Omoda 5 BEV Test: Das geheimnisvolle E-Auto

Omoda 5 BEV Test: Das geheimnisvolle E-Auto
Der Omoda 5 ist ein neuer Vertreter seiner Art auf dem europäischen Markt. Das futuristische Design, die umfangreiche Serienausstattung und der aggressive Preis versprechen bei diesem E-Auto ein Paket, das etablierten Pkw-Marken ordentlich Konkurrenz macht. Wäre da nicht ein fetter Fauxpas.

Omoda 5 BEV an einer Ladesäule.
Der Omoda 5 BEV bietet gute Fahreigenschaften – macht aus seinem Deutschland-Start aber ein Geheimnis.Bildquelle: Hayo Lücke / inside digital

Schon der erste Blick zeigt deutlich: Der bereits Anfang 2024 für Europa angekündigte Omoda 5 BEV möchte auffallen. Die Front wirkt mit dem rahmenlosen Kühlergrill fast wie ein Konzeptfahrzeug. Die scharf gezogenen LED-Scheinwerfer, die coupéhafte Dachlinie und die zweifarbige Lackierung mit schwarzem Dach geben dem Auto eine klare Crossover-Richtung vor: modern, extrovertiert, urban; auffälliger Dachkantenspoiler für einen sportlichen Auftritt inklusive.

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Omoda 5 BEV im Check: Details, die ins Auge fallen

Auch im Detail zeigt der Omoda 5 BEV Mut zur Form: Markante Radläufe, kantige Stoßfänger und die sportlich gezeichneten Leichtmetallfelgen unterstreichen den Premiumanspruch dieses Fahrzeugs. Selbst die Rückleuchten setzen ein Designstatement, das man nicht so schnell vergisst.

Mit seinen Abmessungen – der Wagen ist 4,42 Meter lang, 1,83 Meter breit und 1,59 hoch – verdrängt der Omoda 5 BEV typische Kompakt-SUVs nicht, reiht sich aber selbstbewusst zwischen ihnen ein. Die Proportionen mit einem Radstand von 2,63 Metern sind ausgewogen, und das Fahrzeug wirkt weder zu wuchtig noch zu leicht. Ideal für die Stadt, aber auch auf längeren Strecken angenehm souverän.

Omoda 5 BEV - Seitliche Heckansicht.
Ein Dachkantenspoiler sorgt beim Omoda 5 BEV für das gewisse Maß an Sportlichkeit.

Innenraum & Komfort: Überraschend hochwertig

Im Innenraum punktet der Omoda 5 BEV mit angenehm weichen Materialien, hochwertiger Verarbeitung und einem cleanen Layout. Viele Flächen wirken deutlich hochwertiger, als man es in der Preisklasse dieses E-Autos erwarten würde. Die Sitze sind bequem, könnten bei dynamischen Kurvenfahrten aber etwas mehr Seitenhalt bieten.

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Eine hohe, durchgehende Mittelkonsole schränkt die Beinfreiheit bei großen Menschen etwas ein. Hier sind auch praktische Knöpfe für wichtige Klima-Einstellungen, Warnblinkanlage, Fahrmodi (Eco / Normal / Sport) und zum Ausschalten des Center-Bildschirmes zu finden. Ansonsten bietet die Mittelkonsole nur Staufächer und eine Qi-Ladestation für ein Smartphone. Die Gänge werden über einen Schalthebel rechts hinter dem Lenkrad eingelegt.

Omoda 5 EV Test - Mittelkonsole
An der Mittelkonsole des Omoda 5 BEV sind einige praktische Tasten zu finden.

Das Cockpit wird von zwei großen Displays (je 12,3 Zoll) dominiert, die nahtlos ineinander übergehen. Besonders das große Fahrer-Info-Farbdisplay ist eine Wucht. Die Bedienung des Entertainment-Systems ist größtenteils intuitiv, Updates laufen drahtlos und Apple CarPlay sowie Android Auto sind an Bord. Ein Höhepunkt ist die Anpassbarkeit der Bildschirme: Ihr könnt Anzeigen, Themes und Funktionen nach eurem Geschmack konfigurieren. Das Multifunktionslenkrad ist intuitiv zu bedienen, allerdings lässt der Druckpunkt der Tasten für unseren Geschmack in mancher Situation etwas zu wünschen übrig.

