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Microsofts KI-Strategie steht offenbar vor einem größeren Umbruch. Mustafa Suleyman gibt die Verantwortung für den Copilot ab, zudem führt Microsoft die Angebote für Geschäfts- und Privatkunden zusammen. Dies könnte einmal mehr das Aus für ein Consumer-Produkt von Microsoft einleiten.
Es ist mächtig Bewegung in Microsofts Führungsetage. Vor rund einem Monat kündigte Xbox-Chef Phil Spencer seinen Rückzug an. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Rajesh Jha in den Ruhestand geht, was unter anderem Folgen für die Windows-Sparte hat, die künftig wieder direkt Satya Nadella untersteht.
Mustafa Suleyman wird „degradiert“
Jetzt erwischt es Mustafa Suleyman, wie Microsoft heute kommuniziert. Ich schreibe „erwischt“, weil ich glaube, dass er seine bisherige Rolle nicht ganz freiwillig aufgibt. Suleyman kam vor zwei Jahren zu Microsoft und trug fortan den Titel „AI CEO“. Er war für Microsofts gesamtes KI-Geschäft mit dem Copilot an der Spitze verantwortlich. Unter seiner Führung gab es einen radikalen Umbau der Privatkunden-Version, während das Angebot für kommerzielle Kunden unter dem Namen „Microsoft 365 Copilot“ separat weiterlief.
Eine Erfolgsgeschichte sind beide Versionen bislang nicht. Copilot für Privatkunden ist praktisch bedeutungslos. Die Zahl der Kunden, die für Microsoft 365 Copilot einen Aufpreis bezahlen, bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Zudem fiel Suleyman zuletzt mit problematischen Äußerungen auf. Unter anderem bezeichnete er alle, die von Microsofts KI-Angeboten nicht hellauf begeistert sind, als „Zyniker„.
Suleyman bleibt bei Microsoft, soll sich künftig aber uneingeschränkt auf die Entwicklung der hauseigenen KI-Modelle konzentrieren. Aus der öffentlichen Wahrnehmung wird er damit mehr oder weniger verschwinden. De facto ist das eine Degradierung. Es sollte mich daher nicht wundern, wenn darauf mittelfristig sein endgültiger Abgang folgt.
Jacob Andreou übernimmt
Der neue Copilot-Chef heißt Jacob Andreaou. Die erste Aufgabe, die Satya Nadella ihm aufträgt, ist die Zusammenführung der Angebote für Privat- und Geschäftskunden. Ziel sei es, so der Microsoft-Chef, ein ganzheitliches, integriertes System zu schaffen.
Es mag etwas hart ausgedrückt sein, aber praktisch alle Angebote von Microsoft für Privatkunden sind Abfallprodukte der kommerziellen Apps und Dienste. Man entwickelt primär für die eigentliche Zielgruppe der Geschäftskunden. Wenn dabei etwas herauskommt, mit dem auch Privatkunden etwas anfangen können – prima. Wenn nicht – egal.
In die gleiche Richtung dürfte es jetzt auch mit dem Copilot gehen. Für alle Privatnutzer, die sich von der aufdringlichen Integration des Copilot genervt fühlen, könnte das letztlich sogar eine gute Nachricht sein.
Flankiert wird Jacob Andreou von Ryan Roslansky, Perry Clarke und Charles Lamanna, die zu dritt die technische Copilot-Plattform und die M365 Apps verantworten. Ob damit auch die Entwicklung der klassischen Office-Komponenten gemeint ist, oder ob das nur die Integration des Copilot betrifft, geht aus dem Statement nicht eindeutig hervor,
Wer erbt Bing, MSN und Microsoft Edge?
Mustafa Suleyman zeichnete bisher auch für Bing, MSN und den Browser Microsoft Edge verantwortlich. Wer hier seine Nachfolge antritt, bleibt vorerst unklar.
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Über den Autor

Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant.
Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir – für Euch!
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