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#Qatar kündigt Bewerbung für Olympia 2036 an

Dieses Mal soll es klappen. Nachdem Qatar bereits in der Bewerbungsphase aus dem Bewerbungsverfahren für die Olympischen Spiele 2016 und 2020 ausgeschlossen wurde und auch für 2032 nicht zum Zug kommt, will das Land einen weiteren Versuch wagen. Auch die Erfahrung mit der Organisation der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 soll dabei helfen, endlich das letzte Wort zu haben und seinen prominenten Platz unter den Sportnationen noch ein Stück weiter hervorzuheben.

Auch die Tatsache, dass Saudi-Arabien dieselben Ziele verfolgt, soll in Doha ein Grund für diese abermalige Bewerbung sein. Das Emirat strebt die Olympischen Spiele in 13 Jahren an und tritt damit in Konkurrenz unter anderem zu Deutschland. Qatar setzt besonders auf die beeindruckenden Investitionen, die im Vorfeld der Fußball-WM getätigt wurden, nicht nur beim Bau der Stadien, die circa sieben Milliarden Dollar (rund 6,3 Millionen Euro) gekostet haben sollen. Der „Aspire Zone“-Komplex soll elementarer Bestandteil der Olympia-Bewerbung werden.

Scheich Joaan Bin Hamad Al Thani, Präsident des Olympischen Komitees von Qatar (QOC), Bruder des Emirs, seit Jahren als Eminenz im sportpolitischen Auftrag unterwegs, traf sich am 8. Juni mit Laurent Michaud, dem Direktor des Olympischen und Paralympischen Dorfes von Paris 2024. Bei einem Besuch des Dorfes konnte Al Thani die für Spiele in Paris vorgesehenen Dienstleistungen und Einrichtungen besichtigen und sich ein genaueres Bild von den Anforderungen einer solchen Organisation machen.

Globale Flüchtlingskrise beleuchten

Er nahm auch an der jährlichen Vorstandssitzung der Olympic Refuge Foundation (ORF) teil, einer Stiftung, die zur Unterstützung und Förderung des Sports von Flüchtlingen gegründet wurde und ein wesentliches Projekt von Thomas Bach ist, dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Die Sitzung, die von Bach geleitet wurde, gab einen Überblick über die Entwicklung der laufenden Projekte. Dabei ging es um „die Wichtigkeit, die globale Flüchtlingskrise zu beleuchten und Wege zu finden, durch Sport darauf zu reagieren“, wie das Olympische Komitee von Qatar in einer Erklärung schrieb.

Eminenz im Welt-Sport: Scheich Joaan Bin Hamad Al Thani, Präsident des Olympischen Komitees von Qatar (QOC), Bruder des Emirs


Eminenz im Welt-Sport: Scheich Joaan Bin Hamad Al Thani, Präsident des Olympischen Komitees von Qatar (QOC), Bruder des Emirs
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Bild: picture alliance / empics

Dass Qatar dieses Mal unbedingt vermeiden will, als Verlierer dazustehen, und dafür alles in die Waagschale wirft, zeigt die Tatsache, dass die nächste Jahrestagung des ORF-Verwaltungsrats kommendes Jahr auf Wunsch des QOC-Präsidenten in Doha stattfinden wird. Der feste Wunsch, Gastgeberland der Olympischen Spiele zu werden, wird nicht verheimlicht. Laut der Tageszeitung „Le Parisien“ sollen auch die Türkei, die sich bereits fünfmal beworben hat, Saudi-Arabien, das am liebsten die Fußball-Weltmeisterschaft 2030 oder 2034 und die Olympischen Spiele 2036 möchte, sowie Mexiko, das seine Bewerbung im Oktober letzten Jahres offiziell eingereicht hat, konkurrieren. Auch Ägypten denkt über eine Bewerbung nach, dazu kommt das deutsche Interesse.

Doha hat nicht nur die Fußball-WM ausgerichtet, sondern schon diverse Großereignisse von Handball (2015) über Leichtathletik (2019) bis Judo (2023)


Doha hat nicht nur die Fußball-WM ausgerichtet, sondern schon diverse Großereignisse von Handball (2015) über Leichtathletik (2019) bis Judo (2023)
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Bild: EPA

Qatar hat in den nächsten Jahren einiges vor: Auf die Fußball-WM 2022 folgte die Judo-WM vor zwei Monaten, noch vor den Spielen in Paris werden in Doha im kommenden Februar die nächsten Schwimm-Weltmeisterschaften ausgetragen. Auch eine Rugby-Weltmeisterschaft möchte man in den nächsten Jahren organisieren. 2030 warten die Asienspiele, deren Bewerbung Al Thani zum Erfolg geführt hatte.

Ein altbekanntes Problem

Beim Projekt Olympia steht das Emirat vor einigen bekannten Hürden. Eine Terminierung am Ende des Jahres, wie zuletzt bei der Fußball-WM, erscheint unvermeidlich. Konkret heißt das, dass mit den weltweiten Olympia-Partnern, vor allem mit den Fernsehsendern, intensive Gespräche geführt werden müssen.

Bisher hatte das Internationale Olympische Komitee die Spiele in Qatar nie über die Bewerbungsphase hinaus geöffnet, die bis vor einigen Jahren eine der beiden Phasen des Auswahlverfahrens für die Gastgeberstadt war. „Wenn unser Dossier hyperstark ist, wird es keine Probleme geben“, sagte Hassan Al Thawadi, der Chef des WM-Organisationskomitees, im französischen Radiosender RMC Sport. Es gibt Präzedenzfälle, doch die liegen lange zurück und wurden jeweils deutlich früher im Jahr als die Weltmeisterschaft 2022 ausgetragen: Die Spiele 1964 fanden in Tokio vom 10. bis 24. Oktober und 1988 in Seoul vom 17. September bis 2. Oktober statt.

Qatar möchte abermals die Botschaft vermitteln, als erstes muslimisches Land ein sportliches Megaevent auszutragen. Eine gemeinsame Bewerbung mit Saudi-Arabien ist dabei nicht ausgeschlossen, doch keineswegs die beliebteste Option und zudem von politischen Präferenzen der Herrscherhäuser in der Region abhängig. Das IOC hat noch kein Datum für die Vergabe der Olympischen Spiele 2036 genannt. Es wird wohl nicht vor 2025 sein.

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