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#Ordnung ist das halbe Auto

Ist Minimalismus das neue Erkennungszeichen der Elektrofahrzeuge? Wir waren im Ariya von Nissan unterwegs, und schon beim ersten Platznehmen fallen die klaren Linien und die nüchterne Gestaltung der Armaturentafel auf. Tasten und Drehsteller findet man vor allem am Lenkrad, alles andere erledigt der Finger auf dem 12,3 Zoll in der Diagonale messenden Bordmonitor. Auch die Cockpitanzeige ist digital, beide Monitore sind miteinander verbunden, in der Mitte befindet sich ein breiter, schwarzer Rand. Für die Einstellung der Audiolautstärke gibt es einen Drehregler unterhalb der Anzeige, und die Bedienung der Klimaanlage erfolgt mit kapazitiven Schaltflächen an der Armaturentafel, die zum Glück beleuchtet sind, aber mit einer schwammigen haptischen Rückmeldung nicht gefallen.

Wir haben das Infotainment geprüft und wollten wissen, wie es sich hinsichtlich Ladeplanung bewährt. Im Ariya ist diesbezüglich so gut wie alles serienmäßig an Bord. Aber für das Head-up-Display ist mindestens die Ausstattungsvariante „Evolve Pack“ zu wählen. Das Bordsystem hat einen Unterbau von Google und kommt mit Tomtom-Verkehrsinformationen, heißt es in der Preisliste. Die ließen sich in unserem Fahrzeug aber nicht aktivieren. Auch die Dame Alexa von Amazon gehört zur Serienausstattung.

Der Bordmonitor zeigt permanent auf der linken Seite sechs Schaltflächen für schnelle Wege in die Untermenüs. Das Hauptmenü lässt sich zudem individuell anpassen, man kann Widgets hinzufügen, insgesamt ist die Anlage einfach zu bedienen. Interessanterweise lassen sich alle Einstellungen des Fahrzeugs nur mit den Lenkradtasten und der Cockpitanzeige vornehmen.

Klare Linie im wilden Gewand: Nissan Ariya und sein Bordsystem


Klare Linie im wilden Gewand: Nissan Ariya und sein Bordsystem
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Bild: Hersteller

Die Spracherkennung erfasst Ort und Straße des Navigationsziels flink und meist auch präzise, sie arbeite hybrid, sagt Nissan. Eine Ladeplanung fürs elektrische Fahren ist nur in Grenzen vorhanden. Die Anlage gibt bei Zielen jenseits der Batteriereichweite einen Hinweis und fragt, ob man Ladestationen suchen möchte. Dann wird eine Schnellladestation angezeigt, die noch erreichbar ist. Viele Details fehlen: Man sieht nicht, mit welchem berechneten Akkustand man ankommt, es gibt keine Einstellung für den mindestens verbleibenden Akkustand und es wird nur die nächste Ladestation vorgeschlagen, aber keine Liste mit Ladepunkten für lange Strecken. Auch ist während der Anreise nicht erkennbar, ob die Ladestation frei ist. Hier sind Systeme anderer Hersteller deutlich leistungsfähiger.

Zurückhaltende Kommunikation der Ladedaten

Man kommt jedoch im Alltag gut zurecht, wenn man händisch nach Ladepunkten am Standort oder in Zielnähe sucht. Hier lässt sich auch ein Filter setzen, um nur Schnellladepunkte anzeigen zu lassen. Bei Wechselstrom-Ladestationen ist die Google-Datenbank schlecht: Wir ließen uns zu dreien im Bad Homburger Stadtgebiet leiten – und fanden keine. Eine entdeckten wir nach dem Aussteigen und einem Spaziergang in der Umgebung. Sie war 200 Meter von der in der Karte markierten Position entfernt.

Tasten und Drehsteller findet man vor allem am Lenkrad, alles andere erledigt der Finger auf dem 12,3 Zoll in der Diagonale messenden Bordmonitor.


Tasten und Drehsteller findet man vor allem am Lenkrad, alles andere erledigt der Finger auf dem 12,3 Zoll in der Diagonale messenden Bordmonitor.
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Bild: Hersteller

Ein weiteres Manko des Nissan Ariya ist seine zurückhaltende Kommunikation der Ladedaten. Ist die Zündung während des Ladens aus, sieht man nur anhand einer LED, dass geladen wird. Weder die aktuelle Leistungsaufnahme noch der Füllstand der Batterie sind angezeigt. Um letzteren zu sehen, muss man die Zündung einschalten. Es gibt zu Beginn des Ladevorgangs nur eine Schätzung der Ladezeit und die basiert nicht auf der aktuellen Leistungsaufnahme. Hier besteht also noch Verbesserungsbedarf.

Insgesamt hat uns der Ariya mit dem kleinen 63-kWh-Akku und Vorderradantrieb gut gefallen. Mit zurückhaltender Fahrweise kommt man auf einen Verbrauch von circa 20 kWh für 100 Kilometer und damit einer Reichweite von etwas mehr als 300 Kilometer. Wer überwiegend in der Stadt oder auf der Landstraße unterwegs ist, kann noch sparsamer fahren.

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