Auch beim Geräuschkomfort kann der Omoda 5 punkten. Motorgeräusche gibt es keine, Wind- und Straßenlärm werden gut gedämpft. Die Klimatisierung arbeitet effizient und die Sitzheizung sorgt in der kalten Jahreszeit für Wohlbefinden. Im Sommer ist wiederum für Fahrer und Beifahrer eine Sitzbelüftung nutzbar. Ein schönes Extra ist das Schiebedach mit manuellem Sonnenschutz, das sich aber nur etwa zur Hälfte öffnet.

Omoda 5 BEV Test - Cockpit
Zwei große Displays dominieren das Cockpit des Omoda 5 BEV.

Fahreindruck: So fährt sich der Omoda 5

Der Omoda 5 BEV tritt in Europa aktuell mit einem 155 kW (211 PS) starken Elektromotor an der Vorderachse an, der sofort volles Drehmoment (340 Nm) liefert. Der Wagen beschleunigt über seinen Frontantrieb angenehm sanft und in 7,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht in der Spitze laut Hersteller 171 km/h. Wir haben sogar auf einer flachen Autobahnpassage im Münsterland 180 km/h vom Display des Autos ablesen können. Insgesamt darfst du dich in diesem Elektroauto auf ein sehr dynamisches Fahrgefühl freuen.

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Dank des niedrigen Schwerpunkts durch die Batterie liegt der Omoda 5 BEV ruhig auf der Straße. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, wirkt phasenweise aber etwas schwammig. Bei starken Unebenheiten auf dem Untergrund könnte der Komfort der Federung etwas höher ausfallen. Eine leichte Neigung in Kurvenfahrten vermittelt Dynamik, ohne dass das Sicherheitsgefühl leidet.

Die Lenkung ist leichtgängig, vermittelt im Stadtverkehr ein sicheres Gefühl, auf der Autobahn könnte sie etwas mehr Rückmeldung liefern. Die Bremsen arbeiten zuverlässig, packen kräftig zu und schaffen Vertrauen bei spontanen Bremsmanövern. Zusätzlich sorgt die Rekuperation dafür, dass das Auto beim Gaswegnehmen verzögert, was den Energieverbrauch senkt. Einstellbar ist die Rekuperation in drei Stufen, bei denen sich beim Rollenlassen auffällige Unterschiede spüren lassen.

Omoda 5 BEV - Seitenansicht
Die coupéhafte Dachlinie wird beim Omoda 5 besonders in der Seitenansicht deutlich.

Die große Schwäche des Omoda 5: Reichweite & Laden

Der Omoda 5 BEV ist mit einer 61 kWh großen Lithium-Eisphosphat-Batterie (LFP) ausgestattet, die eine WLTP-Reichweite von 430 Kilometern verspricht. Die Reichweite auf der Langstrecke fällt aber viel geringer aus. Wir sind bei kühlen Temperaturen knapp unter 10 Grad Celsius mit einer Akkuladung nicht weiter als rund 240 Kilometer gekommen. Für Pendler im Regionalverkehr ist dieses E-Auto deswegen noch zu empfehlen, keinesfalls aber für Personen, die oft auf der Langstrecke unterwegs sein müssen.

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Nun könnte man argumentieren, dass man den Wagen einfach an der Schnellladesäule parkt und dort flott mit neuer Energie versorgt. Doch auch in dieser Disziplin versagt das Auto. Zwar stellt der Hersteller in einer deutschen Broschüre 130 kW maximale Ladeleistung in Aussicht, doch die konnten wir nie erreichen. Nicht einmal annähernd. Bei drei von uns protokollierten HPC-Ladevorgängen war bereits bei 80 kW das Ende der Fahnenstange erreicht. Selbst nach einer zweistündigen Autofahrt über die Autobahn. Sorry Omoda, aber das ist nicht zeitgemäß!

