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#Rassistische Angriffe auf Obi-Wan-Darstellerin: Star Wars reagiert richtig, aber viel zu spät

„Rassistische Angriffe auf Obi-Wan-Darstellerin: Star Wars reagiert richtig, aber viel zu spät“

Star Wars stellt sich verteidigend hinter Obi-Wan Kenobi-Darstellerin Moses Ingram, die im Internet rassistisch beleidigt wird. Die Reaktion ist wichtig, kommt aber zu spät.

Der Start von Obi-Wan Kenobi und die Star Wars Celebration: Die letzten Tage boten reichlich Möglichkeiten, um uns in einer weit entfernten Galaxis zu verlieren. Die Ankunft der neusten Star Wars-Serie auf Disney+ wurde jedoch von einer Reihe hasserfüllter Reaktionen begleitet, die besonders Schauspielerin Moses Ingram trafen.

Auf Instagram  teilte die Darstellerin von Obi-Wan-Bösewichtin Reva gestern einige der rassistischen Beleidigungen, die sie über die Social-Media-Plattform erreichen. Sie ist nicht die erste Person, die von toxischen Star Wars-Fans angegriffen wird. Lucasfilm stellt sich mit einem klaren Statement auf ihre Seite – aber reicht das?

Nach rassistischen Kommentaren: Star Wars verteidigt Obi-Wan-Star Moses Ingram

Nachdem Ingram in mehreren Insta-Stories (festgehalten in einem Video auf Twitter ) über die Erfahrungen sprach, die sie seit dem Start von Obi-Wan Kenobi mit bestimmten Teilen des Fandoms gesammelt hat, sprach Lucasfilm durch den offiziellen Star Wars-Account auf Twitter seine volle Unterstützung für die Schauspielerin aus.

Wir sind stolz, Moses Ingram in der Star Wars-Familie begrüßen zu dürfen, und gespannt, wie sich Revas Geschichte entfalten wird. Wenn jemand beabsichtigt, ihr das Gefühl zu geben, nicht willkommen zu sein, können wir nur eines sagen: Wir wehren uns.

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Vor wenigen Stunden kam ein Video dazu, in dem Obi-Wan-Darsteller Ewan McGregor die Hasskommentare aufs Schärfste verurteilt.

Als Hauptdarsteller und als ausführender Produzent der Serie möchte ich nur sagen, dass wir hinter Moses stehen. Wir lieben Moses. Und wenn du ihr Mobbing-Nachrichten schickst, bist du in meinen Augen kein Star Wars-Fan. Auf dieser Welt ist kein Platz für Rassismus. Und ich stehe voll und ganz hinter Moses.

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Von Ahmed Best bis Kelly Marie Tran: Der fehlende Rückhalt im Star Wars-Franchise ist problematisch

Dass diese Reaktionen von offizieller Seite kommen, ist ein wichtiges Zeichen –

und längst überfällig. Lucasfilm hat viel zu oft geschwiegen, als in den vergangenen Jahren Schauspielende und Filmschaffende von Fans mit rassistischen und sexistischen Äußerungen attackiert wurden, teils mit verheerenden Konsequenzen.

Jar Jar Binks-Darsteller Ahmed Best berichtete vor vier Jahren von den Suizidgedanken, die er aufgrund des Backlashs durch die Fans hatte. Auch Kelly Marie Tran, John Boyega und Daisy Ridley (Rose, Finn und Rey aus der Sequel-Trilogie) wurden aufgrund von Herkunft und Geschlecht regelmäßig angegriffen. Oft wurden sie damit alleingelassen.

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Einer der traurigsten Fälle ist Jake Lloyd, der den jungen Anakin Skywalker in Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung spielte. Im Alter von gerade einmal zehn Jahren wurde er mit einer unglaublichen Hasswelle konfrontiert, die durch die schnellen Mitteilungswege des Internets zusätzlich verstärkt wurde. Zwei Dekaden später wiederholen sich diese Vorfälle, obwohl die Problematik bekannt ist.

  • Zum Weiterlesen: Unser Interview mit Moses Ingram zu Obi-Wan Kenobi

Lucasfilm hat sich in der Vergangenheit nur selten verteidigend hinter die Stars der Sternensaga gestellt. Eine Ausnahme bildet ein unterstützender Tweet anlässlich von Boyegas emotionaler Black Lives Matter-Rede bei einer Demonstration 2020 in London. Meistens blieb der Rückhalt seitens der Verantwortlichen jedoch aus.

Star Wars: Lucasfilm setzt ein wichtiges Zeichen – aber jetzt muss noch mehr kommen

Ob eine Reihe von Tweets ausreicht, um Ingram den nötigen Rückhalt zu geben, ist fraglich. Dennoch tut sich bei Lucasfilm etwas, das Grund zur Hoffnung gibt. Nachdem das Studio seit mehreren Jahren Diversität vor und hinter der Kamera fördert, baut es endlich auch die Unterstützung seiner Talente aus.

John Boyega und Kelly Marie Tran in Star Wars 8: Die letzten Jedi

Vor wenigen Wochen wurde etwa auf der offiziellen Star Wars-Seite ein ausführliches Interview mit Kelly Marie Tran  veröffentlicht, in dem sie auf ihr Episode 8-Casting zurückschaut und positive wie negative Erfahrungen teilt. Rückhalt gab es auch, als Tran am Wochenende bei der Star Wars Celebration auf der Bühne war.

Nachdem der Star Wars-Account auf Twitter jahrelang ein passiver Begleiter des Franchise war, sitzt nun ein Social-Media-Team dahinter, das direkt mit den Fans kommuniziert. Geteilt werden witzige Memes und GIFs zu neuen Star Wars-Projekten, aber eben auch sehr direkte Worte, wenn es zu Hass und Beleidigungen kommt. Das ist ein guter Anfang, um toxische Inhalte auf Augenhöhe einzuordnen.

Rückblickend reagiert Lucasfilm trotzdem erschreckend spät. Über 20 Jahre lang hat das Studio problematische Fan-Gruppen bestenfalls ignoriert. Oder kam ihnen beim Umgang mit den Figuren von Ahmed Best und Kelly Marie Tran sogar entgegen. Dass Moses Ingram nun ähnliches durchlebt, macht wütend. Angesichts der langen Tatenlosigkeit der Verantwortlichen

kommt es jedoch nicht überraschend.

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Wie steht ihr zum langen Schweigen von Lucasfilm?

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