#Lila – Resistent – Tödlich

#Lila – Resistent – Tödlich
#Lila – Resistent – Tödlich
Zu sehen sind farbenprächtige, aber ebenso tödliche Methicillin-resistente Staphylococcus aureus-Bakterien (MRSA). © National Institute of Allergy and Infectious Diseases/ CC-by-nc-nd

Immer mehr Bakterien besitzen Resistenzen gegen gängige Antibiotika. Dazu gehören auch diese lila eingefärbten Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus, besser bekannt als MRSA. Obwohl sie auf der Aufnahme mehr wie harmlose Wollkugeln wirken, sind MRSA eine der Hauptursachen für Infektionen und Todesfälle, die mit Antibiotikaresistenzen einhergehen.

Interessanterweise sind Diabetiker besonders häufig von MRSA-Infektionen betroffen. Sie entwickeln außerdem überdurchschnittlich oft antibiotikaresistente Staphylokokkenstämme, wie Forschende gerade herausgefunden haben. Bei der Studie wurden Mäuse mit Bakterien infiziert, in Gruppen mit diabetischen und nicht-diabetischen Tieren unterteilt und mit einem Antibiotikum behandelt. Nach fünf Tagen zeigte das Antibiotikum bei den diabetischen Mäusen praktisch keine Wirkung. In kürzester Zeit hatte sich bei ihnen eine enorme Kolonie an resistenten Bakterien gebildet. Die nicht-diabetischen Mäuse wiesen hingegen keine Resistenz auf. Aber warum?

Diabetes beeinflusst die Fähigkeit, Zucker zu verwerten. Wenn dieser überschüssig im Blut vorhanden ist, bieten die Glukosemoleküle den perfekten Nährboden für Bakterien, wie das Forschungsteam erklärt. Auch das Immunsystem wird durch Diabetes geschwächt, wodurch die Bakterien fast ungehindert wachsen können. Mit der Zunahme an Bakterien steigt auch die Wahrscheinlichkeit einer Resistenz. Denn wenn zufällige Mutationen auftreten, die gegen Antibiotika resistent sind, überleben diese und vermehren sich weiter. Antibiotikaresistente Staphylococcus aureus übernehmen so innerhalb weniger Tage die komplette Bakterienpopulation.

Das hat auch Folgen für Nicht-Diabetiker: „Dieses Zusammenspiel von Bakterien und Diabetes könnte ein wichtiger Treiber der schnellen Entwicklung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen sein, die wir sehen“, erklärt Brian Conlon von der University of North Carolina. Resistente Bakterien verbreiten sich wie normale Erreger, etwa über Türklinken oder die Luft. So können Resistenzen auch von Mensch zu Mensch übertragen werden und zukünftig große Probleme bereiten. Das zu verhindern, ist daher aktuell eine der großen Aufgaben im Gesundheitsbereich.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, vergessen Sie nicht, ihn mit Ihren Freunden zu teilen. Folgen Sie uns auch in Google News, klicken Sie auf den Stern und wählen Sie uns aus Ihren Favoriten aus.

Wenn Sie weitere Nachrichten lesen möchten, können Sie unsere Wissenschaft kategorie besuchen.

Quelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert