Zucchini: Tipps für den Anbau und fünf Rezepte

Zucchini: Tipps für den Anbau und fünf Rezepte

Wer selbst Zucchini anbaut, kennt das Phänomen der Zucchinischwemme: Innerhalb weniger Tage reifen mehr Früchte heran, als man zu verarbeiten weiß. Wie kann man dies vermeiden? Was sollte man beim Anbau von Zucchini generell beachten? Und wie kann man abwechslungsreich und gesund mit Zucchini kochen?

Zucchini kennt man vor allem aus mediterranen Gerichten mit Kräutern und Tomate, zum Beispiel Ratatouille. Tatsächlich stammt das Kürbisgewächs ursprünglich aus Südeuropa. Der Name kommt aus dem Italienischen und bedeutet „kleiner Kürbis“. Mittlerweile werden Zucchini jedoch sehr vielfältig verwendet und sind fester Bestandteil der internationalen Küche.

In Deutschland gibt es neben der gewöhnlichen grünen Zucchini auch gelbe und weiß gestreifte Sorten zu kaufen und zum selbst Anpflanzen. Eine weitere Variante: runde statt längliche Zucchini, die sich besonders zum Füllen eignen. Die Sorte „Black Forest“ zeichnet sich durch ihre Kletterfreude aus und kann an Rankgerüsten bis zu zwei Meter hochwachsen. Sie ist daher gut für den Anbau auf dem Balkon geeignet. Empfehlenswert sind außerdem Mehltau-resistente Sorten. Diese Pilzkrankheit kann die Ernte sonst schnell in Gefahr bringen.

Wie baut man Zucchini an?

Zucchinipflanzen sind robust und pflegeleicht und damit ideal für Anfänger im Gemüseanbau. Bereits ab April können die Pflanzen im Haus vorgezogen und im Mai nach den Eisheiligen ins Freiland gesetzt werden. Säen und pflanzen Sie die Setzlinge am besten mit einem zeitlichen Abstand von zwei Wochen. So verhindern Sie, dass alle Früchte gleichzeitig reif werden. Zwei bis drei Pflanzen pro Haushalt sind normalerweise ausreichend.

Wichtig sind ein sonniger, windgeschützter Standort sowie ein tiefer, nährstoffreicher Boden. Die Zucchini fühlt sich zum Beispiel im Gartenbeet neben Erbsen oder Stangenbohnen wohl. An derselben Stelle sollte man Zucchini und andere Kürbisgewächse in aufeinander folgenden Jahren allerdings nicht anbauen: Um Krankheiten zu vermeiden und den Boden zu schonen, sollte für Zucchini eine Anbaupause von vier Jahren eingehalten werden. Als Zwischenkulturen eignen sich Radieschen und Salat.

Auch Hochbeete eignen sich hervorragend für Zucchinipflanzen. Wer das Gemüse auf dem Balkon kultivieren möchte, sollte große Töpfe verwenden und mindestens zwei Pflanzen setzen, um die Befruchtung der Blüten zu unterstützen. Da Zucchini sowohl männliche als auch weibliche Blüten tragen, kann man bei ausbleibendem Fruchtansatz nachhelfen: Einfach eine männliche Blüte abschneiden, Blütenblätter entfernen und damit die Narbe der weiblichen Blüte bestäuben.

Nach rund zwei Monaten sind die ersten Früchte reif für die Ernte. Allzu lange sollte man dabei nicht warten: Junge Zucchini schmecken besonders zart und aromatisch. Zum Ernten schneidet man die Frucht direkt hinter dem Stiel ab. Das regt die Pflanze dazu an, weitere Früchte auszubilden. Frisch geerntete Zucchini verwendet man am besten sofort. Sie lassen sich aber auch eine Woche im Gemüsefach des Kühlschranks lagern.

Zucchini – auch bei Diabetes geeignet

Zucchini bestehen zu über 90 Prozent aus Wasser und sind kalorienarm. Damit sind sie ideal für alle, die auf ihr Gewicht achten oder den Flüssigkeitshaushalt unterstützen möchten. Das Gemüse enthält zudem wichtige Vitamine wie Vitamin C, verschiedene B-Vitamine, Kalium und Magnesium sowie viele Ballaststoffe, die die Verdauung fördern. Da Zucchini nur sehr wenige Kohlenhydrate enthalten, sind sie auch für Menschen mit (Schwangerschafts-) Diabetes gut geeignet.

Beim Verzehr von Zucchini ist jedoch Vorsicht geboten: Schmeckt das Gemüse ungewöhnlich bitter, sollte es nicht gegessen werden. Denn der Geschmack kommt von giftigen Cucurbitacinen. In den gängigen Kultursorten wurden diese Bitterstoffe weggezüchtet. Vermehrt man Samen selbst, können sie aber wieder auftreten und nach Verzehr Magen-Darm-Probleme verursachen. In Heidenheim kam es 2015 sogar zu einem Todesfall, nachdem ein Mann sehr bittere Zucchini aus dem eigenen Anbau gegessen hatte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, vor der Zubereitung ein kleines Stück roh zu probieren und die Zucchini bei stark bitterem Geschmack lieber zu entsorgen.

Foto von Zucchini-Nudeln auf einem Teller
Zucchini lassen sich zum Beispiel als Salat oder Nudeln zubereiten. © a_namenko/iStock

Gesunde Rezepte mit Zucchini

Für einen erfrischenden Zucchinisalat schneiden Sie das Gemüse mit einem Schäler in dünne Streifen. Geben Sie diese mit Minze, gerösteten Pinienkernen und Feta in eine Schüssel. Würzen Sie den Salat mit dem Saft einer Zitrone, etwas Olivenöl, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer. Der Salat schmeckt am besten, wenn man ihn vor dem Verzehr etwas ziehen lässt.

Für Pad Thai mit Zucchinipasta benötigen Sie einen Spiralschneider. Schneiden Sie eine Zucchini und eine Karotte damit in feine „Nudeln“. Für die Soße vermischen Sie zwei Esslöffel Erdnussmus, einen Esslöffel Sojasoße, einen Teelöffel Limettensaft, einen Teelöffel Reisessig, etwas Ahornsirup, geriebenen Knoblauch, geriebenen Ingwer und ein wenig Wasser, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Braten Sie die Gemüsenudeln dann kurz in einer Pfanne mit Kokosöl an und geben Sie die Erdnusssoße dazu. Servieren Sie das Gericht mit gehackten Erdnüssen, Frühlingszwiebeln und frischem Koriander.

Gefüllte Zucchini ist ein gutes Gericht, wenn Sie Besuch bekommen. Schneiden Sie dafür pro Person ein bis zwei runde Zucchini oben auf und schaben Sie das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus. Braten Sie dann Hackfleisch an. Anschließend geben Sie Zwiebeln, Knoblauch, Tomatenmark, Kräuter, Salz, Pfeffer und das herausgelöste Zucchinifleisch in die Pfanne. Füllen Sie die vorgegarte Masse in die Zucchini, setzen Sie den „Deckel“ wieder auf und backen Sie die gefüllten Kugeln in einer Auflaufform mit etwas Tomatensoße etwa 30 Minuten bei 180 Grad.

Dieses Rezept bietet sich an, wenn Sie etwas Abwechslung von Zucchini brauchen, ihre Pflanze aber weiter Früchte produziert: Ernten Sie einfach die Zucchiniblüten. Entfernen Sie dann vorsichtig die Staubblätter und braten Sie die Blüten in Öl an. Füllen Sie diese anschließend mit Frischkäse, Kräutern, Salz und Pfeffer.

Ein ungewöhnliches, aber dafür sehr geschmackvolles Rezept mit Zucchini ist für einen Schokoladenkuchen. Das Gemüse macht die süße Speise besonders saftig, ohne dass man es herausschmeckt. Raspeln Sie dafür etwa 300 Gramm rohe Zucchini fein und drücken Sie die überschüssige Flüssigkeit leicht aus. Vermengen Sie in einer Schüssel 200 Gramm Mehl, 50 Gramm Kakaopulver, 150 Gramm Zucker, ein Päckchen Backpulver und eine Prise Salz. In einer zweiten Schüssel verrühren Sie 100 Milliliter Öl und drei Eier. Geben Sie die trockenen Zutaten und die Zucchini zur Ei-Mischung und rühren Sie alles gut durch. Wer mag, hebt noch Schokostückchen unter. Füllen Sie den Teig in eine gefettete Form und backen Sie den Kuchen bei 180 Grad Ober-/Unterhitze etwa 50 Minuten. Nach dem Abkühlen kann man den Kuchen mit Puderzucker verzieren.




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