„Neubauer vs. Maaßen: Heuchelei und Scheinheilligkeit“
Ob Nazi oder Rassist, ob Sexist oder Antisemit – die Verwendung solcher Kainsmale ist derart inflationär geworden, dass es offenbar überflüssig geworden ist, die Vorwürfe zu belegen. Um gar nicht in die Verlegenheit zu kommen, gehen Aktivisten wie Luisa Neubauer den Umweg über Andeutungen. Hans-Georg Maaßen hat demnach antisemitische oder rassistische Ansichten „verbreitet“.
Belegen muss Neubauer aber auch das nicht, weil es „längst belegt“ sei. Selbst Felix Klein, dem Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, muss das entgangen sein. Er erinnerte daran, dass ein Vorwurf dieser Art „eindeutige Belege“ erfordere. „Längst belegt“ – das ist in der Welt Neubauers aber nur ein anderes Wort für „erledigt“. Da saust auf Maaßen dieselbe Keule nieder wie auf Boris Palmer. Hilfestellung geben „Moderatoren“ wie Anne Will, die nicht den Mut haben, ihre Lieblinge zur Rede zu stellen.
Die Gnadenlosigkeit solcher „Debatten“ hat ihren Grund nicht in der Bekämpfung von Rassismus, Sexismus oder Antisemitismus, schon gar nicht in Zivilcourage. Sie ist ein geschmackloses Mittel der Einschüchterung, um sich selbst ins rechte Licht zu setzen.
Das höchste der Gefühle dieses autoritären Denkens ist die Entschuldigung des Delinquenten, der damit von einem Vergehen abschwören muss, das er womöglich gar nicht begangen hat. Ergebnis ist nicht eine bessere Gesellschaft, sondern die nackte Angst, in diesen Strudel aus Heuchelei, Scheinheiligkeit und Böswilligkeit gezogen zu werden.
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