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#Relative Entspannung im Westen

Relative Entspannung im Westen

Im Süden der Niederlande hat sich die Lage etwas entspannt. Die Provinz Limburg atmete am Sonntag auf, nachdem die Deiche und Uferbefestigungen dem Druck des Hochwassers in der Nacht standgehalten hatten. Die Region Venlo meldete, der Wasserpegel der Maas sinke. „Das Erhöhen der Deiche und Uferbefestigungen hat weitenteils funktioniert und dafür gesorgt, dass es nicht viel Unheil gegeben hat“, sagte Antoin Scholten, der Bürgermeister Venlos und Vorsitzende der Sicherheitsregion Limburg-Nord. Freiwillige wie auch Streitkräfte verstärkten die Ufer mit Sandsäcken. Das Militär soll bis mindestens Montagmittag bleiben. In Venlo war unter anderem ein Krankenhaus mit 200 Patienten vorsorglich evakuiert worden.

Weiter südlich in Roermond, wo die Rur in die Maas mündet, durften Bewohner evakuierter Stadtteile wieder nach Hause. In Valkenburg am Maas-Nebenfluss Geul sind alle Einwohner wieder mit Strom versorgt. Das Fernsehen zeigte einen Restaurantbetreiber und eine Ladenbesitzerin, die verschmutzte Waren zu retten versuchten – und Freiwillige, die nach draußen gebrachte Kirchbänke vor der Kirche von St. Nikolaus und St.Barbara reinigten. Die Gemeinde Echt-Susteren drohte schaulustigen Ausflüglern mit einer Buße. Sie erließ eine Notverordnung für das Gebiet zwischen der Maas und dem nahen Julianakanal. „Sind Sie kein Bewohner oder Helfer? Bleiben Sie dann fort!“, teilte sie im Internet mit.

Niederlande besser vor Überschwemmungen geschützt

Der Zugverkehr zwischen Maastricht und Lüttich bleibt unterbrochen, nachdem bei Eijsden die Strecke zeitweise voll unter Wasser gestanden hatte. Dass es in den Niederlanden weitgehend bei Sachschäden bleibt, hat mit mehreren Faktoren zu tun, unter anderem der Topographie: In Deutschland und Belgien gebe es bergigere Gebiete, in denen das Regenwasser massenweise in die Täler ströme, zitiert die Zeitung de Volkskrant Jos Teeuwen, Vorstand der Limburger Wasserschaft, der Verwaltungseinrichtung, die sich um Deiche und alles andere rund ums Wasser kümmert. Nach großen Überschwemmungen in den Neunzigerjahren haben die Niederlande zudem vielerorts die Flussufer verbreitert, um Hochwasser auffangen zu können.

In Belgien sind nach Behördenangaben mindestens 27 Personen wegen des Hochwassers ums Leben gekommen, mehr als hundert galten am Sonntag als vermisst. Rund 120 Gemeinden erlitten heftige Schäden. Betroffen ist vor allem die Provinz Lüttich, wo die Maas von vielen Nebenflüssen gespeist wird. Im Stadtteil Angleur der Provinzhauptstadt flutete die Ourthe Häuser und riss Autos fort. Im schwer getroffenen Ort Pepinster und anderswo suchten Helfer in den Trümmern noch nach Opfern, wie die Zeitung De Tijd online berichtete. Der sinkende Pegel der Maas bringt relative Entspannung. Belgiens Ministerpräsident Alexander De Croo rief für Dienstag einen nationalen Tag der Trauer aus.

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