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Sie ist 2200 Jahre alt, nur zwei Gramm schwer und besteht aus reinem Gold: Die älteste Münze Sachsens ist eine keltische Goldmünze, die ein ehrenamtlicher Sondengänger in einem Feld nordwestlich von Leipzig entdeckt hat. Der jetzt vorgestellte Fund ist eine Rarität für Sachsen, weil diese Region in der Antike nicht im keltischen Siedlungsgebiet lag. Die Goldmünze – ein keltischer Viertelstater – gibt daher neue Einblicke in die Beziehungen der antiken Sachsen zu den keltischen Nachbarn.
In der vorrömischen Eisenzeit lag das heutige Sachsen im Siedlungsgebiet germanischer Stämme, darunter der Jastorf-Kultur, den Sueben und Elbgermanen. Diese unterhielten enge Beziehungen zur im Westen angrenzenden keltischen Latènekultur, wie archäologische Funde belegen. Von diesen Beziehungen zeugt nun auch ein Münzfund, den ein vom Landesamt für Archäologie Sachsen zertifizierter, ehrenamtlicher Sondengänger auf einem Feld bei Gundorf, nordwestlich von Leipzig gemacht hat.
Ein 2200 Jahre altes „Regenbogenschüsselchen“
Bei dem Fundstück handelt es sich um eine zwei Gramm wiegende, gewölbte Münze aus nahezu reinem Gold. Auf der Vorderseite ist der stilisierte Kopf eines Tieres, möglicherweise eines Hirsches zu erkennen. Auf der Rückseite der Goldmünze finden sich die eingeprägten Darstellungen eines geöffneten Halsrings mit verdickten Enden sowie eines Sterns mit abgerundeten Ecken und einer Kugel. Die Wölbung der Münze und die Motive verraten, dass es sich um eine keltische Münze aus der Zeit vor rund 2200 Jahren, handelt, wie das Landesamt berichtet. Vergleichbare Stücke aus dem 3. Jahrhundert vor Christus seien vor allem aus dem nordböhmischen Siedlungsgebiet der Kelten bekannt. Der Nennwert der Münze wird als Viertelstater bezeichnet.
Die Besonderheit dieser keltischen Goldmünzen ist gewölbte Form, der sie auch den Namen „Regenbogenschüsselchen“ verdanken. Seinen Ursprung hat dies in der Legende, nach der man dort, wo ein Regenbogen die Erde berührt, einen Goldschatz findet. Die im Laufe der nachkeltischen Geschichte immer wieder entdeckten gewölbten Goldmünzen sollten diese vom Himmel herabgetropften Goldstücke repräsentieren. Ursprung dieses Aberglaubens ist vermutlich der Umstand, dass sich vergleichbare Münzen oft nach starken Regenfällen auf Äckern fanden, wo sie durch das Regenwasser aus der Erde gewaschen wurden.
Älteste Münze Sachsens und Zeugnis enger Beziehungen zu den Kelten
Mit ihrem Alter von 2200 Jahren ist die keltische Goldmünze die bislang älteste in Sachsen gefundenen Münze überhaupt. Zuvor galt eine Silbermünze, ein Büschelquinar aus dem frühen ersten Jahrhundert nach Christus. als älteste Münze Sachsens. Sie wurde im Jahr 2007 bei Zauschwitz gefunden. „Mit dem goldenen Neufund haben wir nun den Beleg, dass noch ältere Münzobjekte in Sachsen vorkamen“, konstatiert das Landesamt für Archäologie. Die Goldmünze ist jedoch nicht nur wegen dieser Legenden und ihres Alters ein besonderer Fund: „Keltische Münzen sind in Sachsen eine Rarität“, erklärt Landesarchäologin Regina Smolnik. Bisher wurden in Sachsen nur neun keltische Münzen gefunden. Unter diesen ist aber nur eine einzige Goldmünze. Sie ist ähnlich gewölbt, weist aber keine Prägung auf.
Interessant sind diese Münzfunde auch deshalb, weil Sachsen damals außerhalb des keltischen Siedlungsgebietes lag. „Der wertvolle Neufund ist ein weiterer Beleg dafür, dass es regelmäßige Kontakte und Verbindungen gab“, sagt Smolnik. “ Wir bezeichnen das Objekt zwar als ‚Münze‘, aber man darf davon ausgehen, dass der nahezu prägefrische Neufund wohl kaum im Sinne einer Münzwirtschaft im Umlauf war. Vielmehr wird es sich um ein Statussymbol oder um einen Wertspeicher einer über Handelsbeziehungen zu den Kelten verfügenden Oberschicht gehandelt haben.“ Ähnlich sieht es die sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch: „Die Goldmünze ist ein greifbares Stück unserer Geschichte und belegt neue Erkenntnisse zum Handel mit den Kelten, sie berichtet vom Austausch und von den Menschen, die hier einst lebten.“
Quelle: Landesamt für Archäologie Sachsen
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