UGREEN NASync iDX6011 Pro im Test: AI-NAS auf Steroiden

UGREEN NASync iDX6011 Pro im Test: AI-NAS auf Steroiden

UGREEN NASync iDX6011 Pro im Test: AI-NAS auf Steroiden

UGREEN ist nunmehr seit zwei Jahren auf dem NAS-Markt in Europa aktiv und hat den Markt, hauptsächlich unter den zuvor zwei großen Wettbewerbern, ordentlich aufgemischt. Verschiedene Modelle aus der DXP- (x86-basiert) und DH-Serie (ARM-basiert) haben wir euch hier bereits vorgestellt. Heute ist das UGREEN NASync iDX6011 Pro an der Reihe.

KI ist nunmehr in aller Munde und sie benötigt hauptsächlich eins: ordentlich Leistung und den aktuell – eben genau deswegen – viel zu knappen Arbeitsspeicher. Und weil KI in aller Munde ist und mehr und mehr auch auf privaten Systemen gefordert wird, hat UGREEN eine neue Serie von NAS-Systemen ins Leben gerufen: die iDX-Serie. Sie basiert ebenfalls auf der x86-Technik, ist aber zusätzlich eben mit Hardware ausgestattet, die für KI-Workloads optimiert ist.

Angeboten wird das AI NAS im ersten Aufschlag in den Geschmacksrichtungen iDX6011 und iDX6011 Pro. Diese unterscheiden sich beim Prozessor (Core Ultra 7 255H im Pro und Core Ultra 5 125H im Standardmodell) und einem zusätzlichen OCuLink-Port im Pro-Modell. Zusätzlich gibt es im Pro-Modell noch ein kleines Display, über das die Systemauslastung betrachtet und Basisfunktionen des NAS gesteuert werden können. Ferner ist das Standardmodell wahlweise mit 32 oder 64 GB RAM erhältlich. Das Pro-Modell kommt immer mit 64 GB RAM.

UGREEN hat mir das iDX6011 Pro für einen Test nebst Festplatten zur Verfügung gestellt. Hier zunächst die gesamten technischen Daten.

  • 6x SATA-Laufwerksschacht mit schraubenlosem Festplattenrahmen
  • Intel Core Ultra 7 255H 16 Cores 16 Threads, 5.1 GHz, 96 TOPS*, TDP 28W
  • 64GB LPDDR5/x
  • Systemlaufwerk: 128 GB SSD
  • 2x M.2 Slot
  • RAID-Level: JBOD/Basic/RAID 0/1/5/6/10
  • 2x 10 GbE LAN-Ports
  • 2x Thunderbolt 4
  • 2x USB-A 3.2
  • 2x USB-A 2.0
  • 1x PCIe Gen4 x8
  • 1x OCuLink
  • 1x SD-Kartenslot
  • 1x HDMI
  • 3,7″ LCD-Display
  • 212 x 260 x 349 mm
  • 9,2 kg

Unboxing

UGREEN NASync iDX6011 Pro Unboxing und Verpackungsinhalt

Bei mir zu Hause kam ein riesiger Karton an. Das NAS ist ausgezeichnet und sicher verpackt. Neben dem NAS ist in dem Schaumstoff noch Platz für eine Box mit Zubehör. In der Box befinden sich eine mehrsprachige, detaillierte Schnellstartanleitung, eine Garantiekarte, 2 „Schlüssel“ für die Laufwerksschächte, 1 Netzkabel, 2 CAT7-Netzwerkkabel, 2 massive Kühlkörper für M.2-SSDs sowie Schraubendreher und Schrauben zum Demontieren der Seitenteile und zum Befestigen von 2,5″-Festplatten und M.2 SSDs.

Mit seinen 212 x 260 x 349 mm Größe und 9,2 kg ist das iDX6011 Pro ganz klar kein Leichtgewicht, aber viel Leistung und Festplatten benötigen nun auch einmal viel Platz. Das gesamte System wirkt von außen zunächst perfekt verarbeitet. Alles sitzt sauber und ist erstklassig verarbeitet. Die Oberflächenmaterialien sind alle hochwertig und es gibt keinerlei scharfe Kanten. Das Gehäuse ist komplett aus Metall und infolgedessen ausreichend robust.

