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„Wer soll die freiwilligen Corona-Helfer rekrutieren?“
Als das Coronavirus im Zuge der ersten Welle auch in zahlreichen Pflegeheimen um sich griff, wurden die Einrichtungen hastig für jeglichen Besuch gesperrt – teils mit fatalen Folgen für die eingesperrten und von der Außenwelt abgeschnittenen Bewohner. Als sich im Herbst die zweite Welle aufzutürmen begann, standen die Heime vor demselben Problem. Doch inzwischen gab es Schnelltests, mit denen Personal und Besucher innerhalb weniger Minuten auf das Virus untersucht werden können. Die Tests bescherten den Heimen aber ein neues Problem, um dessen Lösung gerade politisch gerungen wird.

Bund und Länder einigten sich Mitte Dezember darauf, dass das Pflegepersonal in Regionen mit hoher Inzidenz regelmäßig untersucht werden muss und dass jeder Besucher einen aktuellen Test benötigt. Oft richteten die Heime eigens Teststationen im Eingangsbereich ein. Doch das bindet Personal – ein Pfleger, der im Eingang Tests von Besuchern abnimmt, versorgt keine bettlägerigen Senioren mehr.
Wie wäre es mit Sparkassen-Mitarbeitern?
Dem Bundeskanzleramt ist bewusst, dass das Problem damit noch nicht aus der Welt ist. Vor Weihnachten hat es daher nach Informationen der F.A.Z. mehrere Ministerien, die Vertreter von Städten und Gemeinden sowie die großen Hilfsorganisationen an einen Tisch geholt, um über eine Entlastung für die Pflegeheime zu sprechen. Klar ist, dass die Einrichtungen Helfer bekommen sollen, die den Pflegern das Testen abnehmen. Doch wie genau das gelingen soll, ist nach wie vor offen.
Als sich Bund und Länder Anfang Januar abermals zu Corona-Beratungen trafen, blieben sie in ihrer gemeinsamen Erklärung vage. Darin heißt es, man werde eine „gemeinsame Initiative starten, um Freiwillige vorübergehend zur Durchführung von umfangreichen Schnelltests in die Einrichtungen zu bringen“. Die Hilfsorganisationen sollen zugesagt haben, die Schulungen der Helfer zu übernehmen. Und mehr noch: „Die kommunalen Spitzenverbände werden dabei koordinieren, um den regionalen Bedarf zu klären, und die Bundesagentur für Arbeit wird die Vermittlung unterstützen.“
Dass Städte und Gemeinden den Bedarf an Helfern vor Ort ermitteln sollen, ist nach Informationen der F.A.Z. unstrittig. Auch dass die Hilfsorganisationen sich um Schulungen kümmern können. Unterschiedliche Auffassungen gibt es hingegen bei der Frage, woher die Helfer kommen sollen. Wie zu hören ist, hat das Kanzleramt große Sympathien für die Idee, dass die Bundesagentur für Arbeit bundesweit und zentral Freiwillige rekrutiert und diese dann einen Einsatzort zugewiesen bekommen. Doch es gibt Bedenken gegen den Plan. Nicht alle, die an den Beratungen beteiligt sind, wollen zentral rekrutierte Helfer einsetzen, über deren Qualifikation und Integrität vor Ort kaum etwas bekannt ist.
Die einen sind dafür, dass Freiwillige oder feste Mitarbeiter der Hilfsorganisationen die Einsätze übernehmen, was Schulungen oft überflüssig machen könnte. Andere schlagen vor, dass hilfsbereite Mitarbeiter unterschiedlicher Verwaltungsbehörden sowie der Sparkassen nach entsprechendem Training in die Heime geschickt werden. Beides könnte unkompliziert vor Ort geregelt werden, sofern Bund und Länder sich über die Bezahlung einig werden. Geld kostet die Hilfe ohnehin. Denn auch die Freiwilligen, die von der Arbeitsagentur kommen könnten, sollen eine Aufwandsentschädigung erhalten. Aus Verhandlungskreisen hieß es am Wochenende, dass alle Seiten bestrebt seien, sich rasch zu einigen. Wenn es schnell gehe, könnte in der ersten Wochenhälfte ein Kompromiss geschlossen werden.
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