„„Sie sagten: Wenn ich Ellen mitbringe, verliere ich meinen Vertrag““
Die amerikanische Schauspielerin Anne Heche („Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“) wirft ihrem ehemaligen Filmstudio vor, sie vor mehr als 20 Jahren wegen Vorbehalten gegen ihre lesbische Beziehung zu der Moderatorin Ellen DeGeneres entlassen zu haben. „Das Stigma, das unserer Beziehung anhaftete, war so negativ, dass ich aus einem Multi-Millionen-Dollar Filmvertrag gefeuert wurde und zehn Jahre lang keine Angebote mehr bekam“, berichtet die heute Einundfünzigjährige in einem Einspieler bei „Dancing With The Stars“, der am Mittwoch ausgestrahlt wurde. Anne Heche und Ellen DeGeneres hatten sich 1997 bei einer Party kennen gelernt und waren anschließend dreieinhalb Jahre lang liiert.
Demnach habe Heche DeGeneres 1997 als ihr Date zur Premiere ihres Films „Volcano“ mitbringen wollen. Dort spielte Heche eine Hauptrolle an der Seite von Tommy Lee Jones. Doch das Studio sei dagegen gewesen. „Mir wurde gesagt: Wenn ich Ellen mitbringe, verliere ich meinen Vertrag.“ DeGeneres habe ihr daraufhin nahegelegt, sich an die Vorgaben des Studios zu halten. „Doch ich habe erwidert: Nein, danke.“ Bei der Premiere sei sie dann noch vor Filmende aus dem Saal geführt worden. „Man sagte mir, ich dürfte nicht zu meiner eigenen After-Show-Party kommen, weil sie Fotos von mir gemeinsam mit einer Frau fürchteten.“ Das Filmstudio hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Anne Heche war Ende der achtziger Jahre durch einer Rolle in der Serie „Another World“ bekannt geworden und wurde 1991 sogar mit einem Daytime Emmy als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. Später übernahm sie größere Rollen in Hollywood-Filmen wie „Walking and Talking“, „Donnie Brasco“ und der Hitchcock-Neuverfilmung „Psycho“. Seit Beginn des neuen Jahrtausends war sie dann vorrangig in Fernseh- und Serienproduktionen zu sehen.
Ihre Geschichte habe aber einen Wandel hinsichtlich gleicher Rechte für alle, so Heche bei „Dancing With the Stars“. Über die Beziehung zu DeGeneres hatte sie bereits vor einigen Wochen gesagt: „Sie war ein wunderschöner Teil meines Lebens, auf den ich stolz zurück blicke. Ich war Teil einer Revolution, die für einen sozialen Wandel gesorgt hat, und das hätte ich nicht geschafft, ohne mich in sie zu verlieben.“
Auch Ellen DeGeneres hatte nach ihrem Coming-out 1997 mit sinkenden Einschaltquoten ihrer Sitcom „Ellen“ zu kämpfen. Ihre Serienfigur Ellen outete sich parallel, die Folgen wurden zunehmend ernsthafter und befassten sich mit Homosexualität. 1998 wurde die Sendung abgesetzt, DeGeneres tourte anschließend als Stand-Up-Comedian durch die Vereinigten Staaten, kehrte aber 2001 mit einer eigenen Fernsehshow zurück und etablierte sich später insbesondere mit ihrer eigenen Talkshow. Derzeit steht die 62 Jahre alte DeGeneres in der Kritik, weil Mitarbeiter ihr vorwarfen, am Set herrsche ein schlechtes Arbeitsklima.
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