#Pauline auf dem Land

Pauline auf dem Land

Wenn die Deutschen an Frankreich denken, dann ist das, was sie da vor ihrem inneren Auge sehen, oft geprägt von den Filmen, die aus dem Nachbarland zu uns kommen: Wer einmal „La Piscine“ mit Alain Delon und Romy Schneider gesehen hat, will sofort genau so unter Pinien an einem Pool mit Meerblick vor einer schönen alten Villa an der Côte d’Azur liegen, und wer „Betty Blue“ oder Eric Rohmers wunderbare Sommer-Ode „Pauline à la Plage“ kennt, mag nirgendwo anders hinreisen als an die weiten französischen Atlantikstrände. Aber die Realität sah zuletzt anders aus.

Barbara Liepert

Verantwortlich für das Ressort „Reise“ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Vor der Pandemie kamen zwölf Millionen deutsche Touristen nach Frankreich, 2020 nur fünf Millionen. Der Tourismus aus Amerika, Asien und Russland kam quasi ganz zum Erliegen. Vor allem die Metropolregion Paris darbte im vergangen Sommer, die Palasthotels standen leer, in den großen Kaufhäusern herrschte gähnende Leere. Der Tourismussektor, der 7,5 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt, hat schwer gelitten. Das soll sich in den nächsten Monaten wieder ändern. Der französische Staatssekretär für Tourismus, Auslandsfranzosen und Frankophonie, Jean-Baptiste Lemoyne, reiste vergangene Woche durch europäische Metropolen, um für die Vorzüge Frankreichs zu werben, Berlin stand ganz oben auf seiner Agenda: „Wir wollen dieses Jahr zwei Millionen Deutsche mehr in unserem Land sehen“, so Lemoyne. Die Deutschen werden damit den größten und wichtigsten Anteil unter den Touristen stellen, nachdem es für die bisherige Nummer eins in Frankreich, den britischen Markt, düster aussieht.

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