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#„Liebe Bürger, bleibt zu Hause!“

"„Liebe Bürger, bleibt zu Hause!“"

Im niedersächsischen Delmenhorst hat sich die Covid-19-Pandemie nach Angaben der Stadtverwaltung „dramatisch zugespitzt“. Das Virus breite sich „mit atemraubender Geschwindigkeit“ aus. Der Inzidenzwert in der Stadt stieg am Montag auf 223,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) sagte, Delmenhorst sei damit „Spitzenreiter in der Bundesrepublik. Das ist traurig, furchtbar.“

Reinhard Bingener

Reinhard Bingener

Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

Das Robert-Koch-Institut weist allerdings darauf hin, dass einzelne andere Orte in Deutschland noch stärker betroffen seien. Die Schwierigkeit für die Behörden in Delmenhorst besteht darin, dass es sich um ein weitgehend diffuses Infektionsgeschehen ohne feststellbare Ausgangsereignisse handelt. Oberbürgermeister Jahnz führt die hohen Infektionszahlen auf die geographische Lage sowie die schwierige Sozialstruktur der 82.000-Einwohner-Stadt zurück. Delmenhorst liegt nahe der Großstadt Bremen und verzeichnet viele Ein- und Auspendler.

Stadtverwaltung will gegen „schwarze Schafe“ vorgehen

„Wir haben verschiedenste Nationalitäten“, äußerte Jahnz. „Nicht jeder kann lesen und schreiben. Das ist die traurige Wahrheit.“ Jahnz wollte am Montag zumindest nicht ausschließen, dass größere Familienfeiern ein Treiber des Infektionsgeschehens sein könnten. Viele Einwohner hätten auch registriert, dass im Land Bremen größere Feiern erlaubt gewesen seien als im Land Niedersachsen.

Bei der Eindämmung der Pandemie hat die Stadtverwaltung auch mit mangelnder Disziplin und Regeltreue zu kämpfen. Jahnz sprach von „schwarzen Schafen“, deren Verhalten man nicht dulden werde. Die Stadtverwaltung klagt über Dutzende Verstöße gegen die Quarantäneauflagen. Bei der Nachverfolgung gebe es zudem Infizierte, die ihre Kontaktpersonen nicht nennen würden. 

Virusausbreitung „mit atemraubender Geschwindigkeit“: Axel Jahnz (rechts), Oberbürgermeister von Delmenhorst, und Carsten Hoffmeyer, Vertreter der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch informieren am Montag über die Lage in der Stadt.


Virusausbreitung „mit atemraubender Geschwindigkeit“: Axel Jahnz (rechts), Oberbürgermeister von Delmenhorst, und Carsten Hoffmeyer, Vertreter der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch informieren am Montag über die Lage in der Stadt.
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Bild: dpa

Die Polizei kontrollierte am Wochenende 25 Gaststätten und stellte bei fünf Betrieben erhebliche Mängel fest. Diese Gaststätten wurden geschlossen und haben nun mit hohen Geldstrafen zu rechnen. „Da muss durchgegriffen werden“, kündigte Jahnz an und rief die Bürger auf, „Auffälligkeiten“ der Stadtverwaltung zu melden.

Mehr Personal fürs Gesundheitsamt

Das Gesundheitsamt in Delmenhorst wird personell weiter aufgestockt. Die Bundeswehr ist dort bereits unterstützend tätig. Die Stadt ergreift nun weitere Maßnahmen und erlässt eine Sperrstunde für die Gastronomie zwischen 23 und 6 Uhr. Private Treffen werden auf maximal zehn Personen oder zwei Haushalte begrenzt, dies gilt auch im Freien. Sportveranstaltungen, Konzerte und Gottesdienste werden abgesagt. Zudem wird die Maskenpflicht ausgeweitet und gilt künftig auch auf großen Plätzen und größeren Parkplätzen.

Schulen und Kindergärten sollen laut derzeitiger Planung nach dem Ende der niedersächsischen Herbstferien wie bisher öffnen. Oberbürgermeister Jahnz appellierte an die Einwohner, alle unnötigen Kontakte zu vermeiden. Die Stadt könne nicht überall das Verhalten kontrollieren und sei auf die Vernunft der Einwohner angewiesen. „Liebe Bürger, bleibt zu Hause!“

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