Nordkorea: Kim Jong-un kündigt Ausweitung des Atomwaffenprogramms an

Nordkorea: Kim Jong-un kündigt Ausweitung des Atomwaffenprogramms an

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Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hat angekündigt, das Atomwaffenprogramm seines Landes auszuweiten. Das berichteten staatliche Medien am Dienstag. Südkorea und die USA hatten am Montag den ersten Teil einer jährlichen Militärübung an der koreanischen Halbinsel begonnen. Kim warf ihnen vor, nukleare Elemente während der Manöver zu planen und damit die Sicherheitssituation in der Region zu verschlechtern. „Und eine solche sich verändernde Situation erfordert von uns, mit proaktiven und umfassenden Veränderungen dagegen vorzugehen“, sagte Kim laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA bei der Inspektion eines neuen Zerstörers am Montag.

Die gemeinsamen Militärübungen Südkoreas und der USA seien schon immer provokativ und gefährlich gewesen, sagte Kim weiter. Sie seien ein klarer Ausdruck einer feindseligen und konfrontativen Haltung gegenüber Pjöngjang. Die Marine des Landes solle eine Schlüsselrolle bei der Stärkung der Nuklearstreitkräfte spielen und zu einer „Hightech- und atomar bewaffneten“ Streitkraft werden. Mit den Fortschritten bei diesem Plan zeigte Kim sich laut KCNA zufrieden.

Das Wiedervereinigungsministerium in Seoul betonte am Dienstag die defensive Ausrichtung der Militärübung. „Wir stellen erneut klar, dass die gemeinsamen Manöver Südkoreas und der USA nicht darauf abzielen, Nordkorea anzugreifen oder die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu verschärfen“, sagte ein Sprecher laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. Die Übung sei darauf ausgerichtet, Leben und Sicherheit der Bevölkerung zu beschützen.

Insgesamt 21.000 Soldaten

Südkorea und die USA hatten am Montag den ersten Teil ihrer jährlichen, elftägigen Übung „Ulchi Freedom Shield“ begonnen. Insgesamt 21.000 Soldaten sollen daran teilnehmen, der zweite Teil soll aus Bedenken wegen der Sommerhitze und wegen Überschwemmungsschäden an einigen Übungsplätzen im September stattfinden. Spekulationen, dass die Aufteilung Raum für Gespräche mit Pjöngjang ermöglichen sollte, dementierte das amerikanische Militär.

Südkorea bemüht sich seit Amtsantritt von Präsident Lee Jae-myung Anfang Juni um Entspannung auf der koreanischen Halbinsel. Am vergangenen Freitag sagte er in seiner Rede zum 80. Jahrestag der Befreiung Koreas von japanischer Herrschaft, dass Seoul das politische System Nordkoreas respektieren und keine Wiedervereinigung durch Annexion anstreben werde. Seine Regierung werde Spannungen abbauen und Vertrauen wiederherstellen. Er strebe außerdem die Wiederaufnahme des ausgesetzten innerkoreanischen Militärpakts an, der durch Pufferzonen an der Grenze zu einer temporären Entspannung geführt hatte.

Bereits im Juni hatte Lee angekündigt, Gesprächskanäle nach Pjöngjang rasch wiederaufbauen zu wollen. Auch hörte das südkoreanische Militär auf, über Lautsprecher an der Grenze zum Norden Botschaften und Musik zu spielen. Auch geht die Regierung gegen Gruppen vor, die politische Flyer, Lebensmittel oder USB-Sticks mit südkoreanischen Medien Richtung Norden schicken.

Nordkorea ist auf diese Bemühungen bislang nicht eingegangen. Einen Bericht südkoreanischer Geheimdienste, nach dem Nordkorea seine eigenen Lautsprecher an der Grenze abbaue, dementierte Kim Jong-uns einflussreiche Schwester Kim Yo-jong. Vergangene Woche erklärte sie außerdem, dass Nordkorea keine Absicht habe, die Beziehungen zum Süden zu verbessern. Dagegen verfolgt Pjöngjang seine Annäherung an Russland weiter, dem es Waffen und Soldaten für seinen Krieg gegen die Ukraine liefert.

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