#Söder und Weil müssen im Klimastreit gemeinsame Sprache finden

„Söder und Weil müssen im Klimastreit gemeinsame Sprache finden“

Der neue alte Ost-West-Konflikt lässt bisweilen vergessen, dass es auch einen zwischen Nord und Süd gibt. Und zwar nicht nur global, sondern auch im deutschen Bundesstaat. Das einst arme Agrarland Bayern schießt jetzt gegen das auch nicht gerade reich geborene Niedersachsen, und der Norden ist nicht amüsiert.

Während der bayerische CSU-Ministerpräsident den freien Süden gegenüber einem aus seiner Sicht offenbar gegängelten Norden in Gefahr sieht und den Niedersachsen das verbotene „Fracking“ ans Herz legt, empfiehlt der SPD-Regierungschef des sturmfesten nördlichen Stammes den Bayern mehr Windkraft und wünscht ihnen vielleicht auch insgeheim ein atomares End­lager an den Starnberger See.

Die Schärfe des Tons ist nur ein Vorgeschmack. Es geht im Zuge der gewaltigen Anstrengungen, welche der Kampf gegen den Klimawandel mit sich bringt, eben nicht nur um eine Sozialverträglichkeit zwischen Milieus, sondern auch um Lastengerechtigkeit im Bundesstaat. Bundestreue und Solidarität sind – theoretisch – keine unbekannten Größen. Aber die anstehenden Herausforderungen, die der Krieg gegen die Ukraine noch einmal in eine neue Dimension gehoben hat, verlangen eine nationale Anstrengung in größerem Rahmen. Doch die funktioniert letztlich nur durch Legitimation – durch die Bürger, aus den Städten, Kreisen und Ländern heraus.

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