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Wie sehr Donald Trump den Friedensnobelpreis will, zeigt sein Anruf in Oslo. Dort wird die berühmte Auszeichnung jedes Jahr verliehen. Und so ließ sich der amerikanische Präsident vergangene Woche mit dem norwegischen Finanzminister Jens Stoltenberg verbinden. Wie es denn aussehe mit dem Preis? So zumindest berichtet es die norwegische Presse.
Auch am Montag, bei seinem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Washington, machte Trump deutlich, wie er sich sieht: als Friedensstifter. „Ich habe sechs Kriege beendet, und ich dachte, dieser wäre vielleicht der einfachste, aber das ist er nicht“, sagte Trump bei der Begegnung im Oval Office. Die ganze Welt habe den Krieg in der Ukraine satt, und er, Trump, werde dafür sorgen, dass auch dieser Krieg ein Ende finde, versprach der amerikanische Präsident abermals. Dieser aber sei besonders schwierig zu lösen. Im Wahlkampf hatte er versprochen, den Krieg in 24 Stunden zu beenden.
Als erfolgreicher Vermittler, als einer, der das scheinbar Unmögliche möglich macht: Die jüngsten Aussagen des amerikanischen Präsidenten in Washington unterstreichen, wie der Republikaner in der Welt wahrgenommen werden will. Die Aufmerksamkeit, die in diesen Tagen auf ihm liegt, will er offensichtlich nutzen, um seinem mehrfach ganz offen formulierten Ziel ein Stück näher zu kommen: dem Friedensnobelpreis.
Trump strebt nach Vermächtnis
Dass sich Trump ein Vermächtnis als Friedensstifter wünscht, formulierte er bei seiner Amtseinführung in seine zweite Amtszeit im Januar sehr deutlich: „Wir werden unseren Erfolg nicht nur an den Schlachten messen, die wir gewinnen, sondern auch an den Kriegen, die wir beenden, und vielleicht am wichtigsten, an den Kriegen, in die wir gar nicht erst geraten“, sagte er. Mit Blick auf seine eigene Rolle fügte er hinzu: „Mein stolzestes Vermächtnis wird das eines Friedensstifters und Versöhners sein.“
Aus seinen Ambitionen auf den Friedensnobelpreis macht Trump schon lange keinen Hehl – als geradezu „besessen“ von dem Gedanken, ihn verliehen zu bekommen, bezeichnen ihn Kommentatoren in den USA. „Ich verdiene ihn, aber sie werden ihn mir niemals geben“, sagte Trump bei einem Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Februar in Washington. Wenige Monate später, schlug Netanjahu Trump beim Nobelpreiskomitee für die Auszeichnung vor. Im Juli, abermals zu Besuch in Washington, sagte Israels Regierungschef zur Begründung, Trump schmiede „in diesem Moment Frieden, in einem Land, in einer Region nach der anderen“.
Nominierung nicht nur durch Netanjahu
Es ist nicht Trumps einzige Nominierung. Zuletzt schmeichelten etliche Staats- und Regierungschefs dem amerikanischen Präsidenten auf diese Weise: Anfang August brachten Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan und der aserbaidschanische Staatschef llham Alijew Trump für den Friedensnobelpreis ins Gespräch, nachdem sie unter amerikanischer Vermittlung im Weißen Haus eine Friedenserklärung unterzeichnet hatten. Wenige Tage zuvor hatte Kambodschas Regierungschef Hun Manet Trump für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Pakistans Regierung hatte im Juni mitgeteilt, Trump „in Anerkennung seines entschlossenen diplomatischen Eingreifens und seiner entscheidenden Führungsrolle während der jüngsten indisch-pakistanischen Krise“ für den Preis zu nominieren – Indien jedoch bestritt die Vermittlerrolle der USA.
Auch von Anhängern und Abgeordneten war Trump immer wieder für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden. Schon in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) zeigte sich Trump überzeugt, dass er die Auszeichnung „für viele Sachen“ bekommen würde, wenn sie denn nur gerecht vergeben würde. Mehrfach schon äußerte er seinen Ärger darüber, dass er den Preis noch immer nicht bekommen hat.
Rivalität mit Obama als Antrieb
Auch die Rivalität mit dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Barack Obama (2009 bis 2017) dürften Trumps Ambitionen auf den Friedensnobelpreis vorantreiben. Der Demokrat erhielt den Preis zu einem frühen Zeitpunkt seiner Präsidentschaft, er war erst wenige Monate im Amt. Die Verleihung wurde mit seinem Einsatz zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Kooperation zwischen den Völkern begründet. Trumps ehemaliger Berater John Bolton schrieb Mitte Juni auf der Plattform X: „Trump will einen Friedensnobelpreis, weil Barack Obama einen bekommen hat.“ Trump selbst äußerte sich bei einer Wahlkampfveranstaltung in Las Vegas im vergangenen Jahr abschätzig: „Sie haben Obama den Nobelpreis verliehen. Er wusste nicht einmal, warum zum Teufel er ihn bekommen hat, oder?“

Nun will Trump das Momentum nutzen. Dem Treffen mit Selenskyj und den europäischen Staats- und Regierungschefs im Weißen Haus am Montag schickte er auf seiner Onlineplattform Truth Social eine Nachricht voraus: Und schrieb, was er später vor den Kameras im Oval Office wiederholen würde: Sechs Kriege habe er beendet, „darunter einen möglichen Atomkrieg“, und dennoch müsse er sich vom „Wall Street Journal“ und „vielen anderen, die wirklich keine Ahnung haben“, erzählen lassen, was er mit Blick auf Russland und die Ukraine alles falsch mache. Doch er werde es schaffen, auch diesen Krieg zu beenden – und es seinen „leichtgewichtigen und sehr neidischen Kritikern“ beweisen.
Auch Hillary Clinton kennt Trumps Ambitionen
Trumps Sprecherin Karoline Leavitt zog bei einer Pressekonferenz Ende Juli folgende Bilanz: Trump habe „während seiner sechsmonatigen Amtszeit durchschnittlich etwa einen Friedensvertrag oder Waffenstillstand pro Monat ausgehandelt“. Der Präsident habe damit nun die Konflikte und Kriege zwischen Thailand und Kambodscha, Israel und Iran, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo, Indien und Pakistan, Serbien und Kosovo sowie Ägypten und Äthiopien befriedet. „Es ist höchste Zeit, dass Präsident Trump den Friedensnobelpreis erhält.“
Mit Blick auf Trumps Nobelpreis-Ambitionen erlaubte sich die Demokratin und scharfe Kritikerin des Präsidenten, Hillary Clinton, in der vergangenen Woche eine wohl eher scherzhafte Bemerkung. In einem Podcast sagte sie, sie würde Trump für die Auszeichnung nominieren, wenn er den Ukrainekrieg beende, ohne dass die Ukraine Gebiete an Russland abtreten müsse.
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