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Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ und Klimawandelleugner haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam. Ihre Positionen liegen so weit auseinander, wie es nur geht. Die einen halten den Klimawandel für ein Märchen, die anderen sehen in ihm die größte Gefahr für die Menschheit.
Und doch ähneln sie sich in einem Punkt. Sie machen es der Gesellschaft schwer, das Klima wirklich wirksam zu schützen. Wer ständig Zweifel an der Erderwärmung sät, der lähmt die Diskussion darüber, wie man sie begrenzen kann. Wer hingegen aus dem Klimawandel eine unmittelbar bevorstehende Apokalypse macht, der tut etwas ganz Ähnliches: Er erzeugt mit seiner Hysterie Überdruss. Das Ergebnis ist das Gleiche. Menschen wenden sich ab.
Im Falle der Aktivisten ist das besonders tragisch, denn eigentlich wollen sie ja das Gegenteil erreichen. Sie wollen aufrütteln. Das funktioniert aber nur bei einem kleinen Teil. Der will in dieser Welt noch nicht mal mehr Kinder kriegen. Die meisten anderen bringen die Aktivisten mit ihren Aktionen gegen sich auf. Sie nötigen Autofahrer, stundenlang im Stau zu stehen, und wer das erdulden muss, wird danach wohl kaum über sein klimaschädliches Verhalten nachdenken, sondern einfach nur wütend sein.
Diese Wut kann man in vielen Videos in den sozialen Netzwerken sehen, wenn sich mal wieder Aktivisten auf der Straße festkleben. Die Bürger reagieren immer unverständlicher auf den Protest, reißen die Störer von der Straße, manche schlagen sie sogar ins Gesicht. Wer dermaßen ausrastet, will anschließend mit Sicherheit nichts mehr von Klimaschutz hören.
Selbst die Grünen und Fridays for Future haben das mittlerweile erkannt und sich von der „Letzten Generation“ abgegrenzt. Das hat die allerdings eher noch angespornt. In den kommenden Tagen wollen die Aktivisten die Hauptstadt Berlin lahmlegen.
Radikallösungen helfen nicht weiter
Genauso problematisch wie ihr Protest ist die Art und Weise, wie sie über den Klimaschutz sprechen. Sie suggerieren, dass der Planet allein deshalb untergehen wird, weil die Bundesregierung zu wenig tut. Sie tun also so, als hinge alles nur vom Handeln dieser einen Regierung ab. Da ist es nur folgerichtig, dass die Aktivisten ihre Vorschläge für die Politik für vollkommen alternativlos halten: ein Tempolimit, ein 9-Euro-Ticket und die Einrichtung eines Gesellschaftsrats, der festlegen soll, was als Nächstes passiert. Und wer wollte schon dagegen sein, wenn wirklich das Schicksal des Planeten davon abhängt?
Leider hängt es aber nicht allein von der Bundesregierung ab. Selbst wenn ab morgen alle Deutschen nur noch Fahrrad fahren und nicht mehr heizen würden, ist die Welt noch gefährdet. Die USA, China oder Indien werden weiter Kohle verbrennen, Unmengen davon. Die Sommer werden heißer werden, die Wiesen trockener.
All das bedeutet, dass Radikallösungen für Deutschland wenig weiterhelfen. Sie gefährden nur den Wohlstand. So schrecken sie aufstrebende Länder davon ab, den gleichen Weg zu gehen. Die „Letzte Generation“ müsste also viel eher für einen Klimaklub werben, in dem China, Europa und die USA sich zusammentun und verbindliche Regeln für den Klimaschutz aufstellen. Wer dann Handel mit Mitgliedern des Klubs treiben wollte, muss sich daran halten. Das schafft Anreize für andere Länder, ebenfalls CO2 einzusparen. Kluge Leute haben sich darüber längst Gedanken gemacht. Sie werden aber kaum gehört. Auch in dieser Woche nicht.
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