Logik der Ideologie

Logik der Ideologie

Logik der Ideologie

Was verbindet den Dualismus von Körper und Geist, Charles Darwin, institutionalisierte Religion, Biologie und Neurowissenschaft, die Psychologin Else Frenkel-Brunswik, Propaganda, Extremismus sowie den Brexit miteinander? Auf den ersten Blick scheint es in der Menge keinen gemeinsamen Nenner zu geben. Doch am Ende hat alles mit unserem wichtigsten, komplexesten und ironischerweise verwirrendsten Organ zu tun: dem Gehirn.

Diesem widmet sich Leor Zmigrod, Wissenschaftlerin und Begründerin der politischen Neurobiologie, im Rahmen ihrer Forschung wie auch in ihrem Buch „Das ideologische Gehirn“. Dieses anekdotenreiche und aufschlussreiche Werk ist randvoll mit Beschreibungen diverser psychologischer Tests sowie Studien und Erkenntnissen auch anderer Forschender – stets auf der Suche nach dem Ursprung des ideologischen Denkens. Gut verständlich wird Wissenschaftsgeschichte mit Begriffshistorie, Thesen zur Streitkultur und politischem Essay kombiniert. Dabei sind wir häufig zum Mit- und Nachdenken herausgefordert.

Dass die Forschung über das ideologische Bewusstsein noch in den Kinderschuhen steckt, ist Zmigrod bewusst. So stellt sie sich und uns viele Fragen, die es in der kommenden Zeit zu vertiefen und beantworten gilt. Klar ist allerdings, dass alles, was im Gehirn geschieht, den Körper prägt und dass jede Form von Rigidität und Ideologie sich nach innen und außen manifestiert. Eine komplexe, fesselnde Lektüre. Alexander Schramm

Leor Zmigrod
Das ideologische Gehirn
Suhrkamp Verlag, 302 S., € 24,-
ISBN 978-3-518-47485-3

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