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Sei es beim Wandern, Zelten, im Wohnmobil oder auf Zug- und Autoreisen – für viele Outdoor-Aktivitäten und Ausflüge braucht man Campinggeschirr. Im Vergleich zu Haushaltsgeschirr ist es in der Regel leichter, robuster und damit praktischer. Doch woraus besteht Campinggeschirr und wie gesund und nachhaltig sind diese Materialien? Welche Ökobilanz haben die Utensilien und was sind die besten Alternativen?
Campinggeschirr ist darauf ausgelegt, besonders leicht und langlebig zu sein. Hergestellt werden die Teller, Tassen, Becher, Schüsseln, Flaschen, Töpfe und Co aus einer Vielzahl von Materialien, die diese Eigenschaften mitbringen. Zu den gängigsten Materialien für Outdoor-Küchen gehören Plastik, Aluminium, Edelstahl, Titan und Melaminharz.
Welches Material ist geeignet?
Manche für die Camping-Utensilien verwendeten Materialien bringen neben Leichtigkeit und Robustheit noch Extra-Vorteile mit: Aluminium leitet zum Beispiel Wärme sehr gut weiter und sorgt dadurch selten für angebranntes Essen. Kunststoffe sind besonders günstig, Melamin besonders bruchsicher, Edelstahl ist korrosionsbeständig, Titan besonders leicht. Diese Vorteile bringen dann jedoch teils Abstriche in anderen Eigenschaften mit sich: So ist Titan vergleichsweise teuer und Edelstahl eher schwer.
Welches Outdoor-Geschirr das Richtige ist, hängt daher auch vom Einsatzzweck ab: Soll es nur zum Outdoor-Feeling im Garten oder Park beitragen oder muss es mit auf eine Rucksacktour in ferne Länder? Bei Letzterem empfiehlt sich eher leichtes, robustes und platzsparend packbares Geschirr, für den Garten oder Park darf es auch ein wenig größer und schwerer sein. Neben diesen praktischen Gesichtspunkten gibt es aber noch weitere Aspekte zu beachten.
Chemikalien: Was steckt im Outdoor-Geschirr?
So sind nicht alle Materialien von Campinggeschirr gleichermaßen unbedenklich. Ob Tasse, Teller und Co beim Outdoorkochen schädliche Chemikalien abgeben, hängt aber ebenfalls vom Einsatzzweck ab. Viele Kunststoffteller und -tassen enthalten zum Beispiel potenziell gesundheitsschädliche Zusätze wie Bisphenol A (BPA) oder Phthalat-Weichmacher, die bei Hitze vom Geschirr in die Nahrung übergehen können. Dies ist insbesondere bei heißem Essen oder Getränken problematisch. Diese Chemikalien greifen in den Stoffwechsel und unsere Organe ein, können die Entwicklung und Fruchtbarkeit stören sowie Krebs und Asthma verursachen. Ab welchen Konzentrationen die Substanzen schädlich sind, ist noch nicht abschließend erforscht, empfohlen wird jedoch, Phthalat- und BPA-Quellen zu meiden.
Outdoor-Geschirr aus Melaminverbindungen ist ebenfalls hitzeanfällig. Bei Temperaturen über 70 Grad können sie Chemikalien wie Melamin und Formaldehyd abgeben, ebenso bei Kontakt mit Säuren. Diese Chemikalien sind krebserregend, schädigen die Nieren und reizen Haut und Atemwege. Melamingeschirr sollte daher nicht in die Mikrowelle des Campers gestellt und nicht für heißen Kaffee oder Suppe benutzt werden. Auch heißes Grillgut sollte besser nicht von Melaminharz-Geschirr gegessen werden.
Was ist mit Outdoor-Geschirr aus Alu und Edelstahl?
Campinggeschirr aus Metallen wie Aluminium oder Edelstahl ist dagegen hitzebeständig. Teller, Tassen oder Töpfe aus diesen Materialien können daher problemlos auch kochend heißes Wasser vertragen oder sogar direkt auf dem Camping-Kocher stehen. Schwachpunkte von Aluminium sind allerdings Säure und Salz: Wenn unbeschichtetes Aluminiumgeschirr mit sauren oder salzhaltigen Lebensmitteln reagiert, können Spuren von Aluminium ins Essen übergehen. Das kann unter anderem bei saurem Obst, mariniertem Fleisch oder gesalzenem Fisch der Fall sein.
