„Rechtsberater müssen Geldwäsche aufspüren“
Woher kommt das Geld? Razzia bei einem Clan-Chef in Kleinmachnow im Berliner Speckgürtel: Wie bei den Beschlagnahmungen im April geht es auch bei der Durchsuchung im September unter anderem um Geldwäsche.
Bild: Reuters
Kriminelle investieren gern in Immobilien, auch weil niemand richtig hinschaut. Das soll sich ändern: Eine neue Verordnung nimmt Anwälte und Notare nun in die Meldepflicht.
Die Ermittler rückten in den frühen Morgenstunden an. In ganz Berlin durchsuchten Beamte des Landeskriminalamts Berlin und der Generalstaatsanwaltschaft Mietwohnungen und Mehrfamilienhäuser und beschlagnahmten die Mieteinnahmen von insgesamt 77 Immobilien. Ende April war das und aus Sicht der Strafverfolger ein entscheidender Schlag gegen die organisierte Kriminalität in der Hauptstadt. Dabei konzentrierte sich die Staatsgewalt auf das sogenannte Betongold und die unmittelbaren Erlöse aus der Miete. Denn: Die Einnahmen aus dem Verkauf von Drogen, Prostitution, Schwarzarbeit und Raub werden häufig in Immobilien angelegt. Das dreckige Geld aus der kriminellen Vortat wird damit legalisiert.

Beim Phänomen Geldwäsche geht eine Studie der Uni Halle-Wittenberg, die vom Bundesfinanzministerium (BMF) in Auftrag gegeben wurde, für Deutschland von einer jährlichen Größenordnung von bis zu 100 Milliarden Euro aus. Mit 70 Prozent ist vornehmlich der Finanzsektor betroffen. In den restlichen 30 Prozent steht die Immobilien- und Baubrache an erster Stelle. Die Forscher führen das auf das nur unzureichend vorhandene Risikobewusstsein für das Problem und die fehlenden Präventionsmaßnahmen zurück. Seitdem weist das BMF für den Immobiliensektor ein erhebliches Geldwäscherisiko aus.
Wenn Sie an Foren interessiert sind, können Sie Forum.BuradaBiliyorum.Com besuchen.
Wenn Sie weitere Nachrichten lesen möchten, können Sie unsere Nachrichten kategorie besuchen.