Muss ich am 1. Januar 2024 eine funktionierende alte Heizung herausreißen?
Nein. Die Pflichten des neuen Gesetzes gelten nur, wenn die alte Heizung nicht mehr repariert werden kann und ohnehin ersetzt werden muss. Allerdings besteht schon nach alter Rechtslage theoretisch die Pflicht, bestehende Heizungen nach 30 Jahren auszutauschen. Das war Teil des Klimapakets, das die alte Regierung im Hitzesommer 2019 beschloss. In der Praxis wurde das bislang kaum kontrolliert. Außerdem müssen alte Heizungen künftig nach 15 Jahren einer Prüfung und Optimierung unterzogen werden.
Ist es ratsam, noch schnell eine Öl- oder Gasheizung einzubauen?
Experten raten davon ab, sich jetzt überstürzt noch eine neue Öl- oder Gasheizung einzubauen. Das fossile Heizen mag auf den ersten Blick günstiger erscheinen als der Einbau einer Wärmepumpe. „Doch das ist zu kurzfristig gedacht, schließlich wird der CO2-Preis in den kommenden Jahren deutlich steigen“, sagt Benjamin Weismann vom Bundesverband der Energieberater. Ein Beispiel: Aktuell liegt der Preis bei 30 Euro pro Tonne ausgestoßenem CO2. Geht man beispielsweise von durchschnittlich 55 Euro pro Tonne über die kommenden 20 Jahre hinweg aus, sind bei einem gewöhnlichen unsanierten Einfamilienhaus mit Ölheizung etwa 7000 Euro Zusatzkosten zu erwarten. Viele Fachleute gehen von einem noch viel höheren CO2-Preis aus. Diese Kosten sollte man bei der Abwägung berücksichtigen.
Welche Heizungen darf ich einbauen?
Generell gilt: Die neue Heizung muss zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Diese Anforderung gilt mit einer elektrischen Wärmepumpe oder einem Fernwärmeanschluss automatisch als erfüllt, unter bestimmten Bedingungen auch mit Strom- und Solarheizungen. Hybridheizungen, die an besonders kalten Tagen zusätzlich fossile Brennstoffe verfeuern, sind möglich; sie ersparen oft teures Dämmen. Gasheizungen, die mit Wasserstoff betrieben werden können, und Biomasse-Heizungen etwa auf Holzpellet-Basis, sind möglich, aber ebenfalls an Voraussetzungen gebunden.
Soll ich schon auf eine Wärmepumpe umrüsten, obwohl ich noch nicht muss?
Sich früh Gedanken über das eigene Heizsystem zu machen, ist eine gute Idee. „Überstürzen sollten Hausbesitzer aber nichts, eine neue Heizung muss sauber geplant sein“, sagt Thomas Zwingmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Hausbesitzer können mit dem Kauf einer neuen Heizung also noch etwas abwarten. Die Preise von Wärmepumpen dürften in den kommenden Monaten und Jahren noch etwas fallen, außerdem kommen neuere Modelle auf den Markt. Hinzu kommt: Wenn in der kommunalen Wärmeplanung (siehe unten) festgestellt wird, dass ein Anschluss an die Fernwärme möglich ist, dann könnte das die günstigere Variante sein. Wichtig sei es außerdem, sagt Energieexperte Benjamin Weismann, sich erstmal um die richtige Dämmung des Hauses zu kümmern. „Das senkt den Energiebedarf erheblich. Dadurch kann auch eine neue Heizung kleiner dimensioniert werden“, sagt er. Was wiederum Geld spart.
Welche Übergangsfristen gibt es?
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