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„Was kümmert uns die Wahl in Frankreich?“
Merkel und Macron 2018 im Norden Frankreichs
Bild: AFP
Frankreich riskiert die Wahl einer rechtspopulistischen Europa-Hasserin, aber in Deutschland bleibt es merkwürdig still. Haben wir die deutsch-französische Freundschaft zu selbstverständlich genommen?
In diesem Jahr begeht das hübsche Örtchen Saarburg im Hunsrück, einer Gegend, in der manche Städte gerade 6000 Einwohner haben, ein Jubiläum. Saarburg liegt ungefähr zwanzig Kilometer von der französischen Grenze entfernt, und über den Beginn einer inzwischen siebzig Jahre währenden besonderen Beziehung zu Frankreich erzählt man sich in der Stadt die Geschichte der Pfadfindergruppe, die auf einer Reise an einem gleichnamigen Ort in Frankreich vorbeikam. Die Pfadfinder übergaben dem Bürgermeister von Sarrebourg einen Brief ihres Bürgermeisters, von dem der genaue Wortlaut nicht digital überliefert ist, seine Botschaft jedoch schon: der Wunsch nach Annäherung. Dieser Wunsch wurde erfüllt, was sieben Jahre nach dem Krieg durchaus beachtlich war.
Seitdem hat sich zwischen Deutschen und Franzosen auch jenseits des doppelten Saarburgs eine herausfordernde Freundschaft entwickelt. Für viele beginnt sie früh im Leben, mit einem Schüleraustausch und einer Mischung aus Neid und Anerkennung, wie sie nur zwei sich ähnelnde Nachbarn füreinander empfinden, die aus dem Augenwinkel prüfen: So also läuft es da drüben. Nachbarn, die sich nicht immer geschmeidig ergänzen, aber eine lange gemeinsame Geschichte haben. Der Elysée-Vertrag wird im nächsten Jahr sechzig Jahre alt.
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