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#Weisen uns Belgien und Irland den Weg?

Weisen uns Belgien und Irland den Weg?



Wie hat das Belgien das geschafft? Vor Weihnachten ist die Zahl der Neuinfektionen in dem Land drastisch gesunken.

Bild: AP

In Belgien, Frankreich und Irland haben Lockdowns besonders gut funktioniert: Die Zahl der Neuinfektionen sank um rund 80 Prozent. Andere Staaten Europas tun sich deutlich schwerer. Ein Überblick unserer Korrespondenten.

Lange Zeit galt Deutschland als ein Corona-Musterknabe in Europa. Auch in der zweiten Welle stehen einige andere Länder zwar deutlich schlechter da, was die Infektions- oder die Totenzahlen angeht. Doch viele Regierungen haben schon hinter sich, was Deutschland nun offenbar bevorsteht: harte Maßnahmen gegen die Pandemie. Andere hinken hinterher. Acht Beispiele.

Belgien: Kehrtwende in höchster Not

Belgien hat die erstaunlichste Kehrtwende in Europa vollbracht. Ende Oktober verzeichnete das Land noch die höchsten Infektionswerte überhaupt, die 14-Tage-Inzidenz lag bei 1700, in Wallonien sogar bei 2700 Fällen auf 100.000 Einwohner. Doch von da an fiel die Kurve steil ab, vier Wochen später lag der Wert nur noch bei 350 Neuinfektionen pro 100.000 Belgier in zwei Wochen. Wie hat das Land das geschafft?

Mitte Oktober hatten sämtliche Cafés und Restaurants zu schließen, kurz darauf wurden eine nächtliche Ausgangssperre und in vielen Städten eine Mundschutzpflicht im öffentlichen Raum verhängt. Das wirkte mit zwei Wochen Verzögerung. Da hatte die Regierung aber schon die nächsten Maßnahmen für den Herbstferienbeginn Anfang November beschlossen. Nun mussten auch alle „nicht notwendigen“ Geschäfte schließen, außerdem Museen und Fitnessclubs. Die Schulferien wurden auf zwei Wochen verlängert, was einer Art Quarantäne gleichkam. Danach wurden die Klassen von der achten Jahrgangsstufe an geteilt: Wochenweise abwechselnd lernen die Schüler zu Hause oder in der Schule.

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Seit Ende November sinken die Werte nur noch langsam, die 14-Tage-Inzidenz liegt immer noch bei 250. Insgesamt war die Disziplin im November sehr hoch – auch weil die Sorge groß war, von überfüllten Krankenhäusern abgewiesen zu werden. Inzwischen hat sich auch dort die Lage entspannt. Über die Feiertage bleibt es trotzdem bei den strengen Kontaktbeschränkungen: Jeder Haushalt darf nur zu einem weiteren Erwachsenen engen Kontakt haben, bei Alleinstehenden sind zwei Kontakte erlaubt.   Thomas Gutschker

Vor dem Eiffelturm in Paris ist nicht viel los. So ähnlich dürfte es dort auch in der Silvesternacht aussehen: Präsident Macron hat eine Ausgangssperre verhängt.


Vor dem Eiffelturm in Paris ist nicht viel los. So ähnlich dürfte es dort auch in der Silvesternacht aussehen: Präsident Macron hat eine Ausgangssperre verhängt.
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Bild: dpa

Frankreich: Von 50.000 auf 10.000

Frankreich hat am 29. Oktober einen Lockdown beschlossen, nachdem die Zahl der Neuinfektionen auf 50.000 täglich angestiegen war. Der zwei Wochen zuvor begonnene Versuch, die Infektionszahlen allein über nächtliche Ausgangssperren zu senken, wurde damit abgebrochen. Alle nicht für den täglichen Lebensmittelbedarf notwendigen Geschäfte sowie Kultureinrichtungen und Sportstätten schlossen. Schulen und Kindergärten blieben anders als im ersten Lockdown geöffnet, die Universitäten mussten hingegen vollständig auf Online-Lehrprogramm umstellen. Unternehmen wurden verpflichtet, das Arbeiten von zu Hause zu ermöglichen. Die öffentlichen Verkehrsmittel und die Bahn boten nur noch eingeschränkte Verbindungen an.

Die Zahl der Neuinfektionen konnte auf diese Weise innerhalb von vier Wochen auf etwa 10.000 täglich gesenkt werden, ein Fünftel des vorherigen Werts. Deshalb beschloss die Regierung am 28. November erste Lockerungen wie die Öffnung des Einzelhandels. Fortan stagnierte die Zahl der Neuinfektionen, seit einer Woche ist wieder ein geringfügiger Anstieg zu beobachten.

Aus diesem Grund hat die Regierung auf die beabsichtigten Lockerungen verzichtet. Für Heiligabend gilt eine Regel von maximal sechs Erwachsenen am Tisch. Silvester soll nach Wunsch der Regierung ganz ausfallen. Es wurde ein Ausgangssperre zwischen 20 Uhr und 6 Uhr verhängt, die von massiven Polizeikontrollen überprüft werden soll. Innenminister Gérald Darmanin hat angekündigt, es werde keine Nachsicht geben, wenn Franzosen am Silvesterabend gegen die Ausgangssperre verstoßen.   Michaela Wiegel

Karen O'Flaherty, Miteigentümerin eines Schulhotels und Pubs in Dublin, deckt den Tisch ihrer „Dine-in-Dome“ Kuppel. Tausende Restaurants, Cafés und Pubs haben seit Anfang Dezember wieder geöffnet.


Karen O’Flaherty, Miteigentümerin eines Schulhotels und Pubs in Dublin, deckt den Tisch ihrer „Dine-in-Dome“ Kuppel. Tausende Restaurants, Cafés und Pubs haben seit Anfang Dezember wieder geöffnet.
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Bild: dpa

Irland: „Europas striktestes Regime“

Als die deutsche Nationalakademie Leopoldina kürzlich dringend empfahl, die hiesigen Weihnachtsferien für einen „harten Lockdown“ zu nutzen, empfahl sie Irland als Vorbild. Seit dem Sommer hatte die Regierung in Dublin mit verschärften Auflagen für alle Iren und mit regionalen Lockerungen experimentiert. Mitte September kündigte die Regierung ein Fünf-Stufen-Modell an und stellte das Land zunächst auf Stufe zwei; nur in Dublin blieben die Pubs geschlossen und galten härtere Maßnahmen.

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