Das Einbauen der Festplatten ist so einfach wie von UGREEN gewohnt. Über einen Federmechanismus an der unteren Seite der Einschübe lassen sich diese öffnen und dann am Griff herausziehen. Über einen Schiebemechanismus an der Unterseite der Einschübe können diese aufgeschoben, die Festplatte eingelegt und der Einschub wieder verriegelt werden. Die Festplatten können in die Einschübe schraubenlos und entkoppelt über Gummihalterungen eingelegt werden.

UGREEN NASync iDX6011 Pro - Festplatteninstallation

Auf der Vorderseite des NAS befinden sich der Ein- und Ausschalter mit integrierter Status-LED. Dazu kommen acht weitere LEDs, die jeweils die Aktivität der beiden LAN-Anschlüsse und der sechs Festplatten anzeigen. Für die zwei M.2-NVMes gibt es keine Status-LEDs. Weiterhin befinden sich an der Vorderseite noch ein SD-Kartenslot, zwei USB-C 4.0-Anschlüsse mit Thunderbolt 4 und einer der zwei USB-A 3.2-Anschlüsse.

Auf der Rückseite befinden sich die beiden USB-A 2.0-Anschlüsse, der zweite USB-A 3.2-Anschluss, die beiden LAN-Ports, ein HDMI- und ein OCuLink-Anschluss. Dazu gesellen sich der Stromanschluss per normalem Kaltgerätekabel, ein PCIe-Erweiterungsschacht und ein Reset-Knopf.

Durch den Stromanschluss für ein normales Kaltgerätekabel wird schnell klar: Das Netzteil dieses NAS befindet sich intern. Es gibt also keinen großen Klotz, der sonst noch irgendwo untergebracht werden muss. Die Festplatten werden auch bei diesem System, wie von einigen NAS der DXP-Reihe schon bekannt, mit zwei rückseitigen Lüftern gekühlt. Auch hier gibt es wieder einen magnetischen Staubfilter, damit der Staub nicht das System zusetzt. Ist der Filter dennoch einmal verstopft, kann er einfach abgenommen, ausgebürstet und wieder aufgesetzt werden.

Auf beiden Seiten befindet sich ein mit vier Schrauben befestigtes Seitenteil. Für die Inbusschrauben liegt ein passender Schraubendreher bei. Über die Seiten können auf der einen Seite das Netzteil und auf der anderen Seite das Mainboard mit den internen Erweiterungsanschlüssen erreicht werden.

Hier können schnell und einfach eine PCIe gen 4 x8-Karte und zwei M.2 NVMes nachgerüstet werden. Durch die x86-Prozessoren in der Reihe können auf dem PCIe-Steckplatz nahezu alle Erweiterungskarten, die der Spezifikation entsprechen, genutzt werden. Hier können zum Beispiel, KI-Beschleunigungskarten, eine Grafikkarte, Speichererweiterungen oder andere Karten eingebaut werden. Ob sie dann von UGOS unterstützt werden, steht auf einem anderen Blatt. Das müsste dann von Fall zu Fall ausprobiert oder im Vorfeld beim Support von UGREEN erfragt werden.

Der Arbeitsspeicher ist bei der iDX-Serie fest auf den Mainboards verlötet. Dies ist auf der einen Seite schade, da hier nicht über bereits vorhandenen RAM ein wenig Geld gespart werden kann. Auf der anderen Seite ist dies bei dem kleinen Bauraum aber auch verständlich. Schaut man sich den gesamten Aufbau an, befindet sich im Inneren neben dem Mainboard ein riesiger CPU-Kühler mit Kupfer-Heatpipes. Dieser verfügt über zwei Lüfter, welche die Abwärme zu der einen Seite herauspusten, denn der Core Ultra 7 255H kann im Turbo-Modus bis zu 115 W Leistung aufnehmen. Bei stressigen Aufgaben kann es hier schon ziemlich warm werden. Der schnelle LPDDR5/x-Speicher in diesem System kann hier zumindest ein wenig die Abwärme und Leistungsaufnahme reduzieren.

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme des iDX6011 Pro läuft genauso ab, wie bereits von UGREEN-NAS-Systemen bekannt. Nach dem Einbau der Festplatten, dem Anschließen des NAS an den Strom und dem Verbinden mit dem Netzwerk und dem Einschalten geht es los. Das Display auf der rechten Seite zeigt während des Starts einen kleinen Fortschrittsbalken an, der signalisiert, dass das NAS noch im Startprozess ist. Ist der erste Start abgeschlossen, weist das Display auf die Einrichtung hin und zeigt einen QR-Code zum Download der App.

UGREEN NASync iDX6011 Pro - Inbetriebnahme

In der App wird das iDX6011 Pro sofort im Heimnetz gefunden und der Ersteinrichtungsprozess wird gestartet: Passwort vergeben, auf Wunsch Anbindung an die UGREEN-Cloud, und schon wird die aktuelle UGOS-Pro-Version, in meinem Fall 1.13.1.0125, heruntergeladen und installiert. Nach Abschluss der Installation erfolgt noch ein Neustart und schon ist das NAS einsatzbereit.

Statt über die mobile App kann man das NAS auch per Browser oder über den Desktop-Client von UGREEN einrichten.

Einrichtung des iDX6011 Pro über die mobile App

An dieser Stelle fühlt sich alles vertraut an. UGOS Pro ist identisch mit der Version, die auch auf den Geräten der DXP- oder DH-Serie läuft. Apps, Einstellungen, Optik, – alles identisch, abgesehen von einer kleinen Ausnahme: den KI-Funktionen.

KI-Funktionalität

Nach der Inbetriebnahme finden sich auf dem Desktop neben den standardmäßig installierten und bekannten Apps noch die App Uliya und die KI-Konsole. Uliya ist der KI-Assistent von UGREEN.

UGOS Pro kommt auf das NAS standardmäßig ohne vorinstallierte KI-Modelle. Das hält das Betriebssystem schlank, die Inbetriebnahme schnell und die Installation von KI-Funktionen vollständig optional. Wird die Uliya-App oder die KI-Konsole gestartet, wird zunächst der Download von entsprechenden Modellen über letztere gefordert.

Für die Basisnutzung werden hier die beiden Modelle Qwen3 mit 8,22 Token/s und 12 GB Speichernutzung als LLM und Uliya-v 2b mit 16,53 Token/s und 1,5 GB Speichernutzung als multimodales Modell genutzt. Beide Modelle werden für die vollständige Funktion von Uliya benötigt. Die Downloadgröße beträgt ca. 10 GB und ist je nach Internetverbindung schnell heruntergeladen, entpackt und einsatzbereit. Qwen3 ist eines der besseren Modelle für lokale KI-Nutzung, wenn auch nicht zu vergleichen mit denen der großen amerikanischen KI-Anbieter.

Installation der lokalen KI-Modelle auf dem iDX6011 Pro

Zusätzlich gibt es noch ein nicht näher benanntes Sprache-zu-Text-Modell mit weiteren 8 GB, welches optional heruntergeladen werden kann. Weitere Drittmodelle können mit der aktuellen Version von UGOS nicht angebunden werden. Über die KI-Konsole kann bei bestehendem Open-AI-Abo ein ChatGPT-API-Token hinterlegt werden, um ChatGPT für erweiterte KI-Funktionen aus der Cloud nutzen zu können.

Um die KI-Konsole abzuschließen: Als letzte Funktion können darüber noch die einzelnen Apps von UGOS an die KI Uliya angebunden werden.

Verbindung der UGREEN-Apps mit den lokalen KI-Komponenten

Uliya ist in etwa so aufgebaut, wie man das von anderen KI-Assistenten kennt.

Nach dem Öffnen werden auf der linken Seite vier Optionen angeboten.

Zunächst ist die erste und stets vorausgewählte Option das Starten eines neuen Chats. Hier kann ebenfalls die Online-Suche aktiviert werden, um auch Online-Quellen in das Ergebnis einfließen zu lassen.

Die zweite Option ist das Erstellen einer Wissensdatenbank. Hier können die Formate docx, txt, pdf, png und jpg zugeordnet, analysiert und in ein lokales „Gehirn“ geschrieben werden. Mittels Sprachmodell können dann Anfragen an diese Datenbank gestellt werden. Ich habe dies mal mit ein paar Fotos versucht. Auf meine Frage, ob es in der Datenbank ein Foto mit einer essenden Person gibt, habe ich folgende Antwort erhalten:

Ja, in der Wissensdatenbank gibt es ein Bild, auf dem jemand isst.

Beschreibung des Bildes:

Ein Frau sitzt im Vordergrund und hält eine Platte mit Essen. Sie scheint etwas zu essen oder bereit zu sein, es zu essen. In der Nähe sitzen zwei Frauen – eine auf der linken Seite und eine leicht hinter ihr. Vor ihnen befindet sich ein dritter Personen teilweise sichtbar, der an der Tabelle sitzt. Auf dem Tisch liegen verschiedene Gegenstände wie Teller und Essbesteck. Im Hintergrund sind einige hängende Pflanzen zu erkennen, die das Ambiente mit Grünheit veredeln. Die Umgebung ist ein offenes, gemütliches Außenbereich mit Stühlen und Kissen, was darauf hindeutet, dass es sich um einen entspannten und casualen Raum für Essen oder soziale Interaktion handelt.

Ich sag’ mal so: Die Kernaussage stimmt. Ich fürchte allerdings, dass hier durch die Übersetzungen zwischen der Ausführungssprache Englisch und dem Deutschen ein paar Dinge „kaputt“ gegangen sind. Die Tabelle ist wohl der Tisch (table) und die Platte ist wohl der Teller (plate). Naja, lustig, aber grundsätzlich ein tolles Feature, das sicherlich mit der Zeit besser wird, wenn man mal die rasante Entwicklung im KI-Bereich generell und überhaupt die Entwicklung von UGOS in den vergangenen zwei Jahren betrachtet.

Die dritte Option lautet „Zusammenfassung“. Hier können PDF-, DOCX- und TXT-Dateien zusammengefasst, sofortübersetzt oder eine Gliederung oder Mindmap der jeweiligen Datei erstellt werden. Wünschenswert wäre hier noch die Möglichkeit, Bilder und Audiodateien analysieren und zusammenfassen oder übersetzen zu lassen. In meinen Versuchen hat dies hervorragend funktioniert. Natürlich reicht die Qualität noch nicht an die großen Online-LLMs für eine Zusammenfassung heran, aber dafür werden auch alle Daten nur lokal verarbeitet und das Ganze ist deutlich weniger speicher- und ressourcenintensiv.

Die vierte Option nennt sich „Intelligente Befehle“ und hier wird es spannend, denn hierbei handelt es sich um agentische KI. Hier besteht die Möglichkeit, Bilder per Prompt zu suchen, Alben zu erstellen, bzw. kombiniert gefundene Bilder zu einem Album zusammenzustellen, Musik suchen und abspielen, Filme suchen und abspielen, und sogar Container für Docker erstellen zu lassen, die Lüfter vom NAS zu konfigurieren, die LEDs einzustellen und vieles mehr. Letzten Endes handelt es sich hierbei um Schnittstellen zu Tools, die UGREEN in seine eigenen NAS-Anwendungen eingebaut hat. Die Funktionen können hier anwendungsspezifisch in der KI-Konsole (s.o.) an- und ausgeschaltet werden. Auch hier sind zum jetzigen Zeitpunkt die Funktionen noch stark begrenzt, aber es handelt sich ziemlich sicher nicht um das Ende der Entwicklung.

Bei ein paar hochgeladenen Beispielbildern wurden auch Fotos dem Album zugeordnet, deren Situation mit dem Essen zu tun haben könnte. Grundsätzlich fand ich das Ergebnis schon beeindruckend, wenn auch nicht perfekt.

Direkten und automatischen Zugriff auf eure Daten hat Uliya nicht. Für die Wissensdatenbank werden lediglich die Daten genutzt, die in die jeweilige Datenbank gefüttert werden, und für die intelligenten Befehle können die Schnittstellen zu den jeweiligen Tools separat gewählt werden. Letztlich finde ich diesen Ansatz sinnvoll, um Datenschutz zu gewähren, nicht alle Daten von einer KI aufwendig indizieren zu lassen und dennoch KI-Aufgaben durchführen zu können. Spannend wäre hier sicherlich noch der Ansatz, weitere Modelle und Schnittstellen anzubinden, um darüber hinaus noch weitere, teils agentische Funktionen in Uliya nachzurüsten. Was nicht ist, kann ja noch werden.

Display und Leistung

Das Display des NAS ist ein cooles Feature. Auf verschiedenen Seiten, die mit einem Fingerswipe durchgewischt werden können, werden verschiedene Übersichten angezeigt. Uhrzeit, Festplatten- und CPU/RAM-Belegung finden sich auf Seite 1, eine Verlaufanzeige des Task Managers auf Seite 2, Informationen über die Netzwerkverbindung auf Seite 3 und eine Übersicht über die Festplatten auf Seite 4. Mit einem Wisch von unten nach oben kann die Sprache angepasst werden, die Helligkeit des Bildschirms angepasst und das NAS neu gestartet oder heruntergefahren werden.

Leistungstechnisch ist das NAS unangefochten das beste, was mir bisher auf den Tisch gekommen ist. Der Core 7 Ultra 255H taktet mit bis zu 5,1 GHz und ist damit ein absolutes Biest für nahezu alle Aufgaben, außerhalb des echten Serverbereichs. Doch Leistung benötigt vor allem auch eines: Strom. Sind die Festplatten ausgeschaltet und das NAS einfach nur im Idle, genehmigt es sich locker 30-35 W.

Laufen die 6 Festplatten, ist es nicht mehr unter 42 W Leistungsaufnahme zu bewegen. Rechnet die CPU zusätzlich noch KI-Aufgaben und transkodiert einen Film, der gerade über Jellyfin gestreamt wird auf der iGPU, geht es nicht mehr unter 80 W. Der höchste Wert, den ich in meinen Tests gesehen habe, lag bei 98 W, doch ich bin mir sicher, dass da noch einiges an Luft nach oben ist. Alleine die CPU kann sich theoretisch bis zu 115 W genehmigen.

Im Ruhezustand konnte ich ca. 30 dB(A) in direkter Nähe des NAS messen. Aber selbst mit voller CPU-Last, z.B. mit Prime95 per Docker, konnte ich den Lüfter nicht aus der Reserve locken. Bei angenehmen 60°C, blieb das NAS bei ca. 32 dB(A). Wenn ich die Lüfter in der Systemsteuerung auf volle Leistung stelle, geht es allerdings direkt auf 54 dB(A) hoch. Hier ist also wirklich viel Luft nach oben und die niedrige Temperatur bei 100% CPU-Last spricht meines Erachtens nach für ein wirklich durchdachtes Kühlkonzept mit den insgesamt fünf Lüftern (2x CPU, 2x HDDs, 1x Netzteil).

Fazit

Wow, einfach wow. Dieses NAS hat alles, wovon man nur träumen kann. Einen Prozessor, der nahezu alles abdeckt, sechs Platteneinschübe, ordentliche Verarbeitung, jede Menge RAM, zwei M.2 Steckplätze und und und. Und von der Möglichkeit, jedes andere Betriebssystem mit dem NAS zu nutzen, habe ich noch gar nicht gesprochen, denn das ist weiterhin ohne Probleme und mit nur kurzen Eingriffen ins BIOS möglich und von UGREEN unterstützt. Solltet ihr die Bootplatte überschreiben, gibt es sogar von UGREEN ein Image, um wieder das originale UGOS PRO zu flashen und zurück zum Original zu gehen.

Zwei negative Punkte habe ich aber dennoch:

  • Der Stromverbrauch ist hoch. So hoch, dass man es wirklich wollen muss und entsprechende Dienstanforderungen hat, die man darauf betreiben will. 35 W im Idle heißen 307 kWh im Jahr bei 100% Idle. Bei 30 Cent/kWh sind das alleine 92,10 € nur für den Strom. Und das ohne, dass das NAS irgendetwas getan hätte.
  • Natürlich der Preis: Wer sich die Spezifikationen angeschaut hat, kann nicht erwarten, dass das NAS für einen schmalen Taler zu erwerben ist. Wie damals auch die DXP-Serie, wird die iDX-Serie zunächst per Kickstarter bis zum 23.04.2026 vermarktet. Die Early Bird und Super Early Bird Angebote sind auch schon alle ausverkauft, sodass die Geräte nunmehr zum angepeilten Straßenpreis von 2.599 USD verkauft werden. Anschließend geht das NAS zum gleichen Preis in die bekannten Geschäfte. Schaut man sich auf den Preissuchmaschinen um, wird schnell klar: Das liegt unter anderem an der Speicherkrise. Alleine die 64 GB DDR5-RAM sind momentan schwer unter 600 € zu bekommen. Leider kommen zu dem Preis dann noch einmal Festplatten, die aktuell auch alles andere als günstig sind. Wenn es nicht ganz so viel Leistung sein muss, gibt es aber ja auch noch die „kleineren“ Varianten mit dem Core Ultra 5 und „lediglich“ 32 GB RAM für 1.359 USD oder mit 64 GB RAM für 1.999 USD in der gleichen Kickstarter-Kampagne.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass UGREEN hier ein absolutes Monster geschaffen hat. Die KI-Funktionen wirken durchdacht, wenn auch noch nicht zu 100 % ausgereift, doch sie haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie stets dranbleiben, ihre Software weiter zu verbessern und neue und bessere Funktionen stetig in die Software zu implementieren. Wer eine gewisse Funktion benötigt, sollte dennoch warten, bis diese auch vorhanden ist, um nicht am Ende enttäuscht zu werden. Wer viel Leistung braucht und sich nicht gleich einen großen Server irgendwo hinstellen will, der wird mit den NAS-Systemen der iDX-Reihe hinsichtlich Technik, Leistung und Verarbeitung sicherlich keinen Fehlgriff machen.

Der Artikel ist jetzt schon sehr lang und ich habe nur an der Oberfläche gekratzt. Solltet ihr also noch Fragen zum System haben, fragt mich gerne in den Kommentaren. Ich versuche auch hier alles, was mir möglich ist, zu der Hard- und Software zu erklären, was ihr wissen wollt.

 

Disclaimer: Die Testmuster wurden mir vom Hersteller kostenlos überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

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Über den Autor

Alex Lüttgen

Alex Lüttgen

Ich bin Alex Lüttgen, oder auch Utgardus.
Als Netz- und Systemadministrator fühle ich mich in so ziemlich allen Produkten von Microsoft im Client-, Server- und Office 365-Bereich zu Hause. Nach der Arbeit wird dann selbstverständlich auch mal die Xbox angeschmissen. Mobil bin ich nach dem Aus von Windows Mobile auf iOS gewechselt und fühle mich dort deutlich wohler, als bei Android.
Neben der IT ist Elektromobilität meine absolute Leidenschaft. Ich bin fest der Überzeugung, dass sich dort in naher Zukunft immer mehr tut, bis dann irgendwann die Verbrenner ganz abgelöst werden.

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