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Nach 100 Fällen sagten Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl launig Servus und beendeten damit ein glorreiches Kapitel deutscher TV-Geschichte, wie ihr in Mareks Kritik zur Doppelfolge „Unvergänglich“ erfahrt, die am Ostersonntag sowie am Ostermontag in der ARD ausgestrahlt wurde.
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Welche Kommissare ermittelten gestern im „Tatort: Unvergänglich“?
1991 stiegen Ivo Batic und Franz Leitmayr erstmals in ihren Dienst-BMW, mit ihrem 100. Einsatz geht die gemeinsame Reise nun zu Ende. Kein anderes Team hat in einer so langen Zeit das Kunststück vollbracht, keinen einzigen wirklich schwachen „Tatort“ abzuliefern, was zweifelsfrei der größte Verdienst all derjenigen ist, die in den letzten 35 Jahren in München das Zepter in den Händen hielten.
Allen voran natürlich die Schauspieler Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl, die der ganzen Bandbreite dessen, was ein sonntäglicher Krimi in der ARD sein kann, immer gerecht wurden. Schwermütige Dramen, feinsinnige Kammerspiele, packende Actionthriller sowie augenzwinkernde Räuberpistolen: Wo sich andere Standorte auf einen „Tatort“-Typus festlegten, durften Batic und Leitmayr überall ihre Spuren hinterlassen und das überaus souverän und glaubwürdig.
Freilich, nicht jeder ihrer 100 Auftritte war ein Meisterwerk wie „Frau Bu lacht“, „Wir sind die Guten“ oder „Unklare Lage“, nur um einige zu nennen, dennoch handelte es sich mindestens um solide und vor allem unterhaltsame Krimis, weshalb beide unseren vorderen Platz im Video der besten „Tatort“-Teams auch über ihre aktive Zeit hinweg behalten.
Worum geht es im „Tatort: Unvergänglich“?
Nur noch vier Tage, dann gehen Ivo Batic und Franz Leitmayr in Rente. Feiern wollen die beiden in Ehren ergrauten Kommissare ihren Ausstand ausdrücklich nicht, stattdessen hängen sie sich noch einmal voll rein, auch wenn ihr designierter Nachfolger Kalli die neuerlichen Ermittlungen eigentlich leiten sollte.
Dabei spricht zunächst wenig dafür, dass die beiden Urgesteine ihre ablaufende Dienstzeit noch mit einem letzten großen Erfolg krönen können. Die Identifikation einer vor Monaten verbrannten Frauenleiche gestaltet sich schwierig, das Motiv für die Tat bleibt schleierhaft.
Doch Batic und Leitmayr geben nicht auf und so tut sich doch noch eine vielversprechende Spur auf, die zu einem jungen Mann führt, der in leerstehenden Ferienwohnungen übernachtet, für die er sich einen zweiten Schlüssel hat anfertigen lassen. Genau in so einer Wohnung mietete sich auch eine Geschäftsfrau aus Slowenien ein, von der seit geraumer Zeit niemand mehr etwas gehört hat…

Mareks „Tatort“-Kritik: Vorhang auf für Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl
Zugegeben, es gab schon stärkere Krimis aus München als diese auf 180 Minuten aufgestockte Abschiedsfolge, die sich bei ehrlicher Betrachtung eher irgendwo im Mittelfeld der „Tatort“-Vita von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl wiederfindet als in der Nähe ihrer großen Klassiker.
Die Geschichte um einen heimlichen Bewohner mit tausend Schlüsseln, die irgendwann einen Bogen in Richtung organisierter Kriminalität aus dem Balkan schlägt, hat nicht gerade einen Originalitätspreis verdient und ist in ihren vielen Facetten schon reichhaltig an einem gewöhnlichen Sonntag aufbereitet worden. Und dennoch ist der „Tatort: Unvergänglich“ ein Geschenk an seine beiden Protagonisten und vor allem an uns alle vor den Fernsehapparaten.
Die Anspielungen auf ihre Vergangenheit samt einiger stimmiger Gastauftritte sitzen, das holprige Abschiednehmen zweier Männer, die unterschwellig begreifen, dass die schönste Zeit in ihrem Leben nicht vor ihnen steht, wirkt wahrhaftig, die beiläufigen Späße rekapitulieren auf fast schon rührende Art und Weise, was wir in den nächsten Monaten und Jahren vermissen werden.
Dass Franz Leitmayrs Anspruch, der Good Coop gewesen zu sein, aus Sicht seines Kollegen eine lebenslange Feheinschätzung war, ist nur einer von vielen feinen Dialogen aus ihrer launigen Abschiedsvorstellung, die gut und gerne noch ein paar Jahre auf sich hätte warten lassen können. Mit diesem letzten Kompliment ziehe ich meinen Hut und schaue mir noch einmal die größten Höhepunkte aus 35 Jahren bayerischer „Tatort“-Geschichte an. Zum Glück hat die Mediathek diesbezüglich aufgerüstet.
Der „Tatort: Unvergänglich“ wurde in zwei Teilen am Ostersonntag, den 5. April 2026 sowie an Ostermontag, den 6. April 2026 jeweils um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt. Beide Krimis sind jetzt in der Mediathek für sechs Monate als Wiederholung im Stream verfügbar.
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