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„Mindelheim: Lichterkette in Mindelheim gegen den Ukrainekrieg“
Mindelheimer bilden eine Lichterkette auf dem Marienplatz und zeigen ihre Solidarität mit der Ukraine.
Dass es anders geht, dass Menschen unterschiedlichen Glaubens und Auffassungen friedlich zusammenleben können, wurde schon daran deutlich, dass alle in Mindelheim vertretenen Konfessionen an dem stillen Gedenken beteiligt waren. Und am Ende entzündeten die Teilnehmer Lichter und bildeten eine Kette rund um den Marienplatz. Das Mindelheimer Rathaus, in den Farben der Ukraine erleuchtet, bildete den passenden Rahmen dazu. Zuvor hatten die Kirchenglocken dieses emotionale Treffen eingeläutet.
Stadt und Religionsgemeinschaften in Mindelheim arbeiten zusammen
Das Gedenken oder auch stillen Protest hatten Stadt, Stadtrat und die in Mindelheim lebenden Religionsgemeinschaften gemeinsam veranstaltet. Für den Stadtrat begrüßte Josef Doll die Teilnehmer und dabei besonders die Vertreter der Konfessionen. Dies waren für die katholische Kirche Dekan Andreas Straub und Frater Michael Schmalzl von den Maristen, Pfarrerin Doris Braun-Haug, Rainer Wirth und Schwester Christine von der evangelischen Kirche sowie Alettin Özdemir und Morat Yildiz von den Muslimischen Gemeinde.
Friedens-Demo gegen Ukrainekrieg in Mindelheim
Foto: Bernd Feil
Doll erinnerte an das unsägliche Leid, das der Angriff auf die ukrainische Zivilgesellschaft gebracht hat: „Familien werden auseinandergerissen, fliehen mit ihren Kindern über die Grenzen. Ein sinnloses Vernichten und Töten hat begonnen.“ Putin habe sich in eine fast ausweglose Situation hinein manövriert, er agiere ohne Rücksicht auf die Menschen.
Kirche gedenkt den Opfern des Ukrainekriegs
„Wir sind mit unseren Gedanken bei den Menschen in der Ukraine und den Geflüchteten. Wir haben hohen Respekt vor der humanitären Leistung der Nachbarländer.“ Und Doll wie auch der Bürgermeister riefen die Bürger auf, diese Hilfe ebenfalls mit Geld- und Sachspenden zu unterstützen.
Auch die Vertreter der Religionen zeigten sich fast sprachlos. Dekan Straub stellte die rhetorische Frage „Was nutzt in diesen Zeiten ein Gebet?“ Aber er betonte, Gott sei die Quelle des Lebens und des Friedens. Er zeigte sich überzeugt, dass der Friede stärker ist als der Hass.
Bürgermeister Winter ruft zum Abholen der Kerzen auf
In den Fürbitten, welche die Vertreter der Religionen abwechseln vortrugen, wurden der Opfer gedacht, die zwischen die Fronten geraten und dem Krieg ausgesetzt sind. Dabei wurde auch der Opfer in den anderen Kriegsgebieten auf der Welt gedacht. Und die Fürbitten endeten zuversichtlich: „Wir vertrauen darauf, dass das Gute sich gegen das Böse durchsetzt.“
Nach dem Wortgottesdienst rief der Bürgermeister, der sich zuvor noch bei allen bedankte, die an der Organisation des Abends beteiligt waren, auf, Kerzen abzuholen und mit einer Lichterkette schweigend gegen diesen entsetzlichen Krieg zu protestieren. Die Lichter wurden symbolträchtig an drei großen Kerzen entzündet, die die Vertreter der drei Religionen mit in ihre Gemeinden nehmen sollten.
Eine Lichterkette rund um den Marienplatz
Und so formte sich eine ansehnliche Lichterkette rund um den Marienplatz, mehrere Hundert Menschen waren dem Aufruf der Stadt gefolgt. Darunter auch Christina und Peter mit ihren beiden Kindern Marlene und Johannes. Sie drückten aus, was wohl die meisten Besucher empfanden: „Wir wollen Frieden und Solidarität mit der Ukraine zeigen.“
Mit zwei Friedensliedern endete der beeindruckende Abend: „Frieden ist die Hoffnung, die uns bleibt, wenn die Welt in Trümmern liegt“, sang Reinhard Mey. Und am Ende hallte „Nie wieder Krieg“ über den Marienplatz, ehe die Mindelheimer ruhig und nachdenklich nach Hause gingen.
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