Omoda 5 an einer Ladesäule geparkt.
Schnell aufladen? Der Omoda 5 BEV hat damit Probleme.
  • HPC Ladung 1: 16 auf 100 Prozent in 74 Minuten || bei 8 Grad ohne lange vorherige Fahrt
  • HPC Ladung 2: 14 auf 80 Prozent in 55 Minuten || bei 8 Grad nach langer Autobahnfahrt
  • HPC Ladung 3: 30 auf 90 Prozent in 42 Minuten || bei 10 Grad nach 15 Kilometern vorheriger Stadtfahrt

Praktischer Ladeanschluss an der Vorderseite

Bei 80 Prozent State of Charge (SoC) liegt die Ladeleistung übrigens bei nur noch rund 35 kW. Bei 90 Prozent SoC bei 16 kW. Wenn du eine Wallbox oder eine Wechselstrom-Ladesäule nutzen kannst: Über den Onboard-Charger kannst du neue Energie mit bis zu 11 kW ziehen. Ungemein praktisch: Der Ladeanschluss ist beim Omoda 5 BEV hinter einer Plastikabdeckung an der Front zu finden, die du per Knopfdruck aus dem Inneren des Fahrzeugs öffnen kannst.

Omoda 5 Ladeanschluss an der Front.
Laden ganz einfach: Der Ladeanschluss an der Vorderseite des Omoda 5 ist ungemein praktisch.

Ebenfalls gut: Das integrierte Navigationssystem berücksichtigt auch Ladestopps. Allerdings betont die Navi-Stimme Straßen- und Städtenamen oft falsch, was auf Dauer etwas anstrengend ist. Gleiches gilt für die teilweise zu komplexen Ansagen bei Autobahnausfahrten. Wiederum positiv fällt auf, dass das Bord-Navi durch einen Warnton auf Gefahrenstellen wie Schulen, Bahnübergängen und scharfe Kurven aufmerksam macht.

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Assistenzsysteme: Vollgepackt auf fast allen Ebenen

Der Omoda 5 BEV ist zudem vollgepackt mit modernen Fahrerassistenzsystemen: adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent, Notbremsassistent, Totwinkelwarner und Verkehrszeichenerkennung sind serienmäßig. Viele Systeme lassen sich individuell einstellen. Sie reagieren zuverlässig, greifen aber nicht zu früh ein. Ihr könnt viele Helfer feinjustieren oder deaktivieren – ideal für Fahrer, die selbst die Kontrolle in der Hand behalten wollen. Im großen Euro-NCAP-Test hat der Omoda 5 in der Verbrenner-Ausführung übrigens jüngst volle fünf Sterne einheimsen können.

Besonders gut hat uns gefallen, dass am linken Rand des Fahrer-Info-Displays hinter dem Lenkrad kleine Touch-Buttons zu finden sind. Mit ihnen kannst du die Lautstärke der Warntöne und auch die Display-Helligkeit auf ein für dich optimales Niveau einstellen. Besonders bei den Warntönen ist das ein echter Mehrwert.

Platzangebot & Alltagstauglichkeit: Viel Raum für euch und euer Gepäck

Vorn sitzt man im vollelektrischen Omoda 5 luftig. Und auch hinten gibt es für die Knie ausreichend Platz, sofern Fahrer und / oder Beifahrer nicht zu weit mit ihren Sitzen nach hinten rücken. Kopf- und Schulterfreiheit sind für ein Kompakt-SUV insgesamt gut dimensioniert, sodass auch längere Passagiere entspannt reisen. Allerdings liegen die Oberschenkel bei lang gewachsenen Menschen auf den hinteren Plätzen nicht auf der Bankoberfläche auf. Das kann den Komfort gerade auf längeren Fahrten schmälern.

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Der Kofferraum bietet hinter einer elektrischen Heckklappe ausreichend Platz (370 bis 767 Liter) für den Wocheneinkauf, Urlaubsgepäck oder Sportausrüstung. Und trotzdem: Umfangreich ist das Platzangebot im Kofferraum nicht. Viel mehr als drei Getränkekisten plus Einkaufskorb lassen sich nicht verstauen. Das Ladevolumen ist ohne umgeklappte Rücksitze vergleichbar mit dem Smart #3 (Test), dem Honda e:Ny1 (Test) oder dem Fiat 600 Elektro (Test).

Omoda 5 BEV Kofferraum beladen
Eher kompakt als geräumig: der Kofferraum im Omoda 5 BEV.

