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Mit „Wonder Man“ kann auf Anhieb Platz 1 der Disney+-Charts erobert werden. Pluspunkt: Die Marvel-Serie verabschiedet sich vom großen MCU-Plan.
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Als Disney und Marvel Studios nach dem immensen Erfolg von „Avengers: Endgame“ und dem Ende der Phase 3 im Marvel Cinematic Universe (MCU) am 15. Januar 2021 mit „WandaVision“, gefolgt von „The Falcon and the Winter Soldier“ am 19. März des Jahres, das Zeitalter der MCU-Serien auf Disney+ ausriefen, waren die Pläne ambitioniert.
Den unschlagbaren Erfolg der Marvel-Filme galt es auch im kleinen Streaming-Format auf der Mattscheibe zu wiederholen. Um das zu garantieren, sollten Serien und Filme einander befruchten, aufeinander aufbauen und eine große, zusammenhängende Geschichte erzählen. Was sich Marvel Studios’ Präsident Kevin Feige ausgemalt hatte, klang auf dem Papier fantastisch. Das hatte schließlich schon auf der großen Leinwand funktioniert.
Doch die Verantwortlichen hatten nicht damit gerechnet, dass für das Gros des Publikums das Thema Marvel mit „Avengers: Endgame“ und dem Ende der Gruppe um Tony Stark alias Iron Man (Robert Downey Jr.) beendet sein würde. Hinzu kommt, dass man offensichtlich den Willen der Fans überschätzt hatte, extra für das MCU ein Disney+-Abo abzuschließen. Wer die Marvel-Serien nicht sehen konnte, verfügte nun nicht mehr über das gesamte Wissen, um die weiteren Marvel-Filme voll und ganz zu genießen.
Das war mit ein Grund, warum das Interesse am MCU nach und nach schwand. Disney und Marvel Studios haben nun offensichtlich verstanden: Mit „Wonder Man“ ist just eine brandneue Marvel-Serie gestartet, die auf Anhieb Platz 1 auf Disney+ erobern konnte. Und: Alle acht Episoden sind bereits verfügbar. So muss man nicht erst auf die nächste Episode im wöchentlichen Rhythmus warten. Schaut euch den Trailer hier an:
„Wonder Man“ ist für Fans guter Geschichten gedacht, nicht nur für Marvel-Fans
Die von den Showrunnern Destin Daniel Cretton („Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“) und Andrew Guest („Brooklyn Nine-Nine“) verantwortete Marvel-Serie „Wonder Man“ steht auf völlig eigenen Beinen. Sie hat weder direkte Verbindungen zum größeren MCU noch braucht es ein Vorwissen zum bisherigen Marvel-Universum, um dem am Hungertuch nagenden Schauspieler Simon Williams (Yahya Abdul-Mateen II) bei seinem Versuch begleiten zu können, Teil eines neuen Comicfilm-Remakes zu werden.
Genau für diesen Fall wurde das Format Marvel Spotlights geschaffen: Um Produktionen wie „Wonder Man“ eine Bühne zu bieten, die man auch abseits des größeren MCU genießen kann. Im Gegensatz zu „Echo“, der anderen Serie in diesem Format, ist das hier tatsächlich der Fall.
Ich persönlich wünsche mir mehr Produktionen wie „Wonder Man“, die eine in sich abgeschlossene Geschichte erzählen und es einem ermöglichen, auch ohne jegliches Vorwissen eine Marvel-Serie anzuschauen, die sich zeitweise noch nicht einmal wie eine Marvel-Serie anfühlt. Das könnte der richtige Weg sein, um müde Fans zurückzugewinnen. Das vergab hierfür bereits 88 % auf Rotten Tomatoes.
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