monte Carlo auf Wiedergutmachung aus sein muss, wurde einmal mehr vom Pech gebremst. Ein Leck in der Kühlerzuführung kostete ihn am Freitag eine wichtige Trainingsstunde, bis zur Qualifikation fand er nicht den richtigen Rhythmus auf der Strecke, und eine falsche Reifenstrategie kostete ihn den Sprung in die zweite Qualifikationsrunde. Dementsprechend genervt sagte er vor dem Sky-Mikrofon: „Das Auto ist besser als der letzte Platz. Aber Baku ist chaotisch, da kann man auch von ganz hinten in die Punkte fahren.“

Sebastian Vettel fiel in Baku nicht nur durch seine Botschaften für den Klimaschutz und den Weltfrieden oder sein Fahrrad in Regenbogenfarben auf, sondern auch durch seinen zähen Ehrgeiz, den Aston-Martin-Mercedes Schritt für Schritt nach vorn zu führen. Für ihn geht es an jedem Wochenende darum, sich an das Limit des Wagens heranzutasten, was ihm mit der Top-Ten-Platzierung gelungen ist. Teamkollege Lance Stroll hingegen brachte das Kunststück fertig, zweimal in einer Qualifikationsrunde einen Crash hinzulegen.

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