Studie: Eltern in Deutschland setzen zunehmend auf Freundschaft

Studie: Eltern in Deutschland setzen zunehmend auf Freundschaft

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Immer mehr ­Eltern in Deutschland vermeiden es, ihre Kinder bei Regelverstößen zu bestrafen. Das ergab eine am Montag veröffent­lichte Studie der Krankenkasse Pronova BKK, an der 2000 Mütter und Väter teilnahmen und die nach eigenen Angaben repräsentativ ist. 58 Prozent der Befragten gaben demnach an, ihren Kindern vieles durchgehen zu lassen, weniger als die Hälfte der Eltern setzt bei Regelverstößen auf Sanktionen. Gerade bei jüngeren ­Müttern und Vätern steht dahinter der Wunsch nach einem freundschaftlichen Verhältnis zu ihrem Kind: 72 Prozent ­aller Eltern unter 30 Jahren möchten der beste Freund ihres Kindes sein.

Die Ergebnisse deuten auf einen Trendwechsel in der Kindererziehung hin, der auch im Vergleich zur Kindheit der befragten Eltern sichtbar wird. So ­gaben 60 Prozent an, früher ohne Mitspracherecht erzogen worden zu sein. Heute verfolgt nur noch weniger als die Hälfte aller Eltern diesen Erziehungsstil: 44 Prozent setzen Regeln ohne Mitsprache ihrer Kinder durch. Bei der Mehrheit der Befragten hingegen durften Kinder partizipieren, wenn es um die Festlegung neuer Regeln ging.

Vater soll Freund und Beschützer sein

Und auch was Lob ­betrifft, scheinen Eltern großzügiger geworden zu sein. 41 Prozent der Befragten gaben an, ihr Kind regelmäßig zu loben. Im Vergleich: In ihrer eigenen Kindheit erlebte das nur rund ein Drittel. Nicht nur im Kontrast zu früheren Eltern­generationen deutet die Studie auf unterschiedliche Rollenverständnisse hin. ­Differenzen liegen auch zwischen den Geschlechtern, besonders in der Wahrnehmung der eigenen erzieherischen Anteile. Gab gut jeder zweite Vater an, dass die Erziehungsarbeit unter den ­Elternteilen gleich aufgeteilt sei, sah das unter Müttern nur jede dritte Befragte so – die Mehrheit der Frauen schätzte ihren Anteil an der Erziehung größer ein als den des Manns.

Der ideale Vater, so gab fast die Hälfte aller Männer an, bestreitet den Lebensunterhalt der Familie. Auch hier legten die befragten Mütter andere Schwerpunkte. Nur 35 Prozent sahen es laut Studie als die Aufgabe des idealen Vaters, sich um den Lebensunterhalt der Familie zu kümmern. Für 45 Prozent der Mütter hingegen zeichnet sich der ideale Vater vor allem dadurch aus, als „Freund und Beschützer“ für das Kind da zu sein.

Auch in qualitativer Hinsicht gingen die Vorstellungen über die eigene Er­ziehungsarbeit zwischen Müttern und ­Vätern auseinander. 84 Prozent aller ­befragten Väter zeigten sich demnach überzeugt davon, ihrer Vorbildfunktion immer gerecht zu werden – unter ­Müttern waren es 77 Prozent.

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