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#So soll das Flüssiggas schneller nach Europa kommen

„So soll das Flüssiggas schneller nach Europa kommen“

Die Europäische Union und insbesondere Deutschland möchte zukünftig riesige Mengen an Flüssiggas (LNG) aus der ganzen Welt beziehen. Lieferverträge mit Qatar und den Vereinigten Staaten wurden dazu schon abgeschlossen, andere Länder werden sicherlich folgen. Dadurch soll die Abhängigkeit von Energielieferungen aus Russland reduziert werden. Doch während das russische Gas durch bestehende Pipelines fließt, muss für Flüssiggas eine ganz neue Infrastruktur an den Häfen aufgebaut werden.

Deutschland bezieht sein Flüssiggas über Häfen im belgischen Zeebrügge, im französischen Dünkirchen und im niederländischen Gate. Bei den Mengen, die zukünftig benötigt werden, wird das aber nicht ausreichen. Spezielle LNG-Terminals sind zwar hierzulande schon in Wilhelmshaven, Stade und Brunsbüttel in Planung, lassen aber auf sich warten. Die deutsche Politik verließ sich auf Russland anstatt eine eigene Infrastruktur aufzubauen, wie es andere europäische Länder gemacht haben. Noch vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine ging man davon aus, dass das Genehmigungsverfahren mindestens ein Jahr dauern dürfte, und das dann erst das Bauen losgehen könnte – viel zu lange, um schnell von Russland unabhängig zu werden.

Doch es gibt eine Alternative, mit der schon andere europäische Länder Erfahrung gemacht haben, schwimmende LNG-Terminals, so genannte FRSU („Floating storage and regasification unit“): Das sind vor den Häfen verankerte Spezialschiffe für die Abfertigung der Flüssiggastanker. Sie dienen als Zwischenspeicher für das auf minus 162 Grad heruntergekühlte Flüssiggas, das anschließend verdampft wird, um es in das Erdgas-Pipelinenetz einzuspeisen. Wie es aus Branchenkreisen heißt, sind weltweit um die vierzig dieser meistens um die 350 Meter langen Floating Storage and Regasification Units (FRSU) relativ kurzfristig verfügbar.

Wie der Flüssiggasdeal der EU mit den USA aussieht, lesen Sie hier.

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) betonte, dass es den Konzernen RWE und Uniper schon gelungen sei, sich im Auftrag der Regierung Optionen auf drei schwimmende Spezialschiffe zur Anlandung und Re-Gasifizierung von Flüssiggas zu sichern. Doch das reicht nicht aus: Es müssen auch neue Rohrleitungen verlegt und mit den Einspeisepunkten verbunden werden. Dabei gelten weniger der Bau als die Umweltverträglichkeitsprüfungen und Genehmigungsverfahren als möglicher Engpass. Zu den Standorten hat sich Habeck zwar noch nicht geäußert – viel spricht aber dafür, dass Wilhelmshaven und Brunsbüttel dazu gehören werden.

Für Brunsbüttel gibt es bereits eine Absichtserklärung von RWE, der niederländischen Gasunie und der Förderbank KfW zum Bau einer LNG-Hafenanlage. Und in Wilhelmshaven steht Uniper bereit und könnte auf frühere Pläne zurückgreifen: Der Konzern hatte mit dem japanischen Seetransportunternehmen MOL schon die Anmietung eines LNG-Terminalschiffes vereinbart. Eine südkoreanische Werft sollte das Schiff für die MOL bauen. Mangels Kunden-Interesse und fehlender politischer Unterstützung für die zusätzlichen Importkapazität war das Vorhaben im Herbst 2020 aber zu den Akten gelegt worden.

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