#Seltener Vogelgesang stürmt in Australien die Charts

Seltener Vogelgesang stürmt in Australien die Charts

Gegen Edelpapagei, Helmkakadu und Weißbauch-Fregatt­vogel haben weder die neuen Alben von Abba, Taylor Swift und Weeknd noch die alljähr­lichen Weihnachtsendlosschleifen-Dauerbrenner von Michael Bublé oder Mariah Carey eine Chance. Zumindest nicht in Australien. Dort hat sich das Gezwitscher der Vögel ganz vorne in den Album-Charts platziert und die genannten Künstler dabei in nur knapp drei Wochen allesamt hinter sich gelassen. Auf der CD mit dem Titel „Songs of Disappearance“ ist der Gesang von 53 Vogelarten zu hören, die vom Aussterben bedroht sind. Sie wurde am 3. Dezember veröffentlicht und steht schon auf Platz drei der australischen ARIA-Musikcharts, nach Platz fünf in der vergangenen Woche.

Die Idee zu dem Album hatten der Cellist Anthony Albrecht, der an der Charles-Darwin-Universität in Darwin gerade promoviert, und sein Professor Stephen Garnett. Der Naturforscher hatte im vergangenen Jahr den „Action Plan for Australian Birds 2020“ herausgegeben, in dem sich mehr als 300 Forscher mit der Vogelwelt des Kontinents aus­einandersetzen. Ihr Ergebnis: Jede sechste Vogelart (216 von insgesamt 1299 Arten) ist inzwischen gefährdet, und das vor allem vom Klimawandel und von den zuletzt häufiger auf dem Kontinent auftretenden Buschfeuern.

Stimmen, die für immer verstummen könnten

Auch der seltenste Vogel Australiens ist in dem Bericht aufgeführt: der Mukarrthippi-Grasschlüpfer, von dem es nur noch zwei oder drei Vogelpaare im Bundesstaat Neusüdwales geben soll. Auch darum fehlt er leider auf der CD. Zu hören allerdings sind der ebenfalls überaus selten gewordene Höhlensittich, der kurze scharfe Schreie ausstößt und zudem wie ein Frosch quaken kann, sowie der fast ausgerottete Warzen­honigfresser. Sein Bestand ist so stark zurückgegangen, dass Jungvögel nicht mehr genug ausgewachsene Vorbilder hatten und das Singen nicht erlernt beziehungsweise von anderen Arten übernommen haben. Was wiederum dazu führte, dass die wenigen Vögel sich nicht finden und paaren konnten.

Die 53 Vogelstimmen – und Tausende mehr – hat der Australier David Stewart in fast 40 Jahren zumeist mühevoll im ganzen Land für sein Projekt „Nature Sound“ zusammengetragen. Gleich zu Beginn des Albums ist eine Sinfonie aller Stimmen zu hören, die von der Violinistin Simone Slattery „komponiert“ wurde. Sie habe dem Gesang, der teilweise nur aus einzelnen und nicht besonders melodischen Tönen bestehe, so lange zugehört, bis sie „eine Struktur“ im Kopf gehabt habe. Der knapp dreiminütige Chor am Anfang sei ein Symbol für die Vielfalt, die Australiens Vogelwelt zu bieten habe, sagt Anthony Albrecht. Zugleich zeige sich, was auf dem Spiel stehe und für immer verloren gehen könnte, wenn sich nicht bald dramatisch etwas ändere.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, vergessen Sie nicht, ihn mit Ihren Freunden zu teilen. Folgen Sie uns auch in Google News, klicken Sie auf den Stern und wählen Sie uns aus Ihren Favoriten aus.

Wenn Sie an Foren interessiert sind, können Sie Forum.BuradaBiliyorum.Com besuchen.

Wenn Sie weitere Nachrichten lesen möchten, können Sie unsere Nachrichten kategorie besuchen.

Quelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert