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Einst hatte Visual Studio Code den Reigen der Monaco-Editoren als Referenzimplementierung begonnen, ehe Ende vergangenen Jahres Amazon mit Kiro und Google mit Antigravity ihre eigenen Forks auf den Weg gebracht haben. Seitdem konzentriert sich der Wettbewerb unter den Derivaten zunehmend auf die eigene Cloud-Infrastruktur und eigenen KI-Fähigkeiten, und auch Visual Studio Code wurde zunehmend zum reinen Onboarding-Instrument für Microsofts Ökosystem. Nun kommt auch der vierte, bisher unabhängige Konkurrent unter die Haube.
Wie der SPIEGEL berichtet, hat SpaceX sich bei Cursor für eine Übernahme entschieden, womit insgesamt 60 Milliarden USD in Aktien für die Aquisition ausgegeben werden. Die Übernahme soll zum Ende des dritten Quartals, also spätestens Ende September, abgeschlossen sein. Auch Microsoft hatte einst die Übernahme von Cursor erwogen, sich dann aber für die Entwicklung von GitHub Copilot entschieden. Im Unternehmen von Elon Musk dürfte nun eine Konzentration auf das hauseigene KI-Modell Grok und die eigene Infrastruktur Colossus erfolgen.
Cursor hatte Visual Studio Code in der jüngeren Vergangenheit zunehmend unter Druck gesetzt und wurde gerade in Zeiten vor Claude Code und Codex unter Entwicklern, die auf KI-Agenten und Vibe Coding setzten, immer beliebter. Mit der Übernahme sind wir bei den Monaco-Editoren jetzt de facto in einer Situation, dass alle vier großen Editoren ihre Nutzer an die Infrastruktur und KI-Assistenten binden (werden): Visual Studio Code an Microsoft Azure und Copilot, Antigravity an Google Cloud und Gemini, Kiro an Amazon Web Services und Cursor an Colossus und Grok.
Wer unabhängig bleiben möchte, dem verbleibt VSCodium als einzige echte Monaco-basierte Alternative, die für Extensions aber auf die Open VSIX Registry der Eclipse Foundation zugreifen muss. Wer sich mit Rust auch eine andere Basis vorstellen kann, könnte es mit Zed versuchen, der von den ehemaligen Entwicklern von Atom vorangetrieben wird, nachdem Microsoft diesen bei GitHub damals ausgemustert hatte.
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Über den Autor

Kevin Kozuszek
Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden und habe in diesem Ökosystem meine digitale Heimat gefunden. Bei Dr. Windows halte ich euch seit November 2016 über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden, die Microsoft bei seinen Open Source-Projekten und Microsoft Edge zu berichten hat. Beiträge über Mozilla, Europas Digitalwirtschaft und inklusive Informatik runden meinen Bereich ab.
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