Studien deuten darauf hin, dass zu viel Aluminium im Körper Schäden an Nerven, Knochen und Nieren verursachen kann. Allerdings müssten wir schon regelmäßig von unbeschichtetem Alu-Campinggeschirr essen, um bedenkliche Werte bei der Aluminiumaufnahme zu erreichen. Zudem sind viele Aluminiumprodukt für den Outdoor-Bereich mit Keramik, Teflon oder Edelstahl beschichtet, um eine Verunreinigung zu vermeiden.
Wer in Sachen Gesundheit auf Nummer sicher gehen möchte und nicht immer darüber nachdenken will, was er da gerade isst oder trinkt, sollte solche beschichteten Alu-Produkte wählen oder auf Geschirr aus Titan und Edelstahl zurückgreifen. Diese gelten als gesundheitlich unbedenklich, da sie keine schädlichen Stoffe abgeben und nicht mit den Lebensmitteln reagieren.
Ökobilanz der Campingprodukte
Doch wie sieht es mit der Nachhaltigkeit der Outdoor-Kochutensilien aus? Sind sie halbwegs umweltfreundlich? Zumindest was die Materialien angeht, lautet die Antwort hier: eher nein. Denn viele Materialien, aus denen Camping-Geschirr hergestellt werden, haben eine schlechte Ökobilanz. Plastik- und Melamingeschirr ist beispielsweise nicht biologisch abbaubar. Viele Plastikprodukte werden aus fossilen Brennstoffen hergestellt und belasten die Umwelt durch CO₂-Emissionen bei der Herstellung und Verbrennung. Auch die Produktion und Entsorgung von Melaminharz sind weder nachhaltig noch umweltfreundlich. Die Kunststoffe oder der Abrieb davon gelangen zudem nach und während der Nutzung oft in die Umwelt und tragen dort zur globalen Plastikverschmutzung bei.
Für die Herstellung von Aluminium werden wiederum viel Energie und der Rohstoff Bauxit benötigt. Beim Abbau dieses Aluminiumerzes werden Wälder zerstört und Böden erodiert. Bei der Aluproduktion entsteht zudem giftiger Rotschlamm. Aber immerhin ist Aluminium recyclebar. Die Herstellung von Titan und Edelstahl sind ebenfalls energieintensiv und nicht komplett nachhaltig. Diese beiden Materialien schneiden ökologisch dennoch besser ab, da sie noch langlebiger sind und gut recycelt werden können.

Gesunde und nachhaltige Alternativen
Für achtsame Outdoor-Enthusiasten gibt es jedoch auch gesündere und/oder ökologisch nachhaltigere Alternativen, die immer mehr Hersteller im Angebot haben. Dazu zählen beispielsweise BPA-freie Kunststoffe, die zumindest sicherer für die Gesundheit sind. Die problematische Umweltbelastung durch Plastik bleibt in diesem Fall jedoch bestehen.
Gesünder und nachhaltiger ist Outdoor-Geschirr aus Holz und Bambus, denn es kommt ohne schädliche Chemikalien aus, ist biologisch abbaubar und schont so die Umwelt. Allerdings sollte man beim Kauf des Geschirrs darauf achten, dass dem Bambus keine Kunststoffe wie Melamin als Bindemittel beigemengt wurden. Wer ohnehin auf festen Campingplätzen bleibt und sein Geschirr nicht auf Wanderungen mit sich rumtragen muss, für den kann das deutlich schwerere, „normale“ Keramik- oder Glasgeschirr eine umweltfreundliche und gesundheitlich unbedenkliche Wahl sein.
Abwägungssache
Die Wahl des „richtigen“ Campinggeschirrs ist letztlich eine Balance zwischen praktischen und finanziellen Ansprüchen und persönlichen Risikobedenken. Während Plastik und Melamin auf Dauer gesundheitliche und ökologische Probleme mit sich bringen können, stellen Edelstahl, Titan, Holz und Bambus gesunde und nachhaltigere Alternativen dar. Mit diesen Optionen können Outdoor-Fans sicherstellen, dass ihr Abenteuer nicht nur komfortabel, sondern auch verantwortungsbewusst ist – sowohl gegenüber der eigenen Gesundheit als auch der Umwelt.

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