Zusätzlicher Stauraum in einem Frunk

Gut gelöst: Eine hohe Kofferraum-Laderampe gibt es nicht. Der Boden des Laderaums schließt eben mit der Oberkante des hinteren Stoßfängers ab. Mit umgeklappten Rücksitzen entsteht eine weitgehend ebene Ladefläche, die auch sperrige Gegenstände problemlos schluckt. Außerdem ist ein Unterboden zu nutzen, der etwa Platz für ein Ladekabel und anderes Zubehör bietet. Zusätzlicher Stauraum unter der Motorhaube (Frunk) steht ebenfalls bereit – fällt mit 19 Litern aber klein aus.

Für Hundebesitzer interessant: Eine große Hundebox (91 x 58 x 61 Zentimeter) für einen Golden Retriever oder Labrador passt nur dann in den Omoda 5 BEV, wenn zwei der drei Sitze auf der Rückbank umgeklappt werden. Zusammen mit Fahrer, Beifahrer und Hund kann dann nur noch eine weitere Person im Fond mitfahren.

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Die Übersichtlichkeit in dem Wagen ist gut. Parksensoren und praktische Kameras für eine 360-Grad-Rundumsicht erleichtern das Manövrieren. Auch enge Parklücken sind dank kompakter Abmessungen kein Problem. Der Wendekreis könnte allerdings etwas kleiner ausfallen. Jeden Tag startet der Wagen im Eco-Modus und mit der niedrigsten Stufe der Rekuperation.

Kameras am Omoda 5 BEV.
Kameras sorgen beim Omoda 5 BEV in vielen Situationen für tolle Übersicht.

Was kostet der Omoda 5?

Und der Preis? Tja, der bleibt für den hiesigen Markt ein großes Geheimnis. Denn kurz nach unseren Testfahrten erreichte uns vom Hersteller die überraschende Nachricht, dass der Wagen in der von uns getesteten Ausführung zwar in anderen europäischen Ländern bereits erhältlich ist, wahrscheinlich aber nicht nach Deutschland kommen wird. Nach aktuellem Stand der Dinge sehe es so aus, als käme erst das für 2027 eingeplante Facelift-Modell des Omoda 5 BEV nach Deutschland, erklärte ein Sprecher auf Nachfrage unserer Redaktion.

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Kaufen kannst du den Omoda 5 bei Interesse aber trotzdem. Zum Beispiel in Großbritannien, Polen, Italien oder Spanien. In diesen Ländern liegt der Einstiegspreis zwischen 35.000 und 37.000 Euro. Ein Preis, der trotz mauer Ladeleistung für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis steht. Schade, dass deutsche Kunden davon bis auf Weiteres nicht profitieren können.

Fazit: Leise, stark und alltagstauglich – mit einer Ausnahme

Der Omoda 5 BEV zeigt, dass Elektromobilität auch im kompakten SUV-Segment bezahlbar, komfortabel und ausreichend leistungsstark sein kann. Wer Lust auf moderne Technik mit jeweils zwei USB-Anschlüssen vorn und hinten, auffälliges Design und ein leises, dynamisches Fahrerlebnis hat, bekommt bei diesem E-Auto ein überzeugendes Paket.

Omoda 5 BEV - Lichtsignatur an der Front
Moderne Lichtsignatur am Omoda 5 BEV.

Wäre, ja, wäre da nicht der große Nachteil hinsichtlich des Akkus. Die maue Reichweite des Omoda 5 BEV bei frischen Temperaturen ist allenfalls im Stadt- und Regionalverkehr zu verzeihen. Gar nicht entschuldbar ist hingegen, dass die Schnellladefähigkeit ihren Namen nicht wert ist. Wer sein E-Auto häufig mit wenig Zeitverlust aufladen möchte, wird mit diesem E-Auto nicht glücklich. Leider! Denn das restliche Gesamtpaket weiß eigentlich zu überzeugen. Bleibt zu hoffen, dass das angekündigte Facelift-Modell auch ein Upgrade beim Akku bekommen wird.

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Vorteile Omoda 5 BEV

  • gute Fahreigenschaften
  • umfangreiche Ausstattung
  • gut für die Stadt geeignet

Nachteile Omoda 5 BEV

  • schwache Langstrecken-Reichweite
  • schwache Schnellladeeigenschaften
  • kleiner Kofferraum

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